
Bernhard
Peter
Wappen der
Fürstäbte und Fürstbischöfe von Fulda

Die
Geschichte der Wappen der Fürstäbte und Fürstbischöfe von
Fulda
Teil (3): AD 1737 - 2007
Amand
von Buseck, (17371756)
Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752,
am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in
den Rang eines Bistums erhoben. Das Wappen des Fürstabtes und
Fürstbischofs Amand von Buseck ist geviert:
- Feld 1 und 4: In Silber ein schwarzes
durchgehendes Kreuz (Hochstift Fulda)
- Feld 2 und 3: In Gold ein rot
gezungter, nach innen gewendeter schwarzer Widderkopf,
Hörner typischerweise golden (Stammwappen der von
Buseck). Anm.: Die Hörner können farblich variieren, es
werden auch rote oder schwarze Hörner beschrieben.
Variante 1: Über dem
Wappen stehen drei Helme:
- Helm 1: ein hermelinverbrämter, roter
Fürstenhut, aus dem ein schwarzes, lateinisches Kreuz
herausragt (Hochstift Fulda), Helmdecken schwarz-silbern
- Helm 2: gekrönt, Bischofsmütze, aus
der noch zwei Fähnchen schräg herausragen, jedes
Fähnchen gespalten, vorne in Rot ein grüner Lilienstock
mit drei silbernen Blüten und hinten in Gold ein halber
schwarzer Adler am Spalt (Hochstift Fulda, nach
Siebmacher abweichend mit dem Widderkopf belegt, ohne
bisher gefundenen Beleg).
- Helm 3: gekrönt, ein roter Flug, der
beiderseits mit einem in drei Reihen geschachten Balken
und darüber von einem dreilätzigen Turnierkragen belegt
ist, wovon mehrere Farbvariationen beschrieben werden
(typischerweise ist der Balken schwarz-silbern geschacht
und der Turnierkragen golden), dazwischen Kopf und Hals
eines schwarzen Widders, Hörner können schwarz, rot
oder golden sein (Stammkleinod der von Buseck).
Helmdecken des Stammwappens schwarz-golden. Anm.: Der
Flug der Helmzier ist Zeichen der älteren, katholischen
Linie; die jüngere Linie führt nur den Widderrumpf als
Helmzier.
Hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert
und Krummstab.
Ein solches Wappen findet sich:
- Dom von Fulda, innen, Grabdenkmal
Daneben wird eine zweite Variante
ohne Helme und Helmkleinode, aber mit Fürstenhut, Schwert,
Krummstab geführt. Ein solches Wappen befindet sich
- an Schloß Fasanerie bei Fulda, im
Giebel des Mittelrisalits des ersten Quertraktes
- an Schloß Fasanerie bei Fulda, am
zweiten Quertrakt über der Tordurchfahrt
- Dom von Fulda, innen, z. B. am den
Chor abtrennenden Gitter und über einem Altar
- Fulda, Stadtschloß, Fürstensaal, am
Bilderrahmen mit seinem Portrait

Bildbeispiel: Schloß
Fasanerie, Fulda. Mittlerer (zweiter) Querflügel, hinterer
Abschluß des Schlosses über der Tordurchfahrt zu dem
Wirtschaftshof.
Adalbert
II. von Walderdorff (17571759), Fürstbischof
Das Wappen ist wie folgt aufgebaut:
- Hauptschild: Geviert
- Feld 1 und 4: In Silber ein
schwarzes durchgehendes Kreuz (Hochstift Fulda)
- Feld
2 und 3: In Silber zwei
rote Balken (Niederisenburg).
- Herzschild: Stammwappen der Familie
von Walderdorff: In Schwarz ein rot-silbern geteilter
doppelschwänziger Löwe, golden gekrönt. Herzschild mit
fünfblättriger, goldener Laubkrone gekrönt.
Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab
und Schwert, in der Mitte über dem Schild der
hermelinverbrämte, rote Fürstenhut, als Schildhalter zwei
rot-silbern geteilte und doppelschwänzige Löwen, jeweils golden
gekrönt und widersehend.
Ein solches Wappen findet sich:
- vergoldete Spiegelrahmen im
Stadtschloß Fulda
- Hauptwache Fulda
- Lapidarium des Vonderau-Museums im
ehemaligen Päpstlichen Seminar zu Fulda
- Fulda, Stadtschloß, Fürstensaal, am
Bilderrahmen mit seinem Portrait (ohne Schildhalter)

Bildbeispiel: Hauptwache
Fulda
Heinrich
VIII. von Bibra, (17591788), Fürstbischof
Das Wappen des Fuldaer Fürstbischofs Heinrich VIII. von Bibra, (17591788) ist geviert und wie folgt tingiert:
- Feld 1 und 4: In Silber ein schwarzes
durchgehendes Kreuz (Fürstbistum Fulda)
- Feld 2 und 3: In Gold ein steigender
schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, rot bewehrt
(Stammwappen von Bibra)
Variante 1: Das Oberwappen
hat drei Helme, hinter dem Schild Schwert (heraldisch links) und
Abts-Pedum (heraldisch rechts):
- Helm 1: ein hermelinverbrämter, roter
Fürstenhut, aus dem ein schwarzes, lateinisches Kreuz
herausragt (Fürstbistum Fulda), Helmdecken
schwarz-silbern
- Helm 2: gekrönt, Bischofsmütze, aus
der noch zwei Fähnchen schräg herausragen, jedes
Fähnchen gespalten, vorne in Rot ein grüner Lilienstock
mit drei silbernen Blüten und hinten in Gold ein halber
schwarzer Adler am Spalt (Fürstbistum Fulda). Helmdecken
schwarz-silbern
- Helm 3: Helmzier ein goldener,
beiderseits mit dem Biber belegter Adlerflug
(Stammkleinod von Bibra). Helmdecken schwarz-golden.
Ein solches Wappen findet sich:
- Paulustor Fulda
- Fulda, Stadtpfarrkirche St. Blasius,
platzseitige Hauptfassade
- Fulda, Klosterkirche Frauenberg, als
farbig gefaßtes Vollwappen als Bekrönung des Hochaltars

Bildbeispiel:
Fulda, Paulustor
Variante 2: Das Wappen des
Fuldaer Fürstbischofs Heinrich
VIII. von Bibra gibt es auch in einer Form ohne Helme und
Helmkleinode, bekrönt von einem Fürstenhut, hinter dem Schild
Krummstab und Schwert schräggekreuzt.
Ein solches Wappen findet sich:
- Fulda, ehemalige Hof- und
Klosterbibliothek
- Fulda, Stadtschloß, Fürstensaal, am
Bilderrahmen mit seinem Portrait
- Fulda, Brunnen auf dem Platz von der
Stadtpfarrkirche St. Blasius

Bildbeispiel: Fulda,
ehemalige Hof- und Klosterbibliothek, heute Theologische
Fakultät
Adalbert
III. von Harstall, (17891814)
Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im
Jahre 1802 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das
geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst. Das
Wappen des letzten Fuldaer Fürstbischofs Adalbert III von Harstall (17891814) ist geviert und wie folgt tingiert:
- Feld 1 und 4: In Silber ein schwarzes
durchgehendes Kreuz (Fürstbistum Fulda), hier golden
gesäumt
- Feld 2 und 3: In Rot ein silberner
Adlerflug, zwischen beiden Flügeln ein mit der Spitze
nach oben gerichtetes silbernes Schwert mit goldenem
Griff und ebensolcher Parierstange. (Stammwappen von
Harstall)
Variante 1: : Das
Oberwappen hat drei Helme, hinter dem Schild Schwert (heraldisch
links) und Abts-Pedum (heraldisch rechts):
- Helm 1: ein hermelinverbrämter, roter
Fürstenhut, aus dem ein schwarzes, lateinisches Kreuz
herausragt (Fürstbistum Fulda), Helmdecken
schwarz-silbern
- Helm 2: gekrönt, Bischofsmütze, aus
der noch zwei Fähnchen schräg herausragen, jedes
Fähnchen gespalten, vorne in Rot ein grüner Lilienstock
mit drei silbernen Blüten und hinten in Gold ein halber
schwarzer Adler am Spalt (Fürstbistum Fulda). Helmdecken
schwarz-silbern
- Helm 3: gekrönt, ein Adlerflug,
rechts silbern-rot und links rot-silbern geteilt, die
abschließenden Federn oben mit einem grünen
Lorbeerkranz verbunden, zwischen den beiden Flügeln ein
mit der Spitze nach oben gerichtetes silbernes Schwert
mit goldenem Griff und ebensolcher Parierstange
(Stammwappen von Harstall). Helmdecken rot-silbern.
Ein solches Vollwappen findet sich:
- Fulda, Lapidarium im ehem.
Päpstlichen Seminar, heute Vonderau-Museum.
Zweite Variante: Die Helme
fehlen, stattdessen auf dem Schild ein Fürstenhut, hinter dem
Schild Schwert und Krummstab schräggekreuzt. Ein solches Wappen
findet sich:
- Fulda, Domsingschule
- Fulda, Stadtschloß, Fürstensaal, am
Bilderrahmen mit seinem Portrait

Bildbeispiel: Fulda,
Domsingschule
Dritte Variante: Nach
Verlust des Fürstenranges fallen Fürstenhut und Schwert weg, es
bleibt allein der Krummstab.
Heinz
Josef Algermissen (ab 2001)
Sein Wappen ist
geviert:
- Feld 1 und 4: In Silber ein
schwarzes durchgehendes Kreuz (Fürstbistum Fulda)
- Feld 2: In Rot eine goldene
Weintraube
- Feld 3: In Gold ein grüner
Pfauenwedel
Hinter dem Schild ein
Vortragekreuz, darüber ein grüner Prälatenhut mit 2x 6 Fiocchi
in drei Reihen, ebenfalls in grün, den Rang eines Bischofs
symbolisierend. Devise: "Thesaurus in vasis
fictilibus".

Bildbeispiel: Eingang zum
Bischofshaus in Fulda

Die Wappen der Fürstäbte und
Fürstbischöfe von Fulda - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3)
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
Autor: Bernhard Peter, Im Schenkelsberg 8, 56076 Koblenz
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