Bernhard Peter
Besondere Motive: Chaperonné

Das Wort "Chaperonné" bedeutet wörtlich "überkappt". Es handelt sich um eine bestimmte Art der Gestaltung des Schildhauptes, bei der die beiden oberen Ecken abgeschnitten werden und gleiche Farbe haben. Dies wird von Scheibelreiter und Oswald in einer gerundeten Konstruktion (entspricht Abb. links) dargestellt, in den französischen Quellen findet man aber eine Entsprechung zu rechtem und linkem Schrägeck (oder den schräg abgeschnittenen Hauptecken), so wie im de Boos beschrieben und im Rietstap vorkommend, nämlich eckig (Abb. rechts). Das Chaperonné kommt in der französischen Heraldik vor, eines der seltenen Beispiele aus Deutschland ist das Wappen der v. Stauffeneck (Rietstap, Rolland, Abb. rechts), de gueules à trois fasces d'argent, chaperonné du même (alternativ: le champ chaperonné du sec.) - in Rot drei silberne Balken mit ebensolchem Chaperonné. Die Darstellung in der Wappenbilderordnung folgt den französischen Quellen, die als authentischer anzusehen sind.

Chaperonné wie im Oswald und im Scheibelreiter dargestellt (deutsche Quellen) Chaperonné wie im Rietstap/Rolland und im de Boos dargestellt (französische Quellen)

Literatur, Quellen und Links:
Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken. Battenberg-Verlag, 2. Auflage 2006, ISBN: 3-86646-010-4
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband B1: Wappenbilder-Ordnung, Bd. 1, Degener Verlag, ISBN 3-87947-114-2
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband B2; Wappenbilder-Ordnung Bd. 2. 1991. 393 S. 7 Tafeln mit zahlr. Abb. Festeinband, Degener Verlag, ISBN 3-87947-100-2
Dr. Jean-Claude Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, 1974
Rietstap, Armorial Général, und Rolland
Emmanuel de Boos, Dictionnaire du Blason, Editions du léopard d'or, Paris, 2001, ISBN 2-83377-170-1
Georg Scheibelreiter: Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien/München 2006, ISBN 3-7029-0479-4 (Österreich) und 3-486-57751-4 (Deutschland)

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