Bernhard Peter, Gernot Ramsauer und Alex Hoffmann
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1408
Nürnberg (Mittelfranken)

St. Martha in Nürnberg, Glasfenster (6)
Ottnandt-Fenster

Das sog. Ottnandt-Fenster ist das westlichste Fenster auf der Südseite des Chores. Es beginnt wegen der Sakristei etwas höher als die anderen und hat eine Zeile Glasscheiben weniger, die unterste Reihe des Fensters besteht aus Sandsteinplatten. Thematisch ist das Weltengericht in den oberen Reihen dargestellt. Man sieht Christus als Weltenrichter mit zwei Schwertern über dem Regenbogen zwischen Maria links und Johannes dem Täufer rechts in der obersten Reihe unter dem Maßwerk. In der Reihe darunter sind mit 3x 4 Personen alle 12 Apostel dargestellt, den Blick nach oben zu Christus erhoben. Die beiden darunterliegenden Reihen enthalten damit in Zusammenhang stehende Szenen, teilweise sind die Fenster durch Bänder/Ketten schräg miteinander vernetzt. Die unterste Zone beinhaltet das Stifterpaar mit ihren Wappen.

Der Stifter (auf einer Bank kniend im rechten Bild) stammt aus der Familie Ottnandt. Sein Wappen füllt prominent das mittlere Feld der Reihe und ist als Vollwappen dargestellt, von Rot und Blau geteilt mit einem silbernen Widderkopf, auf dem Helm mit rechts silbern-roten, links silbern-blauen Decken ein silberner, wachsender Widderkopf. Das Wappen wird im Siebmacher Band: Bg2 Seite: 7 Tafel: 12 beschrieben, desgleichen im Rietstap/Rolland. Er war mit einer Frau aus der Familie Schopper verheiratet, diese ist in der linken Scheibe mit ihrem Wappenschild kniend dargestellt. Wir sehen in Rot einen silbernen Balken, eine wichtige Kleinigkeit ist durch den Zahn der Zeit jedoch verlorengegangen, denn der silberne Balken ist eigentlich mit einer dreigliedrigen Kette belegt (Siebmacher Band: Bg1 Seite: 31 Tafel: 38, dort Kette golden, Schöler S. 98, Tafel 137, dort Kette schwarz), danach wäre die hier nicht dargestellte Helmzier ein wachsendes rotgekleidetes männliches Brustbild mit einem golden-befransten Harnisch und langen Ohren. Die Schopper waren im Gegensatz zu den Ottnandt ratsfähig. Sie sind 1481 erloschen.

Literatur, Links und Quellen:
Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus St. Martha mit freundlicher Erlaubnis vom Presbyterium der ev.-ref. Gemeinde St. Martha und von Herrn Pfarrer Georg Rieger vom 9.7.2010, wofür beiden an dieser Stelle ganz herzlich gedankt sei.
St. Martha, Nürnberg: http://www.stmartha.de
Geschichte von St. Martha:
http://www.stmartha.de/11661-0-281-81.html - http://www.stmartha.de/11289-0-281-81.html
Kirche St. Martha:
http://www.stmartha.de/11273-283-281-81.html
Epochen der Baukunst:
http://baukunst-nuernberg.de/epoche.php?epoche=Gotik&objekt=Marthakirche
Ursula Meyer-Eisfeld: Die Glasmalerei in der St. Martha-Kirche zu Nürnberg: Ein Führer durch die Inhalte, Edelmann, 2000, ISBN 978-3-87191-291-7.
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere der Band Bayern
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener / Bauer Raspe, Neustadt an der Aisch, 3. Aufl. 1999, Nachdruck 2002, ISBN 3-87947-112-6

Peter Fleischmann, Rat und Patriziat in Nürnberg. Nürnberger Forschungen, Einzelarbeiten zur Nürnberger Geschichte, herausgegeben vom Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg. Bände 31/1, 31/2, 21/3 (Stammbäume) und 31/4. VDS Verlagsdruckerei Schmidt, Neustadt an der Aisch. ISBN 978-3-87191-333-4.
Barbara Schenck: Die evangelisch-reformierte Gemeinde St. Martha in Nürnberg, 2000
Nürnberger Patriziat im Historischen Lexikon Bayerns:
http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45240

St. Martha: Waldstromer-Fenster - St. Martha: Groß-Fenster - St. Martha: Rieter-Fenster - St. Martha: Stromer-Fenster - St. Martha: Wappen-Medaillons - St. Martha: Ottnandt-Fenster - St. Martha: Schürstab-Fenster - St. Martha: Kirchenpforte

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