Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1300
Laufenburg (Schweiz, Kanton Aargau)

Der Wasenturm in Laufenburg

Der Wasenturm ist ein altes Stadttor an der Südseite der historischen Altstadt von Laufenburg, des schweizerischen Teiles südlich des Hochrheintales. Vor 1270 wurde er erbaut als Haupttor zur Wasenvorstadt. Ein vorgelagertes, zweitürmiges Bollwerk wurde 1495 als Verstärkung hinzugefügt, dieses ist heute nicht mehr vorhanden, genausowenig wie die einst vorhandene Zugbrücke. 1581 erfolgte die Umgestaltung des Stadttores zu der Form, wie wir sie heute noch sehen. Die Mauer rechts des Tores hatte einst Anschluß an die Burgbefestigung, die Mauer links des Tores führt zum noch erhaltenen Schwertlisturm. Im 19. Jh. war das Tor Gefängnis. Über der Tordurchfahrt ist unter einem dreieckigen Gebälk ein Wappenstein eingelassen. Ein Vollwappen, unten begleitet von zwei weiteren Wappenschilden rechts und links eines Kopfes, wird flankiert von zwei Karyatiden, optisch links weiblich, rechts männlich. Beide tragen Fruchtkörbe auf ihren Häuptern. Daruber befindet sich jeweils ein einwärts gerichteter Kopf. Die Stützen zu beiden Seiten tragen jeweils ein Steinmetzzeichen.

Das zentrale Vollwappen ist das der Herzöge und Erzherzöge von Österreich, in Rot ein silberner Balken, Helmzier ein Pfauenstoß, Helmdecken rot-silbern. Begleitet wird das österreichische Wappen vom Stadtwappen von Laufenburg, in Gold ein roter Löwe. Bereits 1461 ist ein Stadtsiegel mit diesem Löwen bekannt, der sich vom Wappen der Habsburger ableitet, welches in Gold einen blau gekrönten und ebenso bewehrten roten Löwen zeigt (Grafschaft Habsburg). Im Stadtwappen ist er ungekrönt. Dieses Stadtwappen führen übrigens sowohl das schweizerische als auch das badische Laufenburg. Eng ist die Geschichte Laufenburgs mit den Habsburgern verknüpft: Graf Rudolf II von Habsburg gilt als Stadtgründer. Er baute den Ort zur Stadt aus, nachdem 1173 die Kastvogtei über das Stift an die Habsburger kam und 1207 die Burgen beiderseits des Rheins dem Kastvogt vertraglich übergeben wurden. Als Graf Rudolf II von Habsburg 1232 starb, teilten sich die Habsburger in Habsburg-Österreich und Habsburg-Laufenburg. Eine eigene Linie nannte sich nach der Stadt, wenn auch die jüngere, bedeutungsärmere und kurzlebigere, deren letzter Vertreter Hans/Johann IV, Sohn von Rudolf IV. von Habsburg-Laufenburg, 1386 die Herrschaft über Laufenburg an Leopold III. von Habsburg-Österreich (1371-1411) verkaufen mußte. Er bekam es zwar als Mannlehen wieder, doch 1408, als die Linie Habsburg-Laufenburg mit ihm erlosch, fiel Laufenburg als erledigtes Lehen an den Herzog von Österreich. Die kleine Stadt war fortan ein wichtiger vorderösterreichischer Stützpunkt und wurde als solcher 1443 von den Truppen von Bern, Solothurn und Basel belagert. Ein kleines Intermezzo gab es 1468 - 1477, da war Laufenburg an Burgund verpfändet, was sich durch den Sieg der Eidgenossen dann erledigte. Erst 1801 wurden beide Stadtteile mit der neuen Landesgrenze in der Flußmitte getrennt, und 1802 kam der südliche Teil von Laufenburg an die Schweiz.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher.
Geschichte von Laufenburg im Historischen Lexikon der Schweiz:
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D1742.php
Informationstafel am Objekt
Badische Wanderungen:
http://www.badischewanderungen.de/Laufenburg.htm?PHPSESSID=65be50492af49a41c6815d2

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