Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 93
Bamberg: Bürgerstadt und Bischofsstadt

"Alte Münze", Judenstraße 12, Bamberg

Im gesprengten Dreiecksgiebel über der breiten, mit einem Korbbogen überspannten Toreinfahrt das Wappen der Schenk von Stauffenberg: In Silber ein roter Balken, oben und unten begleitet von einem blauen schreitenden Löwen, rotgezungt. Das alte Adelsgeschlecht ist seit 1262 urkundlich erwähnt und stammt aus Schwaben. Es ist nach der Burg Stauffenberg bei Hechingen (Zollernalbkreis) benannt. Sie bekamen das erbliche Schenkenamt (Mundschenk) bei den Grafen von Zollern, seitdem ist "Schenk" Bestandteil des Namens. Im Jahre 1803 fiel ihr Territorium an Württemberg. Die Schenk von Stauffenberg waren Grafen, nie gefürstet, deshalb wirkt der Fürstenhut an diesem Wappen etwas deplaciert. Er erinnert daran, daß Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg 1683-1693 Fürstbischof von Bamberg war. Die Helmzier wäre ein hermelinverbrämter roter Turnierhut, auf diesem zwei auswärts geneigte, mit rotem Balken belegte und je in der Mündung mit sechs schwarzen Hahnenfedern besteckte silberne Schalmeien.

Sog. ehemalige "Alte Münze", Judenstraße 12. In Wirklichkeit war hier nie eine Münzstätte untergebracht, sondern in einem Vorgängerbau wohnte einst der Münzmeister Reimar ("Reimarus monetarius"), genannt 1348. Bau vom Ende des 16. Jh. Um 1600 erheiratet Werner Schenk von Stauffenberg das Palais. Umgestaltung in den Jahren 1740/1750 in der Art eines Adelspalais. Weiterer Umbau ca. 1800. Renovierung 1978-1980.

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Literatur: Eugen Schöler, Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten. Verlag Degener 1992.
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