Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2152
Assenheim (zu Niddatal, Wetteraukreis)

Altes Rathaus (Wirtsgasse 1)

Wo sich die Wirtsgasse und die Hauptstraße treffen, ist ein kleiner Platz entstanden, an den das historische Fachwerk-Rathaus von Assenheim grenzt. Das zweistöckige Gebäude, welches um 1610 errichtet wurde und um 1882 umgestaltet wurde, wird an seiner Ostseite überragt von einem schlanken, hölzernen Dachreiter mit Spitzhelm und vier seitlichen Giebeln, und auf den Dachflächen setzen spitzbehelmte Gauben vertikale Akzente. Die genannten Elemente sind aber im wesentlichen ein Produkt des vorerwähnten Umbaus.    

Auf der östlichen Stirnseite des Gebäudes ist das Stadtwappen von Assenheim über dem Portal zu sehen, in Silber ein roter Turm mit zwei seitlich angebauten Scharwachtürmchen, alle Dächer blau, auf dem mittleren Dache ein goldenes Kreuz, Tor und Fenster in der hier vorliegenden Farbfassung golden. Das Wappen wird umrahmt von dem kreisförmig angeordneten Schriftzug "ASSENHEIMER STADT WAPFFE" und ist auf 1744 datiert. Das Stadtwappen von Assenheim wird beschrieben im Siebmacher Band: St Seite: 1 Tafel: 1, dito Band: St Seite: 25 Tafel: 50. Assenheim bekam kurz vor 1275 Stadtrechte, und aus dieser Zeit stammen die ältesten Siegel, die bereits den Turm als Symbol der Stadtrechte tragen. Seitdem ist die Führung dieses Symbols überliefert. Assenheim ist seit der Eingemeindung in Niddatal im Jahre 1970 keine selbständige Stadt mehr. Es konnte jedoch sein Stadtwappen dem vergrößerten Gemeinwesen hinterlassen, denn Niddatal hat das Assenheimer Stadtwappen unverändert übernommen.

Auch wenn sich das Stadtwappen über dem Portal harmonisch in das Bauwerk einfügt, als wäre es schon immer hier gewesen, ist dem tatsächlich nicht so: Das angegebene Jahr ist nicht nur nachbauzeitlich, sondern der Stein wurde nie für dieses Gebäude angefertigt. Es handelt sich vielmehr um eine später hier zweitverwendete Spolie, die von der einstigen steinernen Fassung des Marktbrunnens stammt und hier um 1882 an passender Stelle wiederverwendet wurde.

Literatur, Links und Quellen:
Wirtsgasse 1: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=6388&session=1274202&event=Query.Details
Wappen von Assenheim und Niddatal:
http://ngw.nl/heraldrywiki/index.php?title=Assenheim_(Niddatal)
K. Stadler, Deutsche Wappen - Bundesrepublik Deutschland, Angelsachsen Verlag, 1964-1971

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