
Bernhard
Peter
Wappen der
Bamberger Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Bamberger Fürstbischöfe
Teil (4): AD 1746-1808
Johann
Philipp Anton Freiherr von Franckenstein (1746-1753)

Bildbeispiel:
Gößweinstein, Pfarrhaus
Das Wappen ist zweimal geteilt und zweimal
gespalten, an Position 5 liegt ein Herzschild auf:
- Hauptschild: zweimal geteilt und
zweimal gespalten
- Feld 1 und 9: In Gold drei mit
den Stielen dreipaßförmig zusammengestellte
Kleeblätter oder herzförmige Blätter, das ist
das Wappen des erloschenen Geschlechtes von Klee
(von Clee, von Cleen)
- Feld 2 und 8: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 3 und 7: In Blau ein
silberner - hier goldener - Helm, Helmzier ein
silberner Schwan mit ausgebreiteten Flügeln, die
jeweils mit einer zweisprossigen schwarzen Leiter
belegt sind, alternativ rote Flügel, mit zwei
schwarzen Pfählen belegt, diese von zwei
goldenen Balken bedeckt, hier ganz silbern.
- Feld 4 und 6: In Gold ein
roter Balken, oben von drei roten Rosen mit
goldenem Butzen begleitet.
- Herzschild: In Gold ein
schräggestelltes rotes Beileisen mit quergestellter
Stielöffnung, aber ohne Stiel (auch als Schabeisen
bezeichnet oder nur als Axt, dann stünde die
Grifföffnung aber falsch; im Grunde wäre es eine
Queraxt ohne Stiel). Stammwappen der Herren von
Franckenstein
Es handelt sich bei den Feldern 3/7 und 4/6
um eine verändernde Übernahme des Wappens derer von
Sachsenhausen, die einen gevierten Schild führten:
- Feld 1 und 4: in Blau ein Helm,
Helmzier ein wachsender silberner Schwan mit erhobenen
Flügeln
- Feld 2 und 3: in Gold ein roter
Balken, oben von einem grünen Rosenbusch mit drei roten
Rosen und grünen Blättern begleitet
Dieses Wappen ist an einem Epitaph in der
Kirche St. Kastor zu Koblenz zu sehen (Doppelgrabmal des
Friedrich von Sachsenhausen (gest. 1411, Koblenzer Amtmann) und
seiner Frau Sophie Schenk von Liebenstein). Die Angabe im
Siebmacherschen Wappenwerk "Feld 2, 3, 4 und 5 zu
Sachsenhausen, welche jedoch den Schwan ohne Helm und keine Rosen
führten" ist damit widerlegt.
Dazu gehören theoretisch folgende
mögliche Helmzieren (alternativ oder zusätzlich die
Bischofsmütze, ein Fürstenhut oder die Kaiserkrone):
- Helm 1: Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- Helm 2: Ein Flug, beiderseits mit
einem schräggestellten roten Beileisen mit
quergestellter Stielöffnung belegt, mit den Klingen
einander zugeneigt. Helmdecken rot-golden. Stammkleinod
von Franckenstein.
- Helm 3: Flug, von Schwarz und Gold
geteilt, oben mit silbernen Kleeblättern bestreut, unten
mit drei mit den Stielen dreipaßförmig
zusammengestellten Kleeblättern oder herzförmigen
Blättern belegt. Davor ein blauer Pfauenkopf und -Hals.
Kleinod von Clee.
- Helm 4: Ein silberner Schwan mit
ausgebreiteten Flügeln, die jeweils mit einer
zweisprossigen schwarzen Leiter belegt sind, alternativ
rote Flügel, mit zwei schwarzen Pfählen belegt, diese
von zwei goldenen Balken bedeckt, oder auch ganz silbern
gestrichen unter Vernachlässigung dieser Details.
Kleinod von Sachsenhausen. Helmdecken blau-silbern.
Meist jedoch wird auf Helme zugunsten der
Kaiserkrone oder der fürstbischöflichen Kopfbedeckung
verzichtet, hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert und
Krummstab.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp
Anton Freiherr von Franckenstein (1746-1753)
- Gößweinstein, Pfarrhaus
- Memmelsdorf, Schloß Seehof,
Gärtnerwohnung
- Ullstadt, Schloß, beide Seitenflügel
und am Toreingang, insgesamt 10 Darstellungen
Franz
Konrad Graf von Stadion und Thannhausen (1753-1757)

Bildbeispiel: Bamberg, altes
Rathaus.
Das Wappen ist geteilt und zweimal
gespalten, dazu ein Herzschild.
- Hauptschild: geteilt und zweimal
gespalten
- Feld 1 und 6: In Schwarz 3
(2:1) goldene Tannenzapfen (Thannhausen, 1708)
- Feld 2 und 5: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 3 und 4: In Silber ein
rotes Kreuz
- Herzschild: In Schwarz drei goldene
Wolfsangeln (Wolfsanker) mit der Öse nach unten und
übereinander gestellt. Stammwappen der Grafen von
Stadion
Zu diesem Wappen gehören theoretisch vier
Helme mit folgenden Helmzieren:
- Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- goldener Tannenzapfen (von
Thannhausen), Helmdecken schwarz-golden.
- ein schwarzes, golden gestreiftes oder
schwarz-golden gewecktes Kissen, darauf eine goldene
Wolfsangel (ein goldener Wolfsanker), mit dem Ring
aufwärts, in dem ein Pfauenstoß steckt (von Stadion),
Helmdecken schwarz-golden.
- ein schwarzer Adlerflug. Helmdecken
rot-silbern.
Meist jedoch wird auf das Oberwappen
zugunsten der Bamberger Kaiserkrone oder der fürstbischöflichen
Kopfbedeckung verzichtet, hinter dem Schild schräggekreuzt
Schwert und Krummstab, oder dieselben auch in phantasievoller
Anordnung wie im obigen Bsp.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Franz Konrad Graf
von Stadion und Thannhausen (1753-1757)
- Bamberg, Altes Rathaus
- Buttenheim, Pfarrkirche St.
Bartholomäus
Adam
Friedrich von Seinsheim (1757-1779)

Photobeispiel: Bad
Kissingen-Hausen, obere Saline
Von 1755-1757 ist er Bischof
nur von Würzburg. Die Personalunion der Hochstifte Würzburg und
Bamberg galt 1757-1795. Ab 1757 gibt es von diesem Bischof nur
kombinierte Wappen Seinsheim/Würzburg/Bamberg. Das Wappen ist
geviert mit wiederum geviertem Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: Stammwappen von
Seinsheim
- Feld 1 und 4: Hier 5x silbern-blau gespalten,
aber auch als 6x, 7x, 8x, 9x gespalten
beschrieben, man hat wohl von einer erheblichen
Toleranzbreite auszugehen, Stammwappen Seinsheim
- Feld 2 und 3: In Gold eine golden gekrönte
schwarze springende Wildsau (Wappen von Sünching
(ausgestorben), das um das Wappen von Sünching
vermehrte Wappen wurde ab dem Freiherrendiplom
vom 2.3.1580 geführt).
Zu diesem Wappen würden theoretisch
folgende drei Helmzieren gehören:
- Helm 1: Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- Helm 2: Ein wachsender bärtiger
Männerrumpf, rot gewandet mit silbernem Kragen, auf dem
Kopf ein roter Spitzhut mit silbernem Stulp und goldener
Troddel (Stammhelm Seinsheim). Helmdecke blau-silbern.
- Helm 3: Auf dem gekrönten Helm die
Wildsau springend, Helmdecken schwarz-golden (Helm von
Sünching).
Meist jedoch wird auf das Oberwappen
zugunsten der Kaiserkrone oder der fürstbischöflichen
Kopfbedeckung verzichtet, hinter dem Schild schräggekreuzt
Schwert und Krummstab.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Adam Friedrich von
Seinsheim (1757-1779)
- Bamberg, St. Jacob, Portal
- Hollfeld, Rathaus
- Kirchehrenbach, Pfarrkirche
- Kissingen, obere Saline
- Memmelsdorf, Schloß Seehof:
Haupteingang und Kaskade
- Scheßlitz, Pfarrhaus
Franz
Ludwig von Erthal 1779-1795

Bildbeispiel: Pfarrkirche in
Hollfeld (Oberfranken, Landkreis Bayreuth)
Er war gleichzeitig Bischof
von Würzburg und Bamberg (Personalunion der Hochstifte Würzburg
und Bamberg 1757-1795), deshalb gibt es von ihm nur Wappen mit
beiden Bistümern gleichzeitig: Das Wappen ist geviert mit
wiederum geviertem Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: Stammwappen von
Erthal, es wurde nicht
nachträglich geviert.
- Feld 1 und 4: In rot zwei silberne Balken
- Feld 2 und 3: ledig und blau tingiert
Die Helmzier des Stammwappens auf dem
gekrönten Helm wäre ein in den Schildfarben tingiertes Paar
Büffelhörner, die Helmdecken wären rot und silbern.
Meist jedoch wird auf das Oberwappen
zugunsten der fürstbischöflichen Kopfbedeckung verzichtet,
hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert und Krummstab.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Franz Ludwig von
Erthal 1779-1795
- Hollfeld, Pfarrkirche
- Memmelsdorf, Schloß Seehof,
Schweitzerei
- Scheßlitz, Pfarrhaus
Christoph
Franz von Buseck 17951802
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Gold ein rotbewehrter
und rotgezungter, schwarzer Löwe, überdeckt von einer
silbernen Schrägleiste, Hochstift Bamberg.
- Feld 2 und 3: In Gold ein schwarzer
Widderkopf, z. T. mit roten oder goldenen Hörnern und
Zunge dargestellt, manchmal als "abgerissen"
bezeichnet (Stammwappen von Buseck)
Dazu gehören theoretisch folgende
mögliche Helmzieren:
- Helm 1: Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- Helm 2: ein schwarzer Widderkopf, z.
T. mit roten oder goldenen Hörnern und Zunge
dargestellt, zwischen einem offenen roten Flug, dessen
jeder Teil von einem schwarz-silbern geschachten Balken
und darüber schwebendem dreilätzigen Turnierkragen
belegt ist. Helmdecken schwarz-golden. Kleinod von
Buseck.
Tatsächlich wird das Wappen mit
Kaiserkrone, Vortragekreuz, Schwert und Krummstab geführt.

Bildbeispiel: Kronach,
Salzbau, Fronveste
Georg
Karl von Fechenbach 1805-1808
Aufhebung der Personalunion
der Hochstifte Würzburg und Bamberg 1795. 1802 Niederlegung der
Würzburger Ämter. 1805 Wahl zum Bischof von Bamberg als
Nachfolger seines Onkels: Das Wappen ist 1805-1808 geviert mit
wiederum geviertem Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: In Silber ein
schwarzes Steinbockshorn, Stammwappen von Fechenbach
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger
Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde
Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger
Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Siebmachers Wappenbücher, Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte,
Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich
1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard
Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag
2007, ISBN 978-3-7954-1637-9

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