Bernhard Peter
Eigene Gestaltungen

Wappen Nador

Blasonierung: In von Schwarz und Gold achtfach geständertem Schild 4 (1:2:1) Fensterrauten in verwechselten Farben. Helmzier ein wachsender, bartloser Männerrumpf mit goldenem, halblangem Haar in schwarzer, mit goldenen Patriarchenkreuzen bestreuter, offen getragener Schecke mit Stehkragen über goldenem Hemd, auf dem Haupte eine turbanartig aufgerollte schwarze, golden gefütterte Gugel mit rechts herabfallendem Zipfel und links herabfallendem Schulterkragen, mit beiden Händen die Stephanskrone vor sich haltend. Helmdecken schwarz-golden.

Entwurf: Forum Heraldik und Kunst, Gestaltung: BP.

Wappenstifter: Neu angenommen am 18.12.2007 von Jens Nador. Führungsberechtigung: Wappenstifter und alle Nachkommen des Stifters, soweit und solange sie noch den Familiennamen Nador führen, auch als Doppelname.

Erstveröffentlichung: 18.12.2007, Wappensammlungen der GwF und von Heraldik-und-Kunst.de.

Symbolerklärung: Der Name der aus Ungarn stammenden Familie "Nador" bedeutet Paladin - als Paladin (lat.: comes palatii, comes palatinus, später: palatinus (regni); ungarisch: nádorispán/ nádor; Slowak.: nádvorný župan/ nádvorný špán, später: palatín / nádvorník, kroat. palatin oder dvorjanik) wurde im Königreich Ungarn in den Jahren 1350 bis 1848 der vom König vorgeschlagene und vom Reichstag gewählte königliche Stellvertreter bezeichnet. Er war gleichzeitig der Oberste Richter des Landes. Die Funktionen des Paladins haben sich im Laufe der Geschichte deutlich geändert. Anfangs war das Amt ansatzweise mit dem des deutschen Pfalzgrafen vergleichbar, im 19. Jahrhundert handelte es sich jedoch nur noch um ein rein formales Amt. Diese Funktion wird durch das Schildbild versinnbildlicht: Ein Herrscher ist das Zentrum der Macht, von dem aus diese in alle Himmelsrichtungen ausstrahlt. Er wird umgeben von seinen Paladinen, die ihn bei der Ausübung seiner Herrschaft unterstützen, symbolisiert durch die vier Fensterrauten. Sie fügen sich geometrisch in das Gefüge der Macht ein, so wie sie im Dienste des Herrschers stehen, geben ihr aber durch die verwechselten Farben ein eigenes Gepräge. Gleichzeitig bilden die Paladine einen schützenden Bereich rings um das Zentrum der Macht. Die Farben wurden frei gewählt. Die Helmzier präsentiert die Nationalsymbole Ungarns, das Patriarchenkreuz und die Stephanskrone. Die Stephanskrone (ungarisch: Szent Korona - Heilige Krone) wurde der Legende nach von Papst Silvester II. im Jahr 1000 dem damals zum Christentum konvertierten König Stephan I. von Ungarn anläßlich dessen Krönung übersandt. Diese erste, ursprüngliche Stephanskrone existiert heute nicht mehr. Die später angefertigte und heute noch erhaltene Stephanskrone entstand in drei Phasen im 11. und im 13. Jahrhundert. Traditionell wird der Treueschwur der ungarischen Könige auf diese Krone abgelegt, und das seit 1267. Deshalb wurde die Stephanskrone im ungarischen Königtum zu einem Nationalsymbol. Das Patriarchenkreuz ist Bestandteil des ungarischen Staatswappens und weist so ebenfalls auf die Herkunft der Familie Nador hin. Die Darstellung der Kopfbedeckung folgt einer Modeströmung, wie sie in der Spätgotik aus Italien kam, und die von weltgewandten Leuten nachgeahmt wurde: Der Gesichtsausschnitt wurde mehrfach umgeschlagen, und mit der Gesichtsöffnung setzte man sich die traditionelle Gugel auf den Kopf, so daß das Schultertuch auf der einen Seite und der Zipfel auf der anderen Seite herunterhing, was damals als sehr modisch galt. Wer die Gugel so trug, zeigte damit Vertrautheit mit italienischen Sitten und damit eine gewisse Weltgewandtheit (Reisende, Kaufleute etc.), was hier in diesem Sinne als Symbol verwendet wird.

Detailvergrößerung: Helmzier

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