Bernhard Peter
Wappen der Würzburger Fürstbischöfe

Die Geschichte der Wappen der Würzburger Fürstbischöfe
Teil (2): AD 1573 - 1683

Julius Echter von Mespelbrunn 1573-1617

Photobeispiel: Dettelbach, Wallfahrtskirche Maria im Sand

Das Wappen ist geviert:

Zum Wappen gehören drei Helme:

Bauplastische Beispiele für das Wappen:

Johann Gottfried von Aschhausen 1617-1622

Photobeispiel: Ehehaltenhaus Bamberg

Er war Bischof von Bamberg, ehe er Bischof von Würzburg wurde. Daher gibt es von ihm kein Wappen mit "nur Würzburg", wohl aber solche mit "nur Bamberg" aus der Zeit von 1609-1617. Als Bischof von Würzburg und Bamberg ist das Wappen geviert mit Herzschild:

Helmzieren:

Bauplastische Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Johann Gottfried I. von Aschhausen (1617-1622)

Philipp Adolf von Ehrenberg 1623-1631

Photobeispiel: Würzburg, Neubaukirche

Das Wappen ist geviert:

Zum Wappen gehören folgende mögliche Helmzieren:

Bauplastische Beispiele für das Wappen

Franz von Hatzfeld 1631-1642

Er war ab 1633 auch gleichzeitig Bischof von Bamberg. Folglich gibt es von 1631-1633 Wappen mit Hatzfeld/Würzburg, danach Wappen Hatzfeld/Würzburg/Bamberg, aber keine mit nur Hatzfeld/Bamberg. Das Wappen ist geviert mit geviertem Herzschild:

Abb.: Hatzfeld-Wappen mit etlichen farblichen Abweichungen auf einer historischen Karte "FRANCONIAE Nova Descriptio Amstelodami. Apud Joannem Janßonium", 17. Jh., wahrscheinlich aus einem Atlas des niederländischen Kartographen und Verlegers Jan Janssonius. Ein herzliches Dankeschön an Herrn Pastor Rudolf W. L. Jacobs aus Unna für die Zurverfügungstellung dieses Bildes.

Mögliche Helmzieren (meist wird ein Fürstenhut verwendet, alternativ die Kaiserkrone, dahinter Schwert und Krummstab gekreuzt):

Johann Philipp von Schönborn (desgl. Erzbischof von Mainz) 1642-1673

Photobeispiel: Würzburg, alte Mainmühle

Das erste Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn (1642-1673) zeigt, daß er gleichzeitig Fürstbischof von Würzburg und Kurfürst und Fürsterzbischof von Mainz war: Das Wappen ist geviert mit Herzschild:

5 Helme, dazu rechts außen Schwert und links außen Krummstab hinter den Helmdecken und in der Mitte ein Vortragekreuz hinter dem Wappen:

Bauplastische Beispiele für das Wappen

Photobeispiel: Stift Haug, Würzburg

Das spätere (ab 1663 auch Fürstbischof von Worms) Wappen von Johann Philipp von Schönborn (1642-1673) repräsentiert auch noch das Bistum Worms. Das Wappen ist geteilt und zweimal gespalten und mit Herzschild belegt:

Bauplastische Beispiele für das Wappen

Johann Hartmann von Rosenbach 1673-1675

Photobeispiel: Stift Haug, Würzburg

Das Wappen ist geviert:

Helmzier derer von Rosenbach wäre ein wachsender, doppelt geschweifter gekrönter Löwe zwischen zwei von Silber und Schwarz geteilten Büffelhörnern. Die Helmdecken wären schwarz-silbern.

Bauplastische Beispiele für das Wappen

Peter Philipp von Dernbach (desgl. Bischof von Bamberg) 1675-1683

Photobeispiel: Stift Haug, Würzburg

Peter Philipp von Dernbach war 1672-1683 Bischof von Bamberg, aber erst ab 1675 Bischof von Würzburg. Das Wappen mit beiden Bistümern ab 1675 ist geviert mit Herzschild:

Bauplastische Beispiele für das Wappen

Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher, Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, erstellt von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Herrn Peter Kolb ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise.

Die Entwicklung der Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein - Der Bamberger Löwe

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© Copyright / Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007-2009
© Copyright / Urheberrecht für das Hatzfeld-Wappen: Herr Pastor Rudolf W. L. Jacobs aus Unna
Autor: Bernhard Peter, Im Schenkelsberg 8, 56076 Koblenz
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