Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 945
Neumagen-Dhron (Landkreis Bernkastel-Wittlich)

Neumagen-Dhron, Peterskapelle, Hunoldstein-Epitaph

Die Kapelle St. Petri in Neumagen-Dhron besitzt eines der schönsten Rittergrabmäler der Moselregion, das von Heinrich Vogt von Hunoldstein (1486). Es ist an der rechten Seitenwand der gegen Anfang des 14. Jh. erbauten Kapelle aufgestellt. Die Kapelle selbst wurde gemäß einem Schöffenweistum vom Jahre 1314 auf einem von den Herren von Neumagen der Gemeinde geschenkten Platze von dieser vor 1314 erbaut. Die Bauformen des erhaltenen, 4,80 m breiten Chores sprechen für eine Entstehung gegen Anfang des 14. Jh. Das 6,35 m lange Langhaus, ein verputzter Bruchsteinbau, ist nicht mehr das ursprüngliche, unter Verwendung älterer Teile wurde es erst im Barock errichtet (1718).

Blick auf das Rittergrabmal des Heinrich Vogt von Hunol(d)stein, links Detail. Es handelt sich um eine 1.32 m breite Steintafel mit umlaufendem Schriftband auf abgewinkeltem Bord. Der obere Abschluß ist dreiseitig gestaltet. Der obere Teil der Platte wird von einem gotischen Baldachin eingenommen, der aus drei Kielbogenelementen mit Blendmaßwerk mit reichlich Krabben besteht. Darunter befindet sich die 1.90 m hohe Figur des Heinrich Vogt von Hunol(d)stein, stehend mit zum Beten zusammengelegten Händen, in eine prächtige Rüstung gekleidet mit hochgeschobenem Visier und spitz zulaufenden modischen Schnabelschuhen, ein reich ornamentiertes Schwert an der linken Seite.

Das spätgotische Grabmal ist von hervorragender Qualität und steht kunstgeschichtlich in Zusammenhang mit einem gleichfalls der Trierer Schule zuzurechnenden Epitaph, dem der Elisabeth von Görlitz in der Trierer Jesuitenkirche. Ein weiteres Beispiel für diesen speziellen Stil ist in der Wallfahrtskirche Klausen das Esch-Grabdenkmal.

Die Burg in Neumagen wurde wahrscheinlich als luxemburgisches Lehen Sitz der Herren von Neumagen unter der Oberhoheit des Trierer Erzbischofs. Um 1320 wurde die sich um die Burg herausgebildete Herrschaft an die Herren von Hunol(d)stein vererbt, die die neuen Herren des Ortes wurden. Der Stammsitz dieses ursprünglich dynastischen Geschlechts ist die jetzt zerstörte Burg Hunoldstein am Bockbach, einem Nebenfluß des Dhron. Vermutlich sind die Vögte von Hunol(d)stein Nachkommen der Grafen von (Blies)Castel, sicher solche der von Hagen (man vergleiche auch das ähnliche Schildbild der Hagen zur Motten).

Vogt von Hunol(d)stein Hagen zur Motten

Das Prädikat "Advocatus" (Vogt) führte erstmals der Stammvater Hugo von Hunol(d)stein 1199. Burg Hunoldstein war erst ein Besitz der Grafen von (Blies)Castel, wurde dann an die Grafen von (Ober-)Salm vererbt, die dann wiederum die Vögte von Hunol(d)stein damit belehnten. Die von Hunol(d)stein waren also tatsächlich die Vögte der Grafen von (Blies)Castel. 1280 wurde Hunoldstein trierisches Lehen. Burg Hunoldstein wurde 1282 als nie eingelöstes Pfand zu ihrem Eigentum. Als die ältere, dynastische Linie der Vögte von Hunoldstein 1488 ausstarb, wurde ihr Besitz von den Trierer Erzbischöfen als heimgefallenes Lehen betrachtet und eingezogen. Weiterhin sind die Vögte von Hunol(d)stein noch eng mit den Herren von Schwarzenberg verwandt. Alle drei Familien, Hagen zur Motten, Schwarzenberg und Vogt von Hunol(d)stein sind zudem engstens versippt und verschwägert. Während die Familien Hagen und Schwarzenberg im 13. Jh. zur einfachen Ritterschaft abstiegen, behauptete Hunol(d)stein bis zum Erlöschen der älteren Linie 1488 dynastischen Rang und Reichsstandschaft.

Mitte des 13. Jh. spaltete sich das Geschlecht in zwei Hauptstämme:

Vier jeweils von einem Engel gehaltene Wappenschilde umgeben die Ritterfigur. Optisch oben links ist der wichtigste Schild zu finden, der der Edlen Herren von Hunol(d)stein bzw. Vogt von Hunol(d)stein (ältere Linie, dynastisches Geschlecht, 1488 erloschen). Sie führten in goldenem Feld zwei rote Balken, begleitet von roten Schindeln, hier 12 (5:4:3), im Gruber 10 (4:3:2:1) oder 12 (5:4:3). Siebmacher (Band Lothringen) gibt 12 (5:4:2:1) bzw. 12 (5:4:3) an. Die genaue Anzahl der Schindeln galt damals noch nicht als bedeutungsunterscheidend. Als Helmzier führten die Vögte von Hunol(d)stein einen schwarzen Rüdenrumpf (Wolfsrumpf mit Halsband) zwischen einem silbernen (Gruber) oder schwarzen (Siebmacher Lothringen) Flug, Decken schwarz-silbern (Gruber) oder rot-golden (Siebmacher).

Variante 1

Variante 2

Edle Herren von Hunolstein bzw. Vogt von Hunol(d)stein (ältere Linie, dynastisches Geschlecht, 1488 erloschen). Sie führten in goldenem Feld zwei rote Balken, begleitet von roten Schindeln, hier 12 (5:4:3), im Gruber 10 (4:3:2:1) oder 12 (5:4:3). Siebmacher (Band Lothringen) gibt 12 (5:4:2:1) bzw. 12 (5:4:3) an. Die genaue Anzahl der Schindeln galt damals noch nicht als bedeutungsunterscheidend. Als Helmzier führten die Vögte von Hunol(d)stein einen schwarzen Rüdenrumpf (Wolfsrumpf mit Halsband) zwischen einem silbernen (Gruber) oder schwarzen (Siebmacher Lothringen) Flug, Decken schwarz-silbern (Gruber) oder rot-golden (Siebmacher).

Abweichende Kleinode sind bekannt, so Ritter Friedrich V. v. H. 1346 mit einem breitrandigen, mit 2 Widderhörnern besteckten Hut, oder Nikolaus V. v. H. 1352 mit einem Flügel, Gerhard V. v. H. 1346 einen gekrönten Wolfsrumpf ohne Halsband zwischen einem schwarzen Flug.

Variante 1

Variante 2

Vogt von Hunol(d)stein (jüngere Linie, 1777 in den Grafenstand erhoben), in silbernem Feld zwei rote Balken, begleitet von roten Schindeln, nach Gruber 10 (4:3:2:1) oder 12 (5:4:3). Als Helmzier führten sie auf gekröntem Helm einen barhäuptigen Mohrenrumpf (Gruber) bzw. Hunnenrumpf (Siebmacher) ohne Arme in wie der Schild bez. Gewand (auch nur 3 (2:1) Schindeln auf dem Gewand), Haar und Bart schwarz. Decken nach Gruber und Siebmacher silbern-rot.

Abweichende Kleinode sind bekannt, Nyclas V. v. H. führt 1436 ein Kleinod wie die ältere Linie, Johann V. v. H. führt 1370 zwei Büffelhörner, Johann V. v. H. 1482 den Kopf als Mohrenkopf und einen Kragen auf dem Kleid.

Die Grafen von Hunoldstein und die freiherrliche Linie Niederwiesen führen die HZ als Jünglingsrumpf.

Freiherren Vogt von Hunoldstein genannt von Stein-Kallenfels: In silbernem Feld zwei rote Balken, begleitet von 12 (5:4:3) roten Schindeln, mit einem von Grün über Gold geteilten Herzschild, oben schreitend ein silberner Löwe oder Leopard (Stein-Kallenfels ab dem 8.4.1778). Zwei Helme. Helm 1: Gekrönt, wachsender Jünglingsrumpf ohne Arme, silbernes Kleid mit rotem Balken, beiderseits rote Schindeln. Decken rot-silbern. Helm 2: Eine an goldenem Knauf hahnenfederbesteckte hohe rote Spitzmütze, grüngestulpt, auf dem Stulp der silberne Leopard. Helmdecken grün-golden. Anmerkung: Im Siebmacher wird der Löwe oder Leopard als golden beschrieben, aber der Stein-Kallenfelser Löwe oder Leopard ist tatsächlich silbern.

Spieß von Hunolstein, ein Zweig der Vogt von Hunol(d)stein (Johannes Spieß von Hunoldstein 1290, Hugo Spieß von Hunoldstein, besaßen eine kleine Burg bei Bernkastel als trierisches Lehen), führten invertierte Farben, also in rotem Feld zwei silberne Balken, begleitet von silbernen Schindeln, nach Gruber 10 (4:3:2:1) an der Zahl. Die Helmzier der Spieß von Hunoldstein ist nicht verzeichnet.

Besitz der Vögte von Hunol(d)stein: Hunoldstein (Hunoldstein, Berglicht, Gräfendrohn, Merscheid, Elgenrath, Heinzenrath, Weiperath, Riedenburg, Odert, Busch, Gutenthal + Horath + Hovel + Wolzburg zus. mit Trier, Schönberg, Mustert, Büdelich, Breit), Winterich, Manbach, Adelsbach, Kesten, Filzen, Harsbach, Propsterath, Lampersberg, Overnbusch, Gonzerath, Nackheim, Niederwiesen, Altweiler, Merxheim u.v.a.m.

Das alte Stammwappen der Vögte von Hunoldstein findet sich übrigens heute wieder im Gemeindewappen von Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich: Innerhalb eines silbern-schwarz gestückten Bordes geteilt, oben in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, unten in Gold zwei rote Balken, begleitet von 10 (5:4:1) roten Schindeln. Eine weitere Gemeinde, die das Wappen in gespaltenem Schilde verwendet, ist Merschbach.

Das Wappen der jüngeren Linie findet sich im Gemeindewappen von Gräfendrohn im Landkreis Bernkastel-Wittlich wieder: Geteilt, oben in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, unten in Silber zwei rote Balken, begleitet von 12 (5:4:3) roten Schindeln.

Optisch oben rechts ist der Wappenschild der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zu finden, ebenfalls von einem Engel präsentiert. Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden. Später wurde das Wappen mit dem schwarzen Ankerkreuz in Gold geviert.

Die von Dalberg stammen aus dem Nahegau und wurden erstmals 1208 nachgewiesen. Der Schwerpunkt der Besitzungen liegt im Rheinland, um Worms und Bad Kreuznach. Dalberg bei Bad Kreuznach war seit 1132 Stammsitz der Familie. Die Familie starb aber schon 1323 im Mannesstamme aus und verschmolz durch Heirat mit den Kämmerer von Worms, welche einst das Amt der Kämmerer des Bischofs von Worms bekleidet hatten und irgendwann ihre Amtsbezeichnung zu ihrem Familiennamen gemacht hatten. Die Kämmerer von Worms lassen sich schon im 10. und 11. Jh. identifizieren. Nach der Heirat zwischen den beiden ohnehin verwandten Familien vereinigte man beider Wappen in einem gevierten Schild und nannte sich "Kämmerer von Worms, genannt Dalberg" oder "Kämmerer von Worms, Freiherr von Dalberg". Die Familie stieg zu einer der wichtigsten und angesehendsten Adelsfamilien des Heiligen Römischen Reiches auf. Die Bekleidung von allerhöchsten Stellungen im Dienste der Kirche und des Reiches, die Funktion als Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Fürstäbte, Präsidenten des Reichskammergerichts etc. kennzeichnete den Aufstieg der Familie. Zwischen 1671 und 1817 waren 9 Dalbergs Kapitulare von Würzburg, desweiteren gibt es einen Fürstabt von Fulda. Es gab mehrere Linien, so die Linie Dalberg-Haßloch mit Besitz in Haßloch, Gabsheim, Mommenheim und Bechtolsheim (beides Ganerbschaften), die Linie Dalberg-Hernsheim mit Besitz in Mandel (Niederrhein), Essingen, Hernsheim, Abenheim, Kropsburg und natürlich die Hauptlinie Dalberg-Dalberg mit Besitz in Dalberg, Sommerloch, Oberhub, Unterhub, Wallhausen, Walderbach, Spabrücken, also insgesamt entlang des Rheines und der Nahe mit Streubesitz in Franken und Württemberg. 1654 wurde der Familie die Reichsfreiherrenwürde verliehen. Mit Maria Anna von und zu Dalberg, seit 1912 Ehefrau von Prinz Franz zu Salm und Salm-Salm, starb das Geschlecht am 22. Februar 1979 aus. Der letzte männliche Sproß einer Dalberg-Seitenlinie war Johannes von Dalberg (1909-1940).

Optisch rechts unten finden wir das Wappen der Herren von Bickenbach. Der Kopf des schildhaltenden Engels ist leider beschädigt. Die Herren von Bickenbach führen einen roten Schild mit zwei aus silbernen Rauten gebildeten Schrägbalken bzw. zwei schrägrechts gestellte Reihen silberner Rauten, wobei sich die Rauten an den Spitzen berühren. Ursprünglich finden wir aber auf ältesten Abbildungen zwei schrägrechte Zickzackbalken (Gottfried von Bickenbach 1211-1244). Helmzier ein wie der Schild bez. Adlerflug, dazwischen ein silbernes sitzendes Pferd oder Hund, das Ganze sowohl auf einem Hut als auch ohne vorkommend. Helmdecken rot-silbern.

Hessisches edelfreies Geschlecht, Stammsitz in Hessen (Bickenbach, Kanton Odenwald). Stammvater ist Konrad von Bickenbach um 1130. Der Familie herrschten mit auf den Hohenberger Burgen Homburg und Adelsberg im Main-Wern-Gebiet. Weiterhin war die Familie im Besitz der Festung Hohenberg und Würzburgischer Lehensinhaber, denn 1365 wurde der bis dahin freieigene Besitz von Dietrich von Hohenberg dem Hochstift zu Lehen aufgetragen. Zum Besitz gehörten auch die Adelssitze Klingenberg, Obersfeld, Gößheim, Schildeck, Carlsbach etc. Die Familie hatte eine große Bedeutung in kirchlichen Diensten in Worms, Trier, Fulda, Mainz. Wirtschaftlich ging es der Familie im 14. und 15. Jh. sehr schlecht, es kam immer wieder zu Verpfändungen von Burgen und Einkünften. 1469 wird der gesamte Besitz an Würzburg verkauft. 1497 starb das Geschlecht mit dem gesundheitlich benachteiligten Konrad von Bickenbach aus, seine Schwester Susanna heiratete erst einen Grafen von Mansfeld, dann einen Grafen von Hohenstein. Von der Familie befinden sich übrigens schöne Epitaphien im Kloster Himmelthal. Von historischer Bedeutung sind Marquart von Bickenbach, Fürstabt von Fulda 1286-1288, und Konrad von Bickenbach, Burggraf von Miltenberg (gest. 1463).

Optisch unten links befindet sich der Wappenschild der Rauhgrafen von Baumburg. Der Engel blickt steil zur Ritterfigur empor.

Raugrafen von Baumberg (Baumburg), Der Schild ist nach Gruber golden-rot gespalten. Helmzier ein gold-rot gespaltener flacher Hut, in dessen Krempe ein goldenes und ein rotes Horn stecken. Helmdecke rot-gold.Variante: 2 Federstöße.

Es handelt sich um Nachfahren eines alten Gaugrafengeschlechtes im Nahegau (Nahegaugrafen, Emichonen), welches sich im 12. Jh. in die Wildgrafen (comes silvestris) und die Raugrafen (comes hirsutus) teilte. Aus einer früheren Teilung der Nahegaugrafen entstammen übrigens die Grafen von Veldenz. Deren Herrschaftsgebiet umfaßte die Herrschaften Altenbaumberg (Stammburg, heute Baumburg bei Altenbamberg), Ruwenberg, Stolzenberg, Gebiete südlich von Kirn und um Alzey und Simmern herum. Ihnen gehörte ferner die Ebernburg (Bad Münster am Stein) und die Stolzenburg sowie die Naumburg (Bärenbach). In Simmern gehörte ihnen einst auch eine Burg. Das Geschlecht teilte sich weiter auf in eine Linie Baumberg und Stolzenberg (ausgestorben 1358, die Stolzenburg ging danach an die Herren von Bolanden). Eine weitere Linie entstand 1253 mit einer eigenen Burg, Neuenbaumberg (Burg Neubamberg). 1385 starb die Linie Altenbaumburg aus. 1457 erlosch die letzte raugräfliche Linie Neuenbaumburg. Nach dem Erlöschen der Familie kam das Gebiet größtenteils an die Pfalz, der Titel wurde später für eine morganatische Ehe wiederbelebt.

Detail: Blick auf die Ritterfigur mit hochgeschobenem Visier des Helmes und detailliert verzierter Rüstung. Die umlaufende Minuskel-Inschrift lautet: Hic pausat nobilis ac bene natus Heinricus advocatus necnon dominus in Hunolstein qui obiit in die S. Matthie anno domini MCCCCLXXX quinto more treveren. XXIV die mensis februarii cuius anima resquiescat in pace. Amen. Der 24.2.1485, der hier als Todesdatum angegeben wird, ist eigentlich der 24.2.1486, denn das Jahr ist hier "more treveren(sis)" angegeben, nach Trierer Art.

Hier begegnet uns eine eigenartige Jahresangabe, die bei bestimmten Daten um ein Jahr geringer ist als die sonstige Zählweise; zur Vermeidung von Verwechslungen wird hier darauf hingewiesen. Es geht hierbei um den Jahresanfang, unsere heutige Selbstverständlichkeit, diesen am 1. Januar festzulegen, darf nicht ohne weiteres in die Kalendergeschichte projiziert werden. Im Mittelalter gab es mehrere mögliche Jahresanfänge. Den 1.1. als Jahresanfang zu nehmen, bezeichnet man als den sog. Circumcisionsstil, im Julianischen Kalender war er in Gebrauch, und im 16. Jh. setzte sich dieser Stil in Mitteleuropa allgemein durch. In der Erzdiözese Trier und ferner auch im Bistum Metz war ein anderer Stil in Gebrauch, nämlich der Annunziationsstil, der den Jahresbeginn am 25.3. festsetzt. Dieser Stil wird auch mos treverensis, Florentiner Stil (stylus florentinus) oder auch mos anglicus genannt. Cave, es gibt sogar zwei Annunziationsstile, dieser nimmt den 25.3. nach "unserem" 1.1., ein anderer Annunziationsstil nimmt sogar den 25.3. vor "unserem" 1.1., das ist der sog. Stilus Pisanus. Bei Daten zwischen dem 1.1. und dem 24.3. kommt es also beim mos treverensis zu einem Versatz um ein Jahr bei der Zählung. Der 10. Februar 1574 more treverensi ist also im Circumcisionsstil schon der 10. Februar 1575, wobei der Februar nur in letzterem Stil der zweite Monat des Jahres ist, aber natürlich immer der Februar bleibt. Diese Stile sind übrigens nicht die einzigen, weitere Jahresanfänge je nach Land verkomplizieren den Umgang mit historischen Daten.

Eltern des Heinrich Vogt von Hunoldstein:

Großeltern:

Urgroßeltern:

Wir sehen, daß die Ahnenprobe einen Generationensprung aufweist: Anstelle des Erbach-Wappens ist hier das Raugrafenwappen angebracht. Die Raugräfin war aber nicht des Probanden Großmutter, sondern seine Urgroßmutter. So sind hier drei Wappen auf Großelternebene mit einem Wappen auf Urgroßelternebene vermengt, und das Erbach-Wappen, das eigentlich hier auftauchen müßte, fehlt. Hier gibt es eine vermutlich eine Verbindung zu einer Aufschwörungsurkunde von Friedrich von Hunoldstein zum Aspiranten am Domkapitel Trier aus dem Jahr 1437, die fehlerhaft ausgelegt wurde.

Zu Füßen des in modische Schnabelschuhe gekleideten Ritters tummeln sich in lebhafter Darstellung drei Hunde. Beliebt war es allgemein bei Rittergrabmälern, einen treuen Hund zu Füßen seines Herrn abzubilden, doch selten wirkt es so verspielt und lebhaft bewegt wie hier. Dies und die Anzahl lassen vermuten, daß hier drei kleine Welpen abgebildet sein sollen.

Literatur, Links und Quellen:
Link zum Weinort Neumagen-Dhron: http://www.neumagen-drohn.de/, http://www.neumagen-dhron.de/
Geschichte von Neumagen-Dhron:
http://www.neumagen-drohn.de/geschichte.htm und http://www.neumagen-dhron.de/index.php?pid=geschichte
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Lothringen und Nassau
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Georg Bärsch, Der Moselstrom von Metz bis Coblenz, 1841, S. 254
Toepfer II, S. 376 mit Tafel
Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, IV, Südwestdeutschland, S. 284
Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 15, Teil 1: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel, 1935, S. 275-194
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

Peterskapelle, Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (1) - Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (2) - Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (3)

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Verwendung der Aufnahmen aus der Peterskapelle mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Thomas Thielen vom 27.06.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei

© Copyright / Urheberrecht Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2012
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