Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1701
Babenhausen (Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg)

Schloß Babenhausen

Schloß Babenhausen im Süden der gleichnamigen Kleinstadt ist eine große, quadratische Vierflügelanlage rings um einen Innenhof, der mehrere Treppentürme enthält. Die vier Ecken des Schlosses weisen in jeweils eine Himmelsrichtung. Das Schloß geht auf eine mittelalterliche Burg vom Kastelltyp zurück, erst der Herren von Münzenberg, die um 1190 den großen Palas erbauten, dann nach deren Aussterben der Grafen von Hanau, ab 1458 speziell der Linie Hanau-Lichtenberg, wobei Philipp IV. und Philipp V. von Hanau-Lichtenberg um 1570-80 das Schloß im Stile der Renaissance ausbauten. 1736 kam die Anlage nach dem Aussterben der Grafen von Hanau-Lichtenberg an die Landgrafen von Hessen-Kassel. Das heute in Privatbesitz befindliche Anwesen in einem weitläufigen, verwilderten Park wird umgeben von einer fast quadratisch angelegten Wehrmauer mit vier runden Batterietürmen an den Ecken. Insgesamt drei konzentrisch angelegte Wassergräben sicherten einst die vor den Toren der Stadt gelegene Anlage zusätzlich gegen Angriffe.

 

Die nach Norden führende Zufahrtsstraße trifft auf ein dreistöckiges Torhaus aus dem 16. Jh. mit Mansarddach aus dem 18. Jh. und mit hinterrücks angebautem Treppenturm und mit einem undatierten Wappenstein an der Außenseite zwischen erstem und zweitem Obergeschoß. Zum Zeitpunkt des Besuches wurde der Torbau gerade renoviert, was übrigens für die gesamte Anlage dringend notwendig erscheint. Das zwischen 1504 und 1538, vermutlich 1525 entstandene Allianzwappen zeigt rechts das gewendete Wappen Hanau-Lichtenberg, geviert, Feld 1 und 4: nicht mehr zu erkennen, vermutlich die drei roten Sparren von Hanau in goldenem Feld, Feld 2 und 3: ein Löwe (Lichtenberg, Bord fehlt), Helmzier ein wachsender, auffliegender, silberner Schwan (Hanau), und links das von Baden, geviert, Feld 1 und 4: in Gold ein roter Schrägrechtsbalken (Baden), Feld 2 und 3: nicht mehr zu erkennen, vermutlich das Schach von Sponheim, auf dem gekrönten Helm ein Pfauenstoß (cum grano salis, Sponheim) zwischen zwei rot und golden tingierten Steinbockshörnern. Vier kleine Schilde in den Ecken lassen keine Inhalte mehr erkennen.

Die Schildinhalte sind teilweise kaum noch zu erkennen, die Kleinode erlauben jedoch die Zuordnung. Philipp III. Graf v. Hanau-Lichtenberg (18.10.1482-15.5.1538), 1504 zu Babenhausen, Lichtenberg, Buchsweiler und Neuweiler, 1522 zu Willstadt, hatte Sibylle v. Baden (26.4.1485-10.7.1518) geheiratet, das würde zu dem Stein passen. Weitere Wappensteine sind in der Durchfahrt (Rodenstein und Geiling, Boineburg und Schelm von Bergen) und am Schloß selbst.

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben
Schloß Babenhausen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Babenhausen
Schloß Babenhausen: Beschreibung bei G. Ulrich Großmann, hessische Renaissance-Schlösser:
http://www.gnm.de/fileadmin/redakteure/Museum/pdf/GUGrossmann_Hessische_Renaissanceschloesser_2004-kleiner.pdf
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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