
Bernhard
Peter
Wappen der
Konstanzer Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Konstanzer Fürstbischöfe
AD 1462-1803
Wappen
des Hochstiftes Konstanz
Das Wappen des Hochstifts
Konstanz zeigt in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz. Dieses
Motiv ist bereits um 1340 in der Züricher Wappenrolle belegt.
Das Kreuz findet sich erstmals in Siegeln aus dem Jahr 1347 des
Bischofs Ullrich Pfefferhard (1344-1351).

Abb.: Meersburg, Hotel
Schiff, ursprünglich ein Hof des Konstanzer Domkapitels
Zwei weitere Elemente finden
sich regelmäßig in Wappen der Konstanzer Fürstbischöfe:
Reichsabtei
Reichenau: Gründung 724. Ab 1540 war die
Reichenau Priorat des Bistums Konstanz, als der Abt der
gefürsteten Reichsabtei zu Gunsten des Konstanzer
Bischofs auf die Abtswürde verzichtete. Aufhebung 1803.
Wappensymbol: In Silber ein durchgehendes rotes Kreuz,
also genau das selbe Zeichen wie das Fürstbistum
Konstanz, aber rangmäßig unter diesem, und entsprechend
ist auch die Zuordnung in den zusammengesetzten Wappen zu
treffen.
Augustiner-Chorherrenstift
Öhningen: zwei aus Wolken hervorkommende
natürliche Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend.
Verschiedene Farbfassungen sind zu finden. Das
Augustiner-Chorherren-Stift Öhningen ist 1166 erstmals
faßbar (die "Gründungsurkunde" von 965 gilt
als Fälschung), die heutigen Gebäude wurden 1604-1626
errichtet, Auflösung 1803 (kam an Baden). Unter Bischof
Johann von Lupfen (1532-1537) wurde das Stift wegen
wirtschaftlicher Schwierigkeiten inkorporiert (1534
päpstliche Zustimmung, 1536 kaiserliche Billigung).
Dadurch fungierte der amtierende Konstanzer Bischof
direkt als Propst. Lupfens Nachfolger Johann von Weeze
führt schon das neue Wappen mit der eingebogenen Spitze
mit den Symbolen für die Propstei Öhningen. Es steht
rangmäßig unter dem Symbol des Hochstiftes und dem der
Reichenau, und entsprechend ist das Symbol auf dem
geringwertigsten Platz in der eingepfropften Spitze zu
finden.
Burkhard II. von Randegg
(1462-1466)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 und 3: geviert: in Silber ein roter Löwenkopf (Randegg, Familienwappen
des Fürstbischofs)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg.
Hermann III. von Breitenlandenberg
(1466-1474)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 und 3: in Rot drei (2:1)
silberne Ringe (Landenberg,
Familienwappen des Fürstbischofs)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg.
Ludwig von Freiberg (1474-1481,
Bistumsstreit, Kandidat des Papstes)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 und 3: von Silber und Blau
geteilt, unten 3 (2:1) goldene Kugeln (Freiberg,
Freyberg, Familienwappen des Fürstbischofs)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg.
Otto IV. von Sonnenberg (1474-1491,
Bistumsstreit, Kandidat des Domkapitels und des Kaisers)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 3: in Gold drei schreitende
schwarze Löwen übereinander
- Feld 3: in Blau über einem grünen
Dreiberg eine goldene Sonne
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg, ohne weitere Belege.
Thomas Berlower (1491-1496)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 und 3: in Schwarz eine goldene
Lilie (Berlower, Familienwappen des
Fürstbischofs)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg, ohne weitere Belege.
Hugo von Hohenlandenberg
(1496-1531, Rücktritt 1529)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 und 3: geviert: (Hohenlandenberg,
Familienwappen des Fürstbischofs)
- Feld 1 und 4: in Rot drei
(2:1) silberne Ringe
- Feld 2 und 3: schwarz-golden
geviert
Mögliche Alternativen:
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2 oder 3: in Rot drei (2:1)
silberne Ringe
- Feld 3 oder 2: schwarz-golden geviert
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg. Abb. im Siebmacher
Bistümer.
Johann von Lupfen (1532-1537)
Geviert:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2: blau-silbern geteilt
- Feld 3: schwarz-golden geteilt, oben
ein silberner Stern
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg. Im Siebmacher
Bistümer ist der Stern im unteren Feld, was gegen die Farbregel
verstößt.
Johann von Weeze (1537-1548)
Geviert mit
Herzschild und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: in Silber drei
rote, pfahlweise gestellte Objekte (Keulen?)
nebeneinander (Weeze,
Familienwappen des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg, ohne weitere Belege.
Christoph Metzler (1549-1561)
Geviert mit
Herzschild und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: in rot-silbern
gespaltenem Feld eine Frau in verwechselten
Farben (Metzler, Familienwappen
des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Gemäß einem
nachgebildeten Schild in der Burg Meersburg, ohne weitere Belege.
Mark Sittich von Hohenems
(1561-1589)
Das Wappen ist im
Siebmacher, Bistümer abgebildet, vgl. auch einen nachgebildeten
Schild in der Burg Meersburg, mit Diskrepanzen zwischen beiden
Darstellungen.
Andreas von Österreich (1589-1600)
- Hauptschild: geviert:
- Feld 1: in Silber drei rote
Schräglinksbalken mit einem goldenen Pfahl (Burgau)
- Feld 2: rot-silbern geteilt
- Feld 3: in Gold drei schwarze
Hirschstangen übereinander (Württemberg)
- Feld 4: in Silber eine rote
Kirchenfahne
- Herzschild: geviert mit einer
eingepfropften Spitze:
- Feld 1: in Rot ein silberner
Balken (Österreich)
- Feld 2: in Gold ein roter,
blau gekrönter Löwe (Habsburg)
- Feld 3: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift
Konstanz)
- Feld 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
Hinter dem Schild
Prozessionskreuz, darüber Kardinalshut mit Fiocchi. Nach
Siebmacher, Bistümer. Ein nachgebildeter Schild in der Burg
Meersburg ist noch komplexer mit drei Ebenen aufgebaut.
Jakob Fugger (1604-1626)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1: gespalten (heraldisch
korrekt ist eine Spaltung. Tatsächlich ist in
den Abbildungen das ganze Feld 1 zweimal
gespalten, um dem Raumbedarf der Komponenten
Rechnung zu tragen. Die Spaltlinie wird also nach
außen verschoben, in Feld 4 genauso)
- vorne: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- hinten: golden-blau
gespalten, vorne und hinten belegt mit
einer Lilie in verwechselten Farben
(Stammwappen der Fugger von der
Lilie)
- Feld 2: in Silber eine
schwarzgewandete Mohrenjungfrau mit Mitra in der
ausgestreckten Rechten (Kirchberg,
zu Fugger)
- Feld 3: in Rot 3 silberne
Jagdhörner mit goldenen Beschlägen
übereinander (Weißenhorn, zu
Fugger)
- Feld 4: Gespalten:
- vorne: golden-blau
gespalten, vorne und hinten belegt mit
einer Lilie in verwechselten Farben
(Stammwappen der Fugger von der
Lilie)
- hinten: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)

Abb.: Reichenau, Mittelzell,
Innenhof des Klosters
Oberwappen:
- Mitte: Bischofsmitra über
Puttengesicht, ein Krummstab pfahlweise durch die Mitra
gesteckt.
- Helm 1 (rechts): eine blau-golden
gespaltene Lilie zwischen einem goldenen und einem blauen
Büffelhorn, Helmdecken blau-golden (Stammkleinod der Fugger
von der Lilie)
- Helm 2 (links): die Mohrenjungfrau
wachsend, Helmdecken schwarz-silbern (Kirchberg,
zu Fugger)
Sixt Werner von Praßberg und
Altensummerau (1626-ca. 1628)
Geviert mit
Herzschild und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: in Gold eine
schwarze Hirschstange (Vogt von
Altensumerau und Praßberg,
Familienwappen des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Johann Constanz Graf von
Waldburg-Wolfegg (1628-1644)
Das Wappen des Konstanzer
Bischofs ist auf drei Schilde aufgeteilt:
- Hauptschild: Geviert.
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift
Konstanz)
- Feld 2 und 3: unter rotem
Schildhaupt mit goldenem Reichsapfel in Gold drei
schwarze schreitende Löwen, rotgezungt. (Truchsessen
von Waldburg, Familienwappen des
Fürstbischofs)
- rechter Begleitschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei Reichenau)
- linker Begleitschild: in Gold zwei aus
blauen Wolken hervorkommende natürliche Hände, einen
aufwärts gerichteten silbernen Schlüssel mit
beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).

Oberwappen:
- Mitte: Bischofsmitra über
Puttengesicht.
- Helm 1 (rechts): auf einem roten
Kissen mit goldenen Troddeln ein mit Pfauenfedern
bestecktes silbernes Schirmbrett mit rotem durchgehenden
Kreuz. Helmdecken rot-silbern (Hochstift Konstanz)
- Helm 2 (links): auf einem roten Kissen
mit goldenen Troddeln eine goldene Krone, daraus ein
Pfauenstoß hervorkommend. Dahinter eine Fahne, die das
Schildbild derer von Waldburg zeigt. Das Kissen ist
offensichtlich künstlerische Freiheit und gehört
eigentlich nicht zum Oberwappen. Die Stammhelmzier ist
nur der Pfauenstoß auf gekröntem Helm, spätere
Darstellungen zeigen auch die Fahne. Helmdecken
schwarz-golden (Kleinod der Truchsessen von
Waldburg)

Abb.: Meersburg, in der
Steigstraße, auf 1628 datiert.
Johann Franz I. von Praßberg und
Altensummerau (1645-1689)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: in Gold eine
schwarze Hirschstange (Vogt von
Altensumerau und Praßberg,
Familienwappen des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Oberwappen:
- Mitte: Bischofsmitra über
Puttengesicht, ein Krummstab pfahlweise hindurch
gesteckt.
- Helm 1 (rechts): auf einem roten
Kissen mit goldenen Troddeln ein mit Pfauenfedern
bestecktes silbernes Schirmbrett mit rotem durchgehenden
Kreuz. Helmdecken rot-silbern (Hochstift Konstanz)
- Helm 2 (links): ein silberner
Brackenrumpf wachsend, rotgezungt, mit schwarzem Halsband
und goldenem Ring daran. Helmdecken schwarz-golden (Vogt
von Altensumerau und Praßberg)
Marquard Rudolf von Rodt
(1689-1704)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: Gespalten.
Rechts gold, links in Rot ein silberner Balken
(Stammwappen Rodt, Familienwappen
des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem
Schild eine Mitra über Puttengesicht, hinter dem Schild
schräggekreuzt Krummstab und Schwert.

Abb.: Meersburg, Schloßplatz 11, 1700 von Fürstbischof Marquard Rudolf von Rodt
(1689-1704) als Stadtpalais erbaut. Später war es Wohn- und
Amtshaus bischöflicher Beamter. 1838-1928 wurde es als
katholisches Pfarrhaus genutzt.
Johann Franz II. von Stauffenberg
(geb. 1658, reg. 1704-1740)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: in Silber ein
roter Balken, beiderseits begleitet von zwei
blauen schreitenden Löwen (Stammwappen Schenk
von Stauffenberg, Familienwappen des
Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem Schild ein
Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab und
Schwert.

Abb.: Meersburg, Neues
Schloß, Treppenanlage
Spätere Wappen von Stauffenberg, so. z. B.
an seinem Epitaph in Konstanz, haben einen anderen Aufbau, weil
noch die Bischofswürde von Augsburg mit eingearbeitet wurde.
Diese besaß er aber noch nicht, als Priesterseminar und
Trteppenaufgang vollendet wurden.
Hugo Damian von Schönborn
(1740-1743)
Wegen der vielen Würden sind
die Inhalte auf mehrere Schilde aufgeteilt.
- 1. Wappenschild: Hochstift, geviert
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Prälatenstab),
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei Weißenburg
(Wissembourg)/Elsaß)
- 2. Wappenschild: Familienwappen von
Schönborn
- Hauptschild: Der Schild ist
zweimal gespalten und zweimal geteilt:
- Feld 1: In Rot drei
(2:1) silberne Schildchen.
Reichsständische Herrschaft Reichelsberg.
- Feld 2: In Gold der
kaiserliche, golden nimbierte schwarze
Doppeladler, im rechten Fang Zepter und
Schwert, im linken Fang den Reichsapfel
haltend.
- Feld 3: In Blau ein
silberner Balken, begleitet von 3 (2:1)
silbernen Rauten. Herrschaft Heppenheim.
- Feld 4: In Schwarz 3
(2:1) goldene aufrechte Getreidegarben,
aus dem Wappen derer von Buchheim.
- Feld 6: In Gold ein
schwarzer Wolf. Grafen von Wolfsthal.
- Feld 7: In Hermelin
auf einem roten und mit goldenen Quasten
verzierten Kissen ein goldener
Reichsapfel mit goldenem Kreuz. Erbtruchsessen-Amt
in den österreichischen Landen ob und
unter der Enns, Anspruch ab 1712.
- Feld 8: Habsburger
Stammwappen (Österreich) auf einem
kleinen Schild unter dem Erzherzogshut
mit Fürstenmantel: In Rot ein silberner
Balken. Es handelt sich hierbei um ein
besonderes Gnadenzeichen,
das zusammen mit dem Titel der von
Buchheim von den Schönborns übernommen
wurde
- Feld 9: In Silber ein
blauer Löwe, belegt mit zwei roten
Balken. Truchsess von
Pommersfelden
- Herzschild (auf Platz 5): In
Rot auf drei silbernen Spitzen ein schreitender
goldener Löwe mit goldener oder eigentlich
korrekter blauer Krone (Stammwappen von Schönborn).
- 3. Wappenschild:
Deutschordens-Würden, geteilt,
- oben in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des
Deutschen Ordens in Alden-Biesen
- unten in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des
Deutschen Ordens in Marburg
Ab 1740 war er auch noch Bischof von
Konstanz, und der entsprechende dritte Separatschild war geteilt:
- oben: in Silber ein durchgehendes
rotes Kreuz (Hochstift Konstanz).
- uunten: in Silber ein durchgehendes
rotes Kreuz (Reichsabtei Reichenau)
Kasimir Anton von Sickingen
(1743-1750)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: innerhalb eines
roten Bordes (fehlt oft) in Schwarz fünf (2:1:2)
silberne Kugeln (Stammwappen Sickingen, Familienwappen
des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem
Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt
Krummstab und Schwert.
Kardinal Franz Konrad von Rodt
(1750-1775)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: Gespalten.
Rechts gold, links in Rot ein silberner Balken
(Stammwappen Rodt, Familienwappen
des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem
Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt
Krummstab und Schwert. Er war aber nicht nur Fürstbischof,
sondern auch Kardinal, daher schwebt über allem ein roter
Klerikerhut, dazu 2x 10 (eigentlich Anzahl für einen Bischof)
Fiocchi in 4 Reihen.

Abb.: Meersburg, Neues
Schloß, farblich etwas abweichend
Maximilian Christof von Rodt
(1775-1800)
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: Gespalten.
Rechts gold, links in Rot ein silberner Balken
(Stammwappen Rodt, Familienwappen
des Fürstbischofs)
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem
Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt
Krummstab und Schwert.

Abb.:
Schloß Rotwasserstelz bei Hohentengen am Hochrhein, mit
untergelegtem achtspitzigen Kreuz.
Karl Theodor von Dalberg
(1800-1817, weitere Bischofsthrone in Worms, Regensburg und
Mainz, Fürst von Aschaffenburg, Großherzog von Frankfurt)
Seine Karriere vor dem
Hintergrund europäischer Neuordnung, vor der Auflösung der
geistlichen Fürstentümer ist komplex. 1800 wird er
Fürstbischof von Konstanz, 1802 von Worms und Mainz, aber dieses
Amt behält er nur ein Jahr lang bis 1803. Als Erzbischof von
Mainz ist er Kurfürst und Erzkanzler des Heiligen Römischen
Reiches. Gleichzeitig wird er 1802 Administrator und späterer
Erzbischof von Regensburg. Ferner war er Fürstprimas der
deutschen Kirche 1803-1817. Und nach dem Ende des Heiligen
Römischen Reiches sehen wir ihn als Fürst von Aschaffenburg und
Großherzog von Frankfurt. Diese abwechslungsreiche politische
und geistliche Karriere dieser bemerkenswerten Persönlichkeit
spiegelt sich auch in seinen Wappen wider:
Wappen als Bischof von
Konstanz (1800-1802 geführt):
Geviert mit Herzschild
und einer eingepfropften Spitze:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei
Reichenau)
- Feld 2 und 3: Gespalten.
- vorne: unter einem mit
drei Spitzen abgeteilten goldenen
Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne
Lilien (Kämmerer von Worms).
- hinten: in Gold ein
schwarzes Ankerkreuz (Dalberg).
- eingepfropfte Spitze: in Gold
zwei aus blauen Wolken hervorkommende natürliche
Hände, einen aufwärts gerichteten silbernen
Schlüssel mit beidseitigem Bart emporhaltend (Propstei
Öhningen).
- Herzschild: in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
Über dem
Schild ein Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt
Krummstab und Schwert.
Wappen als Bischof von
Konstanz, Worms und Erzbischof von Mainz (1802-1803 geführt):
- Hauptschild: geviert
- Feld 1 und 4: In Rot ein
silbernes, sechsspeichiges Rad (Erzstift Mainz)
- Feld 2: In Schwarz ein schräg
aufwärts gerichteter silberner Schlüssel,
begleitet von 4:4 goldenen Schindeln (Hochstift Worms)
- Feld 3: zweimal geteilt
- Feld 1: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei Reichenau)
- Feld 3: In Gold zwei
aus blauen Wolken hervorkommende silberne
Arme, die einen silbernen Schlüssel mit
doppeltem Bart halten (Propstei Öhningen,
widersprüchliche Quellen zur Tingierung)
- Herzschild: Kämmerer von
Worms, genannt von Dalberg (Dahlberg). Geviert.
- Feld 1 und 4: Unter einem mit
drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in
Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer
von Worms).
- Feld 2 und 3: In Gold ein
schwarzes Ankerkreuz (Dalberg).
Nach Siebmacher (Band Bistümer, Tafel 5,
Lehnssiegel) gibt es auch eine aus vier Schilden unter einem
Wappenzelt zusammengestellte Version, alles unter einer halben
Petrusfigur:
- Schild 1 (optisch links oben): In Rot
ein silbernes, sechsspeichiges Rad (Erzstift Mainz)
- Schild 2 (optisch rechts oben): In
Schwarz ein schräg aufwärts gerichteter silberner
Schlüssel, begleitet von 4:4 goldenen Schindeln
(Hochstift Worms)
- Schild 3 (optisch links unten):
Hochstift Konstanz, zweimal geteilt
- Feld 1: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Feld 2: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Reichsabtei Reichenau)
- Feld 3: In Gold zwei aus
blauen Wolken hervorkommende silberne Arme, die
einen silbernen Schlüssel mit doppeltem Bart
halten (Propstei Öhningen,
widersprüchliche Quellen zur Tingierung)
- Schild 4 (optisch rechts unten):
Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg (Dahlberg).
Geviert.
- Feld 1 und 4: Unter einem mit
drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in
Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer
von Worms).
- Feld 2 und 3: In Gold ein
schwarzes Ankerkreuz (Dalberg).
Im Siebmacher, Band Bistümer, Tafel 9, ist
ein weiteres Wappen als Kurfürst, Erzkanzler und Fürstprimas
sowie als Erzbischof von Regensburg abgebildet. Ein weiteres
Wappen wird für ihn im Siebmacher, Band Bistümer, als
Großherzog von Frankfurt. Beide enthalten aber keine Symbole
für Konstanz, deshalb werden die betreffenden Wappen hier nicht
weiter ausgeführt.
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Siebmachers Wappenbücher,
Band Bistümer
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im
Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von
Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer,
Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Galerie nachgebildeter Schilde in der Burg Meersburg.

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