
Bernhard
Peter
Wappen der
Fürstbischöfe und Bischöfe von Speyer

Die
Geschichte der Wappen der Fürstbischöfe und Bischöfe von
Speyer
Das Wappen des Bistums zeigt
in Blau ein durchgehendes silbernes Kreuz. Dieses alte Wappen
begegnet uns bereits im 14. Jh. in der Züricher Wappenrolle.
Neben dieses traditionelle Symbol tritt ab dem 16. Jh. das Wappen
der Propstei Weißenburg (Wissembourg/Elsaß), welches 1546 zu
Speyer kam, in Rot eine zweitürmige silberne Burg, dahinter ein
gerade oder schräggestellter Prälatenstab (kann auch mal
fehlen, vgl. Sötern), überhöht von einer goldenen Krone (kann
auch mal fehlen). 1789 war Schluß mit Weißenburg aufgrund der
Auflösung der Propstei, deren Territorium längst an Frankreich
gefallen war, dennoch wurde das Weißenburger Wappen bis zur
Auflösung der geistlichen Fürstentümer noch im Wappen der
Speyerer Bischöfe geführt.

Bildbeispiel: Balkon des
Bischofspalastes in Speyer
Das Domkapitel Speyer führt
nach dem Siebmacher, Band Bistümer, in Blau ein durchgehendes
silbernes Kreuz, belegt mit der Jungfrau Maria mit dem Kinde, aus
einer liegenden Mondsichel wachsend.
Ludwig
von Helmstatt (1478-1504)
Das Wappen ist nach dem Siebmacher, Band
Bistümer, nach einem Kupferstich bei Virgil Solis wie folgt
aufgebaut: Geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Silber ein schwarzer
Rabe (Familienwappen von Helmstatt)
Auf dem Schild die Inful, schräglinks
hinter dem Schild der Krummstab.
Marquard
von Hattstein (1560-1581)
Das Wappen ist nach dem Siebmacher, Band
Bistümer, nach einer Münze wie folgt aufgebaut: Geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2: In Rot eine doppeltürmige,
silberne Burg, von hinten schräg durchsteckt von einem
Prälatenstab und überhöht von einer goldenen Krone (Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß).
- Feld 3: von Rot und Silber fünffach
oder von Silber und Rot sechsfach schräg geteilt
(Familienwappen von Hattstein)
Eberhard
von Dienheim (1581-1610)
Das Wappen ist nach dem Siebmacher, Band
Bistümer, gemäß einem Holzschnitt von Jost Ammann wie folgt
aufgebaut:
- Hauptschild geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
doppeltürmige, silberne Burg, von hinten schräg
durchsteckt von einem Prälatenstab und
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei Weißenburg
(Wissembourg)/Elsaß).
- Herzschild: unter einem silbernen
Schildhaupt in Rot ein gekrönter silberner Löwe.
Drei Helme:
- Helm 1 (rechts): auf einem roten
Kissen auf einem außen pfauenfederbesteckten blauen
Schirmbrett ein durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift
Speyer)
- Helm 2 (Mitte): Zwischen zwei von
Silber und Rot geteilten Büffelhörnern (v. Dienheim)
eine Inful, aus der der Krummstab herauswächst
(Hochstift).
- Helm 3 (links): Auf gekröntem Helm
ein roter Flug, der auf einer silbernen Scheibe in der
Mitte das Weißenburger Kastell trägt.
Philipp
Christoph von Sötern (1610-1652)
Er war bereits 1610 Bischof von Speyer und
Propst von Weißenburg und wurde erst 1623 Erzbischof und
Kurfürst von Trier, also gibt es zwei Varianten seines Wappens,
einmal nur als Bischof von Speyer, dann als Inhaber beider
Bistümer. Alle seine Wappen als Trierer Kurfürst enthalten die
Elemente Speyer und Weißenburg (was damals schon zu Speyer
gehörte). Das Wappen der zweiten Phase ist wie folgt aufgebaut:
- Hauptschild geviert:
- Feld 1: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Kurtrier)
- Feld 2 und 3: in Gold ein
roter Doppelhaken (Wolfsangel, eine der Formen,
die in der Heraldik als Wolfsangel angesprochen
werden), Stammwappen von Sötern
- Feld 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Herzschild: geteilt
- oben: In Rot (oft,
vor allem später auf grünem Boden dargestellt)
ein silbernes, meist zurückschauendes, wahlweise
golden nimbiertes Lamm, das ein silbernes
Fähnchen trägt, dieses mit rotem Kreuz belegt
(sog. Prümer Lamm der
Fürstabtei Prüm)
- Unten:
In Rot eine
doppeltürmige, silberne Burg, überhöht von
einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß). Der
Prälatenstab fehlt.
Drei Helme:
- Helm 1: Auf einem roten Kissen eine
Bischofsmütze innerhalb eines Fluges, die eigentliche
Helmzier von Sötern ist ein roter Turnierhut, in dessen
silbernem Stulp ein offener schwarzer Flug steckt. Eine
Erinnerung an diesen Flug mögen die beiden Flügel sein,
die die Bischofsmütze einrahmen, insgesamt ein äußerst
freizügiger künstlerischer Umgang mit den Komponenten.
- Helm 2: Auf einem Kurhut auf einem
(wahlweise außen pfauenfederbesteckten) silbernen
Schirmbrett ein rotes durchgehendes Kreuz (Kurtrier).
Darauf wahlweise ein Schildchen mit dem Familienwappen:
In Gold ein roter Doppelhaken
- Helm 3: Auf einem roten Kissen auf
einem (wahlweise außen pfauenfederbesteckten) blauen
Schirmbrett ein durchgehendes silbernes Kreuz. Auf dem
Herzschild verkleinert der Schild mit dem Familienwappen:
In Gold ein roter Doppelhaken.
Fundorte:
- Trier, kurfürstliches Schloß,
Petersburgportal
- Grabaltar im Trierer Dom, dort sind
alle drei Helme wie beschrieben realisiert.

Bildbeispiel:
Petersburgportal in Trier. Die Wappendarstellung kann nicht
verleugnen, daß das Tor mehrfach bis zur Unkenntlichkeit
"restauriert" wurde.
Ergänzung zu Weißenburg:
Auch wenn das Weißenburger Wappen meist in Rot eine silberne
Burg ist, überhöht von einer goldenen Krone, wird sie auch
gerne mit einem schrägrechts durchgesteckten Prälatenstab
dargestellt. Dieses Detail wird bei den aufwendigen und komplexen
zusammengesetzten Wappen gerne gespart - vgl. Orsbeck, da ist es
schön zu sehen.
Lothar
Friedrich von Metternich-Burscheid (1652-1675)
Er war ab 1652 Fürstbischof von
Speyer und ab 1673 von Mainz und Worms,
also gibt es zwei Varianten seines Wappens, einmal nur als
Bischof von Speyer, dann als Inhaber aller drei Bistümer.
Sein 1652 - 1673 geführtes Wappen ist nach
dem Siebmacher, Band Bistümer, wie folgt aufgebaut:
- Hauptschild: geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
Abtsstab, überhöht von einer goldenen Krone
(Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß) - der
Amtsstab senkrecht, die Krone kann fehlen.
- Herzschild: In Silber 3 (2:1) schwarze Jakobsmuscheln.
Stammwappen der Reichsfreiherren von Metternich.
Drei Helme:
- Helm 1 (rechts): Auf einem
roten Kissen ein achteckiges blaues Schirmbrett mit
Pfauenspiegeln an den freien Ecken und einem
durchgehenden silbernen Kreuz (Hochstift Speyer).
Helmdecken blau-silbern.
- Helm 2 (Mitte): ein silberner
Schwanenrumpf (Kopf und Hals) mit rotem Schnabel auf
gekröntem Helm. Der Rücken des Halses kann kammartig
gestaltet sein und mit schwarzen Federbüscheln besteckt.
Helmdecken schwarz-silbern. Stammkleinod Metternich.
Darüber Inful und Krummstab.
- Helm 3 (links): Auf gekröntem Helm
ein roter Flügel, der das silberne Weißenburger Kastell
trägt. Helmdecken rot-silbern.
Sein ab 1673 geführtes Wappen ist wie
folgt aufgebaut:
- Hauptschild: geteilt und zweimal
gespalten:
- Feld 1 und 6: In Schwarz ein
schräg aufwärts gerichteter silberner
Schlüssel, begleitet von 4:4 goldenen Schindeln,
Hochstift Worms
- Feld 2 und 5: in Rot ein silbernes
sechsspeichiges Rad (Erzstift Mainz)
- Feld 3: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 4: In Rot eine silberne
Burg, durchsteckt von einem silbernen Abtsstab,
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß) - der Amtsstab
senkrecht, die Krone kann fehlen.
- Herzschild: In Silber 3 (2:1) schwarze Jakobsmuscheln.
Stammwappen der Reichsfreiherren von Metternich.
Mögliche Helmzieren (meist wird ein Kurhut
geführt, dazu hinter dem Schild Schwert und Krummstab gekreuzt):
- Helm 1: Auf einem roten
Kissen mit goldenen Quasten eine Inful, Bischofswürde
- Helm 2: Auf einem
purpurfarbenen Kissen ein sechseckiges schwarzes
Schirmbrett, darauf ein schräg
aufwärts gerichteter silberner Schlüssel, begleitet von
4:4 goldenen Schindeln, das Schirmbrett an den fünf freien Ecken mit einer
Pfauenfeder besteckt, Hochstift
Worms
- Helm 3: Auf einem roten,
hermelingestulpten Hut (Kurhut) ein aufrecht stehendes,
silbernes, sechsspeichiges Rad, Erzstift Mainz
- Helm 4: ein silberner Schwanenrumpf
(Kopf und Hals) mit rotem Schnabel auf gekröntem Helm.
Der Rücken des Halses kann kammartig gestaltet sein und
mit schwarzen Federbüscheln besteckt. Helmdecken
schwarz-silbern. Stammkleinod Metternich.
Dazu Speyer und Weißenburg möglich.
Fundorte:
- Modernes Glasfenster im Mainzer Dom
Johann
Hugo von Orsbeck (1675-1711)
Er war bereits 1675 Bischof von Speyer und
Propst von Weißenburg und wurde erst 1676 Erzbischof und
Kurfürst von Trier, also gibt es zwei Varianten seines Wappens,
einmal nur als Bischof von Speyer, dann als Inhaber beider
Bistümer. Alle seine Wappen als Trierer Kurfürst enthalten die
Elemente Speyer und Weißenburg. Das Wappen dieser zweiten Phase
ist wie folgt aufgebaut
- Hauptschild geviert:
- Feld 1: In Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz (Kurtrier)
- Feld 2: In Rot (oft,
vor allem später auf grünem Boden dargestellt)
ein silbernes, zurückschauendes, wahlweise
golden nimbiertes Lamm, das ein silbernes
Fähnchen trägt, dieses mit rotem Kreuz belegt
(sog. Prümer Lamm der
Fürstabtei Prüm)
- Feld 3: In Rot eine silberne
Burg, durchsteckt von einem silbernen Abtsstab,
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß). Der Amtsstab
meist schräg.
- Feld 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Herzschild: Stammwappen von Orsbeck:
In Gold ein rotes Schragenkreuz, begleitet von vier
grünen Seeblättern.
Das Wappen trägt in vollständiger
Ausstattung fünf Helme:
- Helm 1 (Mitte): Auf einem roten oder
grünen Kissen eine Bischofsmütze, darüber ein
Kleeblattkreuz
- Helm 2 (optisch links von der Mitte):
Auf einem Kurhut auf einem (wahlweise außen
pfauenfederbesteckten) silbernen achteckigen Schirmbrett
ein rotes durchgehendes Kreuz (Kurtrier).
- Helm 3 (optisch rechts von der Mitte):
Auf einem roten Kissen auf einem (wahlweise außen
pfauenfederbesteckten) achteckigen blauen Schirmbrett ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Helm 4 (optisch ganz links außen):
gekrönt, ein mit einer silbernen und von einer goldenen
Krone überhöhten Burg belegter roter Flug (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- Helm 5 (optisch ganz rechts außen):
ein silberner Pferderumpf mit rotem Zaumzeug (Stammhelm
von Orsbeck)
All diese 5 Helme sind am Grabaltar im
Trierer Dom realisiert. Dem Stile der Zeit entsprechend geht man
aber auch schon dazu über, sämtliche Helme wegzulassen und nur
einen Fürstenhut über das in eine Kartusche einbeschriebene
Wappen zu setzen, wie z. B. in Montabaur oder an der Pagerie in
Koblenz. Schwert und Krummstab verweisen jeweils auf den Rang
eines Fürstbischofs mit geistlicher und weltlicher Macht.

Bildbeispiel: Koblenz,
Pagerie
Fundorte:
- Koblenz, Pagerie
- Trier, Grabaltar
Heinrich
Hartard von Rollingen (1711-1719)
Das Wappen ist wie folgt aufgebaut
- Hauptschild geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne zweitürmige Burg, durchsteckt von einem
silbernen Prälatenstab, überhöht von einer
goldenen Krone (Propstei Weißenburg
(Wissembourg)/Elsaß). Der Amtsstab meist
schräg.
- Herzschild: Stammwappen von Rollingen
(Edle Herren von Rollingen, Ruldingen, de Raville):
geviert:
- Feld 1 und 4: In Rot drei
silberne Sparren.
- Feld 2 und 3: in Rot ein
silbernes Ankerkreuz (Herrschaft
Siebenborn/Septfontaines in Luxemburg).
Folgende Helme sind möglich:
- Auf einem Kissen eine Bischofsmütze
- Auf einem roten Kissen auf einem
(wahlweise außen pfauenfederbesteckten) achteckigen
blauen Schirmbrett ein durchgehendes silbernes Kreuz
(Hochstift Speyer)
- ein mit einer silbernen und von einer
goldenen Krone überhöhten Burg belegter roter Flug
(Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- Helmzier ein silberner Pfauenhals,
Helmdecken rot-silbern (Stammhelm von Rollingen)
Alternativ Schwert und Krummstab hinter dem
Wappen schräggekreuzt, Fürstenhut auf dem Schild.
Damian
Hugo Graf von Schönborn (1719-1743)
Unter einem roten Kardinalshut
mit beiderseits 10 (1:2:3:4, teilweise verdeckt) roten Fiocchi
werden drei einzelne Wappenschilde zusammengestellt, hinter den
Schilden ein Vortragekreuz und ein Krummstab auf den geistlichen
Rang und ein Schwert auf die Landesherrschaft verweisend.
Oberhalb der Schilde, aber unterhalb des Kardinalshutes ist ein
roter, hermelinverbrämter Fürstenhut zu sehen. Diese
Darstellung wird meist in der Bauplastik Bruchsals gewählt.
- 1. Wappenschild: Hochstift, geviert
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Prälatenstab),
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- 2. Wappenschild: Familienwappen von
Schönborn, in Rot auf drei silbernen Spitzen ein
schreitender goldener Löwe mit blauer Krone
(Stammwappen).
- 3. Wappenschild:
Deutschordens-Würden, geteilt,
- oben in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in
Alden-Biesen
- unten in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in
Marburg

Wappen am Kopfende des
Kammerflügels am Bruchsaler Schloß
Fundorte:
- Bruchsaler Schloß, mehrfach, auch an
den Nebengebäuden und an dem Kirchturm sowie am Stadttor
Während sich als Bauplastik
vor allem das vereinfachte Schönborn-Stammwappen findet, wird
auf Siegeln das komplette Familienwappen geführt (so auch im
Siebmacher, Band Bistümer, wiedergegeben):
- 1. Wappenschild: Hochstift, geviert
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Prälatenstab),
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- 2. Wappenschild: Familienwappen von
Schönborn
- Hauptschild: Der Schild ist
zweimal gespalten und zweimal geteilt:
- Feld 1: In Rot drei
(2:1) silberne Schildchen.
Reichsständische Herrschaft
Reichelsberg.
- Feld 2: In Gold der
kaiserliche, golden nimbierte schwarze
Doppeladler, im rechten Fang Zepter und
Schwert, im linken Fang den Reichsapfel
haltend.
- Feld 3: In Blau ein
silberner Balken, begleitet von 3 (2:1)
silbernen Rauten. Herrschaft Heppenheim.
- Feld 4: In Schwarz 3
(2:1) goldene aufrechte Getreidegarben,
aus dem Wappen derer von Buchheim.
- Feld 6: In Gold ein
schwarzer Wolf. Grafen von Wolfsthal.
- Feld 7: In Hermelin
auf einem roten und mit goldenen Quasten
verzierten Kissen ein goldener
Reichsapfel mit goldenem Kreuz.
Erbtruchsessen-Amt in den
österreichischen Landen ob und unter der
Enns, Anspruch ab 1712.
- Feld 8: Habsburger
Stammwappen (Österreich) auf einem
kleinen Schild unter dem Erzherzogshut
mit Fürstenmantel: In Rot ein silberner
Balken. Es handelt sich hierbei um ein
besonderes Gnadenzeichen, das zusammen
mit dem Titel der von Buchheim von den
Schönborns übernommen wurde
- Feld 9: In Silber ein
blauer Löwe, belegt mit zwei roten
Balken. Truchsess von Pommersfelden
- Herzschild (auf Platz 5): In
Rot auf drei silbernen Spitzen ein schreitender
goldener Löwe mit goldener oder eigentlich
korrekter blauer Krone (Stammwappen von
Schönborn).
- 3. Wappenschild:
Deutschordens-Würden, geteilt,
- oben in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in
Alden-Biesen
- unten in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in
Marburg
Dazu zehn Helme:
- Helm 1 (ganz rechts außen): gekrönt,
ein wachsender (!) schwarzer oder natürlicher Wolf,
Helmdecken blau-silbern, Grafen von Wolfsthal.
- Helm 2 (zweiter von her. rechts): auf
einem roten und mit goldenen Quasten verzierten Kissen
ein goldener Reichsapfel mit goldenem Kreuz. Helmdecke
rot-golden. Erbtruchsessen-Amt in den österreichischen
Landen ob und unter der Enns, Anspruch ab 1712.
- Helm 3: gekrönt, zwischen zwei
gestürzten Salmen eine dieselben haltende wachsende
Jungfrau in von Silber und Rot gespaltenem Kleide, die
Hauptkrone mit einem Pfauenstoß besteckt. Helmdecken
rot-golden. Reichelsberg.
- Helm 4: gekrönt, ein roter Flügel,
belegt mit einem silbernen, zweitürmigen Kastell,
schräg von hinten durchsteckt mit einem Prälatenstab
(Weißenburg)
- Helm 5 (Mitte her. rechts): gekrönt,
eine Inful (Bischofswürde)
- Helm 6 (Mitte her. links): auf einem
roten, hermelingestulpten Hut (Fürstenhut) ein
achteckiges, an den freien ecken mit Pfauenspiegeln
bestecktes blaues Schirmbrett, belegt mit einem
durchgehenden silbernen Kreuz (Hochstift Speyer)
- Helm 7: gekrönt, der goldene
gekrönte Löwe sitzend zwischen zwei rot-silber im
Spitzenschnitt geteilten Büffelhörnern. Helmdecken
rot-golden (Stamm-Helmzier von Schönborn)
- Helm 8: gekrönt, ein Paar blauer
Büffelhörner, belegt mit einem silbernen Balken,
begleitet von 3 (2:1) silbernen Rauten. Helmdecken
blau-silbern (Heppenheim)
- Helm 9: gekrönt, eine goldene
Getreidegarbe, Helmdecken schwarz-golden, von Buchheim
bzw. deren Erbtruchsessenamt.
- Helm 10 (ganz links außen): gekrönt,
ein blauer Löwe, belegt mit zwei roten Balken.
Helmdecken blau-silbern. Truchsess von Pommersfelden
Schildhalter: Zwei hersehende, golden
gekrönte, goldene Löwen, in den äußeren Vorderpranken an
goldenen Stangen jeweils eine golden befranste Standarte haltend,
rechts golden mit dem schwarzen Reichsadler, links rot mit
silbernem Balken (Österreich), dazu die Amtsinsignien in der
inneren Vorderpranke, rechts den Krummstab, links das Schwert.
Prozessionskreuz, Wappenzelt, Kardinalshut (nach Siebmacher, Band
Bistümer, wiedergegeben).
Ab 1740 war er auch noch Bischof von
Konstanz (2x in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, einmal
Hochstift Konstanz, einmal Reichenau). Zu diesem Zeitpunkt waren
aber alle seine wappengeschmückten Bauprojekte bereits
abgeschlossen. Im Gatz ist die Wiedergabe für die in der
Bauplastik anzutreffenden Darstellungen unzutreffend, die Kreuze
müssen für die Beispiele in Marburg, Friedberg, Bruchsal etc.
schwarz sein.
Alternativ findet sich auch eine
Komposition aus fünf (2:1:2) unter einem roten Kardinalshut mit
beiderseits 10 (1:2:3:4) roten Fiocchi gruppierten Einzelschilden
(nach Siebmacher, Band Bistümer, nach einer Münze), hinter den
Schilden ein aufrechtes Vortragekreuz und ein schrägrechter
Krummstab auf den geistlichen Rang und ein schräglinks
gestelltes Schwert auf die Landesherrschaft verweisend:
- Schild 1: Hochstift, geviert
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Prälatenstab),
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- Schild 2: In Rot ein durchgehendes
silbernes Kreuz (Hochstift Konstanz)
- Schild 3: Familienwappen von
Schönborn, in Rot auf drei silbernen Spitzen ein
schreitender goldener, gekrönter Löwe (Stammwappen).
Der Schild ist gekrönt und mit einem Deutschordenskreuz
unterlegt.
- Schild 4: in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in
Alden-Biesen
- Schild 5: in Silber ein schwarzes
Tatzenkreuz, Landkomtur des Deutschen Ordens in Marburg
Franz
Christoph von Hutten zu Stolzenberg (1743-1770)
System aus drei (2:1)
zusammengestellten Wappenschilden:
- 1. Wappenschild: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- 2. Wappenschild: In Rot eine silberne
Burg, durchsteckt von einem silbernen oder goldenen
Krummstab (Abtsstab), überhöht von einer goldenen Krone
(Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- 3. Wappenschild: Familienwappen von
Hutten, in Rot zwei goldene Schrägbalken (Stammwappen).

Das gartenseitige
Hutten-Wappen am Corps de Logis, Schloß Bruchsal, unter der
Altan-Brüstung.
Fundorte:
- Bruchsaler Schloß, Corps de Logis,
Vorder- und Rückseite
- Pfarrhaus von 1751 von Forst nördlich
von Speyer
- Jägerhaus Forst
Alternativ alles in einem
Schild: geviert
- Feld 1 und 4: geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Abtsstab), überhöht
von einer goldenen Krone (Propstei Weißenburg
(Wissembourg)/Elsaß)
- Feld 2 und 3: Familienwappen von
Hutten, in Rot zwei goldene Schrägbalken (Stammwappen).
Über dem Schild die
Bischofsmütze, hinter dem Schild Schwert und Krummstab
schräggekreuzt.
Andere, vereinfachte Variante
mit Herzschild (so im Siebmacher, Band Bistümer, abgebildet):
- Hauptschild geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Abtsstab), überhöht
von einer goldenen Krone (Propstei Weißenburg
(Wissembourg)/Elsaß)
- Herzschild: Familienwappen von Hutten,
in Rot zwei goldene Schrägbalken (Stammwappen).
Auf dem Schild der Fürstenhut, hinter dem
Schild schräggekreuzt schrägrechts der Krummstab und
schräglinks das Schwert, senkrecht das doppelarmige Kreuz,
Wappenmantel, Kardinalshut mit Fiocchi.
Damian
August Philipp Karl Graf Limburg-Styrum (1770-1797)

Dieser Torpfosten an Schloß Bruchsal
besitzt auf der Innenseite ein Medaillon mit dem Portrait des
Damian August Philipp Karl Graf von Limburg-Styrum (1770 - 1797)
und auf der Außenseite sein Familienwappen ohne Amtskomponenten.
Das Wappen ist geviert mit Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1: Grafen von
Limburg, in Silber ein golden bewehrter, golden
gekrönter, roter Löwe, einwärts gewendet.
- Feld 2: Graf von
Bronkhorst, in Rot ein gold bewehrter, bezungter
und gekrönter silberner Löwe.
- Feld
3: Herren von Wisch, in Gold zwei schreitende
rote Löwen übereinander, einwärts gewendet.
- Feld
4: Herrschaft Borkelo, in Rot 3 (2:1) goldene
Kugeln.
- Herzschild: In Silber ein roter Balken, jener belegt mit
drei goldenen Pfählen (Herrschaft Gehmen/Gemen)
Fundorte:
Als Amtswappen benutzte er eine Kombination
von drei (2:1) gestellten Schilden:
- 1. Wappenschild: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- 2. Wappenschild: In Rot eine silberne,
zweitürmige Burg, durchsteckt von einem silbernen
Krummstab (Abtsstab), überhöht von einer goldenen Krone
(Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)(Stammwappen).
- 3. Wappenschild: Familienwappen:
- Hauptschild:
- Feld 1: Grafen
von Limburg, in Silber ein golden
bewehrter, golden gekrönter, roter
Löwe.
- Feld 2: Graf
von Bronkhorst, in Rot ein gold
bewehrter, bezungter und gekrönter
silberner Löwe.
- Feld 3: Herren von Wisch, in
Gold zwei schreitende rote Löwen
übereinander.
- Feld 4: Herrschaft Borkelo,
in Rot 3 (2:1) goldene Kugeln.
- Herzschild:
In Silber ein roter
Balken, jener belegt mit drei goldenen Pfählen
(Herrschaft Gehmen/Gemen)
Schildhalter rechts ein wilder Mann, links
eine wilde Frau. Wappenzelt mit Fürstenhut. Hinter dem Wappen
schräggekreuzt Krummstab und Schwert. Abbildung im Siebmacher,
Band Bistümer.
Philipp
Franz Wilderich von Walderdorff (1801-1802, gest. 1810)
Philipp Franz Wilderich von
Walderdorff (reg. 1797-1802) war der letzte Fürstbischof von
Speyer, der die Säkularisierung der geistlichen Fürstentümer
erleben mußte. Sein Wappen ist wie folgt aufgebaut:
- Hauptschild: geviert:
- Feld 1 und 4: In Blau ein
durchgehendes silbernes Kreuz (Hochstift Speyer)
- Feld 2 und 3: In Rot eine
silberne Burg, durchsteckt von einem silbernen
oder goldenen Krummstab (Abtsstab, fehlt hier),
überhöht von einer goldenen Krone (Propstei
Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß)
- Herzschild: Wappen der Familie von
Walderdorff, geviert:
- Feld 1 und Feld 4: In Schwarz
ein rot-silbern geteilter, doppelschwänziger
Löwe, golden gekrönt (Stammwappen von
Walderdorff).
- Feld 2 und Feld 3: In Silber
zwei rote Balken (Niederisenburg).

Bildbeispiel: Hofapotheke
Bruchsal
Dr.
Karl-Heinz Wiesemann (2008 - ...)
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: In Blau ein durchgehendes
silbernes Kreuz (Bistum Speyer)
- Feld 2: In Gold eine schwarze Harfe
- Feld 3: In Silber drei im Dreipaß
gestellte, rund ausgeschlagene, grüne Seeblätter
- Feld 4: In Rot ein durchgehendes
goldenes Kreuz (Bistum Paderborn)
Zur vollständigen Darstellung gehören
noch das Vortragekreuz, dem Schild pfahlweise unterlegt, der
grüne Galero mit 2x 6 (1:2:3) Fiocchi eines Bischofs und der
Wahlspruch "MAIOR OMNI LAUDE".

Bildbeispiel: Balkon des
Bischofspalastes in Speyer
Die Aufnahme des Bistums Paderborn in Feld
4 erinnert daran, daß der Amtsinhaber aus der Erzdiözese
Paderborn stammt. Im Gegensatz zur heraldischen Praxis
vergangener Jahrhunderte, wo in Amtswappen nur Wappen von
Bistümern gezeigt wurden, in denen man tatsächlich das Amt des
Bischofs bekleidete, wurde es hier als Erinnerung an seinen
Lebensweg vor der Amtsübernahme in Speyer aufgenommen. Er hat
keinen doppelten Bischofssitz, wie man bei früher geltender
Konzeption von Amtswappen annehmen müßte, sondern nur den
Bischofssitz von Speyer.
Die Harfe und die Seeblätter
entstammen dem persönlichen Wappen des Bischofs. Die Harfe ist
in christlicher Symbolik eng mit König David assoziiert, ferner
mit Gesang und Musik zur Ehre Gottes. Die drei Seeblätter
verkörpern durch ihre Dreizahl einen Bezug zur Trinität, ferner
erinnert das Motiv an das zwar farblich (rot auf Silber) und
anordnungsmäßig (2:1) abweichende, aber dennoch als Vorbild
dienende Wappen des Herzogtums Engern. Der Bezug zum alten
Herzogtum Engern ist mehrfach, denn auf dessen Gebiet liegen
Paderborn als Stadt, in der er Weihbischof war, Enger als
Heimatort (der ebenfalls im Wappen Seeblätter führt), Herford
als Geburtsstadt und Brilon als letzter Pfarrsitz, mithin vier
wichtige Stationen im Leben des Speyerer Bischofs.
Literatur,
Links und Quellen:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten und
Familien angegebenen Quellen, sofern eigene Seiten existieren.
Siebmachers Wappenbücher,
insbesondere Band Bistümer
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im
Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz,
erstellt von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert
Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN
978-3-7954-1637-9
Bischof Wiesemann: http://www.messdiener-st-laurentius.de/bischof_wiesemann.htm

Weitere Monographien - Zurück
zur Übersicht Heraldik
Home
©
Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2009
Impressum
Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
