Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1937
Graach an der Mosel (Landkreis Bernkastel-Wittlich)

Graach, Hauptstraße 128

Nicht zu verwechseln mit dem Klosterhof "Josefshof" nordwestlich des Ortes in freiem Gelände, befindet sich das "Hotel zum Josefshof" inmitten des alten Ortskernes an einer Ecke der Hauptstraße (Nr. 128). An einem seitlichen, rechteckigen Portal mit flachen, kannelierten Pfeilern, das im verzierten Sturz mit der aufgemalten Jahreszahl 1615 bezeichnet ist, sind zwei Wappen im Gebälk angebracht. Beide sind bürgerliche Wappen vom Typus der mit Initialen personalisierten Hausmarkenwappen.

Das heraldisch rechte Wappen zeigt auf rotem Feld einen Kreuzkopfschaft mit Pfahlgöpelfuß, beseitet von drei (2:1) Sternen. Die Initialen im Schild "I-S" stehen für Johann(es) Schunck (Schunk) aus einer alteingesessenen Graacher Familie. Das heraldisch linke Wappen zeigt in blauem Feld einen Schaft mit einer Kreuzkopfsprosse und einer Fußkreuzsprosse, wobei die Marke wesentlich dicker ist als die des Nachbarschildes. Die Initialen "AM-M" stehen für Anna Maria Meyer, Ehefrau des vorgenannten Johann(es) Schun(c)k.

Die aufgemalte Jahreszahl paßt nicht zu den Wappen, denn Johann(es) Schunck (Schunk) wurde gem. G. J. Meyer um 1640 geboren und verstarb am 29.7.1690. Ca. 1661 fand die Heirat mit Anna Maria Meyer statt. Beide hatten mehrere Kinder, Gerhard Schunk (geb. 1662), Johann (geb. 1664, starb früh), Matthias (geb. 1666), Eva (geb. 1668), Anna Elisabeth (geb. 1669), Johann (geb. 1671) und Anastasia (geb. 1674). Anna Maria verstarb am 16.11.1675.

Ein weiteres Wappen für dieses Ehepaar findet sich in der Graacher Kirche, aber in unterschiedlicher Darstellung. Gleich sind in dem gespaltenen Schild nur die Initialen und die Schildfarben. Die Marke des Schunck-Wappens steht dort auf einer herzförmigen Einrahmung, die im oberen Teil zwei Ovale mit den Initialen und im unteren Teil den dritten Stern einschließt. Das hintere Feld für die Ehefrau hat dort aber nur die Initialen ohne die doppelkreuzförmige Marke. Ein Johann Schunk junior ließ weiterhin das Hausmarkenwappen über dem Eingang zum Schunkenheiligenhäuschen einmeißeln.

Literatur, Links und Quellen:
Paul Clemen, Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 15, Abt. 1, Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel, 1935, S. 192-198
Hotel zum Josefshof:
http://www.hotel-zum-josefshof.de/
Georg Jakob Meyer, Hausmarken und Wappen aus dem moselländischen Raum, Band 3, Wappen bürgerlicher Familien aus dem Raum Trier, Trier 1963, S. 62a.

Josefshof - Mattheiserhof / Schulhaus

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