
Bernhard
Peter
Wappen der
Würzburger Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Würzburger Fürstbischöfe
Teil (3): AD 1683 - 1729
Konrad
Wilhelm von Wernau 1683-1684

Photobeispiel: Stift Haug,
Würzburg
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: In Silber ein schwarzer Schrägbalken,
belegt mit drei goldenen Kugeln. Stammwappen von Wernau.
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine (von der Stange aus gesehen)
rot-silbern gevierte, schräggestellte und an den beiden
senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte Standarte mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Würzburg, Stift Haug, Eingangsportal
- Münnerstadt, Amtskellerei
- Schloß Hardheim, Schüttungsbau
Johann
Gottfried von Guttenberg 1684-1698

Photobeispiel: Stift Haug,
Würzburg
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: in Blau eine goldene Rose mit doppelter
Blattlage und mit goldenem Butzen. Stammwappen von
Guttenberg
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine (von der Stange aus gesehen)
rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je
zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Über der barocken Wappenkartusche
der Fürstenhut, hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert und
Krummstab. Zum Wappen Guttenberg würden gehören: Helmzier: Ein
hermelingestulpter roter Hut, aus dem fünf rotbraune
(natürliche) Rohrkolben wachsen. Helmdecken rot-silbern.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Würzburg, Stift Haug, Eingangsportal
- Binsfeld (Arnstein, Unterfranken),
Portal der Pfarrkirche)
- Münnerstadt, Augustinerkloster
- Würzburg, Grafeneckart
Wappen
des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von
Greiffenklau-Vollraths (1699-1719)

Photobeispiel: Pfarrkirche
in Rannungen, Unterfranken
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: von
Greiffenclau-Vollraths, geviert:
- Feld 1 und 4:
Greiffenclau-Vollraths, silbern-blau geteilt,
darüber ein goldenes Glevenrad
- Feld 2 und 3: Ippelbrunn, in
Schwarz ein silberner Schräglinksbalken.
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine (von der Stange aus gesehen)
rot-silbern gevierte, schräggestellte und an den beiden
senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte Standarte mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Das Wappen wird mit hinter dem
Schild schräggekreuztem Krummstab und Schwert geführt, dazu
entweder mit Fürstenhut (siehe oben) oder alternativ mit drei
Helmen (siehe unten) abgebildet:
- Helm 1 (Mitte): eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer
Befiederung. Helmdecken blau-silbern. Stammwappen von
Greiffenclau.
- Helm 2 (optisch links
außen): gekrönt, ein Paar Büffelhörner, jeweils im
Spitzenschnitt rot-silbern geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 3 (optisch rechts
außen): gekrönt, drei Straußenfedern in den Farben
Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg

Bildbeispiel: Karlstadt am
Main, Landratsamt
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Pfarrkirche Rannungen
- Karlstadt am Main, Landratsamt
- Würzburg, Juliusspital
- Würzburg, äußere Tore des
Bastionärssystem der Festung Marienberg
- Würzburg, Neumünster
- Würzburg, St. Peter
- Würzburg, Priesterseminar
- Röttingen, Rathaus
- Neustadt/Saale, Amtshaus
- Münnerstadt, Zehnscheune
- Iphofen, Rathaus
- Arnstein, Pfründnerspital
- Haßfurt, barockes Amtshaus und
jetztiges Rathaus
Wappen
des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp Franz von
Schönborn (1719-1724)

Photobeispiel:
Pfründnerspital in Arnstein, Unterfranken
Das einfache Wappen von Johann
Philipp Franz von Schönborn (1719-1724) ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: In Rot auf drei
silbernen Spitzen ein schreitender goldener Löwe mit
blauer Krone. Stammwappen der Grafen von Schönborn.
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, schräggestellte
und an den beiden senkrechten Seiten je zweimal
eingekerbte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Arnstein, Pfründnerspital

Bildbeispiel:
Würzburg, Kirche St. Peter
Das komplexe Wappen von Johann Philipp Franz von Schönborn (1719-1724) hat wesentlich mehr Elemente:
- Herzschild: Stammwappen der Grafen von
Schönborn. In Rot auf drei silbernen Spitzen ein
schreitender goldener Löwe mit blauer Krone.
- Feld 1: Kaiserlicher Doppeladler. In
Gold ein schwarzer Doppeladler, oben begleitet von einer
goldenen Krone. Wurde mit der Verleihung der
Reichsgrafenwürde als Gnadenzeichen angenommen.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 3: Dieses Feld enthält das
Habsburger Stammwappen (Österreich) auf einem kleinen
Schild: In Rot ein silberner Balken. Die Darstellung
variiert, manchmal ist es von einem Hermelin-Wappenmantel
umgeben oder von einer Rangkrone überhöht. Es handelt
sich hierbei um ein besonderes Gnadenzeichen, das
zusammen mit dem Titel der von Buchheim von den
Schönborns übernommen wurde.
- Feld 4: Reichsständische Herrschaft
Reichelsberg. Diese wurde 1671 vom Hochstift Würzburg
erworben. Damit waren Sitz und Stimme im Fränkischen
Grafenkollegium verbunden. In Rot drei (2:1) silberne
Schildchen.
- Feld 6: Herrschaft Heppenheim, von
Heppenheim genannt von Saal. Selbige Familie erlosch in
direkter Linie im Jahre 1684 und fiel an die
Verwandtschaft namens Grafen von Schönborn. In Blau ein
silberner Balken, begleitet von 3 (2:1) silbernen Rauten.
- Feld 7: von Buchheim. Die Güter derer
von Buchheim kamen im Jahre 1711 zur Familie der Grafen
von Schönborn, sie befinden sich in Österreich. In
Schwarz 3 (2:1) goldene aufrechte Getreidegarben.
- Feld 9: Erbtruchsessen-Amt in den
österreichischen Landen ob und unter der Enns, Anspruch
ab 1712. In Hermelin auf einem roten und mit goldenen
Troddeln verzierten Kissen ein goldener Reichsapfel mit
goldenem Kreuz.
- Feld 10: Grafen von Wolfsthal. Die
Familie erlosch, und im Jahre 1717 erbten die Schönborns
Besitzungen und Titel und vermehrten ihr Wappen um den
Wolf. In Gold ein schwarzer Wolf.
- Feld 11: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, schräggestellte
und an den beiden senkrechten Seiten je zweimal
eingekerbte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Feld 12: Wappen der Truchsess von
Pommersfelden (nicht zu verwechseln mit dem
Truchsessen-Amt in Feld 6). Im Jahre 1710 fielen die
Besitztümer und Titel der Truchsess von Pommersfelden an
die Grafen von Schönborn. In Silber ein blauer Löwe,
belegt mit zwei roten Balken.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Würzburg, St. Peter
- Haßfurt, barockes Amtshaus und
jetztiges Rathaus
- Neustadt/Saale, Amtshaus
Wappen
des Würzburger Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten
(1724-1729)

Photobeispiel:
Pfründnerspital in Arnstein, Unterfranken
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: In Rot zwei goldene
Schrägbalken, Stammwappen der Hutten von Stolzenberg und
Frankenberg
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, schräggestellte
und an den beiden senkrechten Seiten je zweimal
eingekerbte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
Das Wappen wird mit hinter dem
Schild schräggekreuztem Krummstab und Schwert geführt, dazu
entweder mit Fürstenhut (siehe oben) oder alternativ mit drei
Helmen (siehe unten) abgebildet:
- Helm 1 (Mitte): ein wachsender bärtiger Männerrumpf, rot
gekleidet mit goldenen Aufschlägen, auf dem Kopf eine
mit drei Hahnenfederbüschen an der Spitze und im Stulp
geschmückte Spitzmütze mit Aufschlag. Stammwappen von
Hutten.
- Helm 2 (optisch links
außen): Ein Paar Büffelhörner, jeweils im
Spitzenschnitt rot-silbern geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 3 (optisch rechts
außen): Drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot
und Blau zwischen zwei rot-silbern
gevierten Standarten mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg

Bildbeispiel: Gemünden am
Main, Huttenschloß. Cave: Feld 4 ist falsch tingiert.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Arnstein, Pfründnerspital
- Würzburg, alte Mainbrücke
- Gemünden am Main, Huttenschloß
- Pfarrkirche St. Josef in
Lohr-Steinbach, Orgelgehäuse
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher, Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte,
Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich
1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard
Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag
2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger
Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde
Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger
Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Herrn Peter Kolb ein herzliches Dankeschön für wertvolle
Hinweise.

Die Entwicklung der Wappen der
Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein
Die Entwicklung des Wappens der von
Schönborn
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