
Bernhard
Peter
Wappen der
Eichstätter Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Eichstätter Fürstbischöfe
Teil (2): AD 1552-1705
Eberhard
II. von Hirnheim (15521560)
Das Wappen von Hirnheim
(Hürnheim) ist geviert mit Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Rot ein
silberner aufrechter Krummstab (Bischofsstab),
Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber ein
rotes Hirschgeweih. Stammwappen der Hauptlinie
von Hirnheim.
- Herzschild: Kreuz auf Stufen
(ungeklärt)
Zwei Helme:
- Helm 1: auf einem Kissen ein
wachsender behandschuhter Arm, in der Faust einen
silbernen Krummstab haltend. Helmdecken rot-silbern
(Hochstift Eichstätt)
- Helm 2: ein Paar silberne
Büffelhörner, außen mit Pfauenfedern besteckt.
Helmdecken rot-silbern. Stammkleinod von Hirnheim.

Bildbeispiel: Dom
zu Eichstätt, Grabdenkmal im Willibaldschor
Martin
von Schaumberg (15601590)
Variante 1: Das
Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: in Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: von Silber, Rot und Blau
halbgespalten und geteilt, Stammwappen von Schaumberg.
Mögliche Helme:
- ein wachsender behandschuhter Arm, in
der Faust einen silbernen Krummstab haltend. Helmdecken
rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- ein Mannesrumpf (Heidenrumpf), das
Gewand schwarz-silbern gespalten, der Kopf mit einer nach
vorn gebogenen, roten, silbern gestulpten Spitzmütze
bedeckt, das Ganze aber auch in verschiedenen
Tingierungen vorkommend. Helmdecken schwarz-silbern, oder
rechts blau-silbern, links rot-silbern (je nach Quelle,
Diskussion der Varianten im Kapitel Strössendorf).
Variante 2: Wappen des
Hochstifts und der Familie separat:

Bildbeispiel: Collegium
Willibaldinum in Eichstätt, oben Hochstift Eichstätt, unten die
Bischöfe Schaumberg und Westerstetten. Bemalung größtenteils
unrichtig, insbesondere die grünen Helmdecken.
Kaspar
von Seckendorff (15901595)
Das Wappen des Bischofs Kaspar
von Seckendorff (15901595) ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber zwei zu einer
Acht verschlungene rote Lindenzweige mit nach außen
gekehrten Blättern.
Helme:
- Helm 1: auf einem Kissen ein
wachsender behandschuhter Arm, in der Faust einen
silbernen Krummstab haltend. Helmdecken rot-silbern
(Hochstift Eichstätt)
- Helm 2: Die Helmzier ist ein roter,
silbern oder wie hier in Hermelin gestulpter niedriger
Hut, mit schwarzen Hahnenfedern besteckt. Der Hut ist
hinsichtlich seiner Form sehr variabel. Die Helmdecken
sind rot-silbern (von Seckendorff)

Bildbeispiel: Dom zu
Eichstätt, Seckendorff-Altar
Johann
Conrad von Gemmingen (15951612)
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Blau zwei goldene
Balken, Stammwappen von Gemmingen.
Helme:
- Helm 1: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 2: zwei wie der Schild bez. Büffelhörner,
Helmdecken blau-golden. Stammkleinod
von Gemmingen.
Johann
Christoph von Westerstetten (16121636)
Variante 1: Als
Allianzwappen zwischen Hochstiftswappen und Familienwappen
dargestellt:
- Rechts: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Links: Von Silber, Rot und Blau
(Siebmacher, Schöler) oder von Rot, Silber und Blau
halbgespalten und geteilt. Stammwappen von Westerstetten.

Bildbeispiel:
Willibaldsburg, Torbau
Variante 2: Das
Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: Von Silber, Rot und Blau
(Siebmacher, Schöler) oder von Rot, Silber und Blau
halbgespalten und geteilt. Stammwappen von Westerstetten.
Mögliche Helme:
- Helm 1: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 2: Helmzier ein roter Flug,
besät mit silbernen Lindenblättern. Helmdecken
rot-silbern oder rot-silbern und blau-silbern.
Stammkleinod von Westerstetten.

Bildbeispiel:
Willibaldsburg, oberer (innerer) Eingang zum äußeren Tor
Marquard
II. Schenk von Castell (16361685)
Variante 1: Das
Wappen ist ein zusammengestelltes Wappen aus zwei separaten
Schildkartuschen (Beispiel: Festungsmauern der Willibaldsburg):
- Heraldisch rechter Schild: In Rot ein
silberner aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift
Eichstätt
- Heraldisch linker Schild: In Silber
ein rotes Hirschgeweih (Stammwappen Schenk von Castell)
Variante 2: Das
Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber ein rotes
Hirschgeweih (Stammwappen Schenk von Castell)
Mögliche Helme (auch nur mit der Inful zu
sehen):
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: Auf gekröntem Helm zwei rote
Hirschstangen (Stammkleinod Schenk von Castell)
Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab
und Schwert.
Variante 3: Das Wappen ist
geviert mit Herzschild:
- Hauptschild: Wappen Schenk von
Castell:
- Feld 1 und 4: In Silber ein
rotes Hirschgeweih (Stammwappen Schenk von
Castell)
- Feld 2 und 3: In Silber zwei
rote Löwen übereinander, meist
einwärtsschreitend dargestellt (Schenk von
Landeck)
- Herzschild: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: Auf gekröntem Helm zwei rote
Hirschstangen (Stammkleinod Schenk von Castell)
- Helm 4: Auf gekröntem Helm ein
wachsender Mannesrumpf ohne Arme, rot gewandet und
barhäuptig (Schenk von Landeck).
Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab
und Schwert.

Bildbeispiel: Eichstätt,
Dompropstei
Johann
Euchar Schenk von Castell (16851697)
Das Wappen ist geviert mit
Herzschild:
- Hauptschild: Wappen Schenk von
Castell:
- Feld 1 und 4: In Silber ein
rotes Hirschgeweih (Stammwappen Schenk von
Castell)
- Feld 2 und 3: In Silber zwei
rote Löwen übereinander, meist
einwärtsschreitend dargestellt (Schenk von
Landeck)
- Herzschild: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: Auf gekröntem Helm zwei rote
Hirschstangen (Stammkleinod Schenk von Castell)
- Helm 4: Auf gekröntem Helm ein
wachsender Mannesrumpf ohne Arme, rot gewandet und
barhäuptig (Schenk von Landeck).
Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab
und Schwert.
Die beste mir bekannte Wappendarstellung
befindet sich an Schloß Hofstetten bei Eichstätt.
Johann
Martin von Eyb (16971704)
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber drei (2:1)
rote Jakobsmuscheln (Pilgermuscheln), Stammwappen von Eyb
Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: ein wachsender Pfau mit
goldenem Halsband. Der Pfau kann farblich variieren,
meistens ist aber der Rumpf grün oder blau bzw.
"natürlich", die Flügel aber silbern, als
wären sie Schwanenflügel. Helmdecken rot-silbern.

Bildbeispiel: Eichstätt,
Residenz
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte,
Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich
1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard
Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag
2007, ISBN 978-3-7954-1637-9

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Veröffentlichung
der Innenaufnahmen aus dem Eichstätter Dom und dem Mortuarium
mit freundlicher Erlaubnis des Herrn Domkapitular Manfred Winter,
Summus Custos, als Vertreter des Bischöflichen Ordinariats
Eichstätt, vom 07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich
gedankt sei.
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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