Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2046
Uffenheim (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken)

Das Schloß Uffenheim

Im Südwesten der Altstadt von Uffenheim befindet sich innerhalb einer Parkanlage das ehemalige Schloß (Schloßplatz 1). Die unregelmäßig wirkende Anlage besteht aus einem geschlossenen Block im Norden, dreistöckig auf unverputztem Sockel sich erhebend und einen rechteckigen Innenhof einschließend. An diesem Teil sieht man deutlich, daß das Uffenheimer Schloß auf eine mittelalterliche Wasserburg zurückgeht. Die Wassergräben sind jetzt trockengelegt und haben einem Wiesengrund Platz gemacht. Eine solche Wasserburg, damals in Besitz der Grafen von Hohenlohe, wird 1269 erwähnt. 1378 kam die Burg Uffenheim dann an Friedrich von Hohenzollern, Burggraf von Nürnberg. 1462 wurde nach einem Brand ein Neubau errichtet.

Dieser Neubau brannte aber im 17. Jh. erneut ab, und der Wiederaufbau der Anlage erfolgte im Stile des 17. und 18. Jh. als barockes Schloß. Zwei ungleich lange Flügel stoßen vom nördlichen Block ausgehend nach Süden vor, am westlichen der beiden ist das vorspringende Torhaus angesetzt, das im Kern aus der Mitte des 15. Jh. stammt. Im Süden schließt ein über die ganze Breite reichender Querflügel den Bau ab und bildet einen zweiten Innenhof hinter dem Torhaus. Dieser Südflügel stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jh. Der Nordflügel stammt aus der Zeit von 1737-1752. Im Norden und im Westen ist der dreiachsige Mittelteil jeweils risalitartig hervorgehoben und durch Lisenen markiert. Das Erdgeschoß und das zweite Obergeschoß sind wesentlich höher als das eingeschobene erste Obergeschoß, was der Fassade eine unharmonische Fenster-Gliederung in der Vertikalen gibt. Nachdem Uffenheim an Bayern gekommen war, wurde im Schloß ein Königlich Bayerisches Rentamt und ein Landgericht eingerichtet, seit 1861 Bezirksamt und Amtsgericht, ersteres bis 1972, letzteres bis Anfang des 20. Jh. Danach kam das Finanzamt als Nutzer. Renovierungen erfolgten in den 60er-Jahren und 1986. Im Jahre 2006 wurde das Schloß wegen Feuchtigkeit etc. noch einmal gründlich renoviert und saniert, dabei wurde auch ein unpassender Anbau aus den 50er-Jahren abgerissen, und seit 2009 wird das Schloß wieder weiter als Behördensitz genutzt, es beherbergt eine Zweigstelle des Landratsamtes und einen Teil des Finanzamtes, das auch den 2003-2005 errichteten Neubau gegenüber nutzt, in den es zwischenzeitlich wegen der Renovierung gänzlich umgezogen war. Eine Innenbesichtigung ist wegen der Behördennutzung nicht vorgesehen.

Das Torhaus im Westen der Anlage ist der einzige Zugang zum Schloß. Es wurde zwar barockisiert, und das Obergeschoß mit seinen drei großen Fenstern wirkt nicht mehr verteidigungsbereit, stammt aber im Kern aus dem 15. Jh., wie man an der spitzbogigen Durchfahrt mit einem rechteckigen Falz als Zugbrückenanschlag und den beiden Seilrollen zur Zugbrückenbedienung sehen kann. Heute ist der Dammweg fest gemauert. In dem Bogenfeld über der Durchfahrt ist ein Wappenstein der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach angebracht, der aber aus der Zeit der Barockisierung stammt.

Der Schild ist zweimal gespalten und viermal geteilt und enthält 14 Inhalte, davon 4 Adler und 4 Greifen:

In dieser Form ist das Wappen später als 1648, weil Rügen nicht mehr enthalten ist, dafür aber das Feld für Minden bereits geführt wird, und es ist vor 1703 entstanden, weil damals das Feld für Cammin korrigiert wurde und außerdem die mecklenburgischen Felder Einzug hielten. Der Schild wird hier anstelle einer Helmgalerie von einem Fürstenhut bedeckt.

Literatur, Links und Quellen:
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Landesfürsten
Schlösser und Burgen in Mittelfranken, von Ruth Bach-Damaskinos, Jürgen Schabel, Sabine Kothes. Hofmann Verlag Nürnberg, ISBN 3-87191-186-0, S. 174
Finanzamt Uffenheim, Geschichte:
http://www.finanzamt.bayern.de/Uffenheim/Ueber_uns/Geschichte/default.php?f=Uffenheim&c=n&d=x&t=x

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