
Bernhard
Peter
Wappen der
Eichstätter Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Eichstätter Fürstbischöfe
Teil (3): AD 1705-1905
Johann
Anton I. Knebel von Katzenelnbogen (17051725)
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber ein rotes
Schildchen, im rechten Obereck begleitet von einem
schwarzen Ring, Stammwappen der Knebel von Katzenelnbogen
Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: Helmzier ein rotes und ein
silbernes Eselsohr. Helmdecken rot-silbern. Stammkleinod
der Knebel von Katzenelnbogen.

Bildbeispiel: Eichstätt,
Kloster der Augustiner-Chorfrauen de Notre Dame
Franz
Ludwig Freiherr Schenk von Castell (17251736)
Das Wappen ist geviert mit
Herzschild:
- Hauptschild: Wappen Schenk von
Castell:
- Feld 1 und 4: In Silber ein
rotes Hirschgeweih (Stammwappen Schenk von
Castell)
- Feld 2 und 3: In Silber zwei
rote Löwen übereinander, meist
einwärtsschreitend dargestellt (Schenk von
Landeck)
- Herzschild: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 3: Auf gekröntem Helm zwei rote
Hirschstangen (Stammkleinod)
- Helm 4: Auf gekröntem Helm ein
wachsender Mannesrumpf ohne Arme, rot gewandet und
barhäuptig. Stammkleinod der Schenk von Landeck.
Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab
und Schwert.

Bildbeispiel: Eichstätt,
ehemalige fürstbischöfliche Regierung und Kanzlei
Johann
Anton II. Freiherr von Freyberg (17361757)
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: Von Silber und Blau
geteilt, unten 3 (2:1) goldene Kugeln, Stammwappen von
Freyberg-Hopferau. Die Kugeln werden auch als
"Eidotter" (sic) blasoniert.
Helme (auch nur mit der Inful vorkommend):
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Inful.
- Helm 2: Auf einem Kissen ein
Fürstenhut
- Helm 3: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 4: Helmzier ein Stoß silberner
und blauer Straußenfedern. Helmdecken blau-silbern.
Stammkleinod von Freyberg.

Bildbeispiel: Eichstätt,
Waisenhaus
Raymund
Anton Graf von Strasoldo (17571781)
Auch Strassoldo. Das Wappen
ist geviert mit Mittelschild und Herzschild
- Hauptschild:
- Feld 1: In Gold ein schwarzer,
golden gekrönter, golden bewehrter und rot
gezungter Doppeladler
- Feld 2 und 3: in Gold das
Brustbild einer Mohrin mit silberner Stirnbinde
mit abflatternden Bändern sowie roten Ohrringen
- Feld 4: In Gold sechs
fächerförmig gestellte Straußenfedern,
abwechselnd schwarz und silbern.
- Mittelschild: Von Gold und Schwarz
fünfmal geteilt (zu 6 Plätzen).
- Herzschild: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
Helme:
- Helm 1: ein wachsender behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 2: Auf einem roten Kissen eine
Inful
- Helm 3: Auf gekröntem Helm ein
schwarzer, gekrönter Doppeladler stehend
- Helm 4: auf gekröntem Helm sechs
Straußenfedern, abwechselnd schwarz und golden
- Helm 5 und 6 (die beiden äußersten):
Jeweils auf gekröntem Helm eine wachsende Mohrin mit
silberner Stirnbinde, beide Figuren halten ein Band mit
der Inschrift "Intima candent"
Schildhalter: Zwei Mohren, von denen der
heraldisch rechte einen schräggerichteten Krummstab, der
heraldisch linke ein schräggerichtetes Schwert hält. Das Wappen
wird auch mit fürstlichem Wappenmantel und mit Fürstenhut
dargestellt. Hinter dem Schild ein aufrechtes Kleeblattkreuz.
Johann
Anton III. Freiherr von Zehmen (17811790)
Das Wappen besteht aus Hauptschild und
Herzschild:
- Hauptschild: Schwarz-silbern geschacht
mit zwei blauen Balken. Stammwappen von Zehmen.
- Herzschild: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
Vier Helme sind auf dem Wappen zu sehen:
- Helm 1: auf einem roten Kissen eine
Inful
- Helm 2: auf einem Kissen ein
Fürstenhut
- Helm 3: ein eigentlich wachsender
(hier mit dem Ellenbogen aufgestützter) behandschuhter
Arm, in der Faust einen silbernen Krummstab haltend.
Helmdecken rot-silbern (Hochstift Eichstätt)
- Helm 4: gekrönt, fünf
Straußenfedern in den Farben
schwarz-silbern-blau-silbern-schwarz. Helmdecken
blau-silbern oder schwarz-silbern oder mit allen drei
Farben, je nach Quelle. Stammkleinod von Zehmen. In
anderen Darstellungen auch sieben in den Farben
schwarz-blau-silbern-schwarz-blau-silbern-schwarz. Es
gibt mehrere Varianten.

Bildbeispiel: Epitaph im
Willibaldschor im Dom zu Eichstätt
Joseph
Graf von Stubenberg (17901824)
Das Wappen des letzten
Eichstätter Fürstbischofs ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: in Schwarz ein mit den
Flunken nach oben gerichteter silberner Anker, durch
dessen Ring ein geflochtenes goldenes Tau gezogen ist,
Stammwappen von Stubenberg. Anmerkung: Der Anker war wohl
ursprünglich eine Wurfparte oder ein Wolfsanker, wie
auch auf alten Siegelbildern und Darstellungen noch zu
erkennen ist (breite und spitze Flunken ohne
"Widerhaken", kurzer Stiel). In späterer Zeit
hat sich jedoch bedeutungswandelnd die Darstellung als
Anker durchgesetzt.
Darstellung mit Wappenmantel und
Fürstenhut, mit dahinter gekreuztem Krummstab und Schwert, sowie
dahinter gestelltem Kreuz.
Franz
Leopold Freiherr von Leonrod (18671905)
Ein spätes Wappen einer
Familie, die den Eichstätter Bischöfen immer treu gedient
hatte, aber erst im 19. Jh. selbst einen stellte. Die Zeit der
Fürstbischöfe war vorbei, aber für ein schönes Wappen ist es
nie zu spät: Das Wappen ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silberner
aufrechter Krummstab (Bischofsstab), Hochstift Eichstätt
- Feld 2 und 3: In Silber ein roter
Balken, Stammwappen von Leonrod.
Der weltlichen Herrschaft beraubt,
entfallen natürlich Prunkstücke wie Wappenmantel, Fürstenhut,
Krummstab und Schwert, die einfache Inful bzw. Mitra bezeichnet
den Status als Bischof.

Bildbeispiel: Glasfenster im
Eichstätter Dom
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte,
Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich
1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard
Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag
2007, ISBN 978-3-7954-1637-9

Die Wappen der Fürstbischöfe von
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Veröffentlichung
der Innenaufnahmen aus dem Eichstätter Dom und dem Mortuarium
mit freundlicher Erlaubnis des Herrn Domkapitular Manfred Winter,
Summus Custos, als Vertreter des Bischöflichen Ordinariats
Eichstätt, vom 07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich
gedankt sei.
©
Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
Impressum
Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
