Bernhard Peter
Französische Heraldik:
Komplexere Beispiel-Blasonierungen
mit Erläuterungen

Beispiel 1: Grafen Marchant d'Ansembourg
Aus der luxemburgischen Familie der Marchant bekam Lambert Joseph de Marchant, Herr zu Ansembourg, Koryck, Siebenborn und Useldange am 16.7.1750 in Wien den Reichsgrafenstand ("Comte du Saint-Empire") mit Namenszusatz "d'Ansembourg" und Wappenbesserung sowie Prädikat "Hoch- und Wohlgeboren". Dieses ist das vermehrte Wappen der Familie:

In diesem Wappen können wir viele der oben besprochenen Sachen wiederfinden. Betrachten wir jedes Feld erst einzeln und beginnen mit dem Hauptschild: In Feld 1 finden wir in Gold einen rot gekrönten, roten Löwen. Hier greift wieder die Regel, daß man nur höchst ungern eine Farbbezeichnung wiederholt und viel lieber mit Wörten wie "genauso" arbeitet: D'or au lion de gueules, couronné du même. In Feld 2 haben wir ein rotes Feld unter einem silbernen Schildhaupt mit schwarzem Schräggitter (fretté). Im Diplom wird es abweichend angegeben mit "chef de sable chargé de losanges d'argent". Solches liegt hier nicht vor, wegen der Farbregel ist die Basisfarbe Silber und nicht Schwarz. Interessant ist aber hier das Wort für Raute: "Losange" und "fusée" bezeichnen beide eine Raute, die "fusée" ist aber die länglichere, spitzere Variante, die "losange" ist mehr ein auf die Spitze gestelltes Quadrat. Aber "fretté" ist hier zutreffender als das Wort im Diplom. Die Reihenfolge-Regel greift hier, zuerst wird das Feld mit der Hauptfarbe (de gueules) genannt, dann das silberne (d'argent) Schildhaupt (le chef): De gueules au chef d'argent fretté de sable. In Feld 3 begegnet uns wieder das oben Gesagte zu "brochant": "In silbern-blauem Eisenhutfeh ein roter Balken" wird zu "de vair, à la fasce de gueules brochante". Im Diplom wird übrigens nicht von "vair" gesprochen, obwohl das viel einfacher wäre, sondern von einem silbernen, mit blauen Eisenhüten besäten Feld: D'argent semé de chapeaux de fer d'azur. In Feld 4 finden wir in Gold einen rotgezungten und -bewehrten schwarzen Adler. Dazu sei angemerkt, daß zwei Worte "mit herausgeschlagender Zunge" bedeuten: Das Wort "lampassé, lampassée" ist uns schon beim Löwen begegnet und das geeignete Wort für solche Raubtiere. Bei Vögeln und Haustieren nimmt man gerne für "gezungt" das Wort "langué, languée". Dieses Feld wird also mit "d'or à l'aigle de sable, languée de gueules" treffend beschrieben.

Nun zum Herzschild. Auch hier zunächst jedes Feld einzeln: Feld 1 und 4 enthalten in Silber einen doppelschwänzigen, golden gekrönten, golden gezungten, schwarzen Löwen. Diese ganzen Attribute lauten im Französischen: "D'argent au lion de sable à queue fourchue, couronné, armé et lampassé d'or". Der Schwanz ist hier wörtlich ein "verzweigter" Schwanz, fourchu, fourchue oder fourché, fourchée. Eine "la fourche" ist die Gabel, eine "la fourche à faner" wäre eine Heugabel. Anmerkung: Zunge und Bewehrung werden im Loutsch zwar als rot angegeben, würden aber so weder zur logischen Entwicklung noch zum entsprechenden Löwen in der Helmzier passen. Feld 2 und 3 zeigen in Silber eine dreieckige schwarze Egge, also ganz schlicht "d'argent à la herse de sable". "La herse" bedeutet aber nicht nur Egge, sondern auch Fallgatter. Ein Tor, welches "hersé" ist, ist mit einem Fallgatter versehen, ein alternatives Wort wäre übrigens "coulissé", mit einem in einem Falz gleitenden Tor. Man findet auch den Ausdruck "la herse sarrasine" für ein Fallgatter. Hier jedoch ist die Bedeutung "Egge" zutreffend.

Jetzt kommen wir zum eigentlich Spannenden: Wie werden diese 8 Felder mit 6 unterschiedlichen, auf zwei Schilde verteilten Inhalten verknüpft? Wenn ein Schild geviert ist, heißt er "écartelé". Da er ebenfalls geviert ist, ist der Herzchild "contre-écartelé". Hauptschild und Herzschild werden mit "sur le tout" verknüpft, "über dem Ganzen". Also lautet der korrekte Aufbau des Gesamt-Blasons: "Écartelé.......sur le tout.......contre-écartelé......". Die einzelnen Felder werden mit à angegeben, beim Herzschild mit nur zwei Komponenten genügt "et": "Écartelé: au 1 ......, au 2 ....., au 3 ......, au 4 ........, sur le tout contre-écartelé ...... et ........" Selbstverständlich kann auch der Herzschild alleine nur als "écartelé" angesprochen werden: "Écartelé: aux 1 et 2 ....., aux 3 et 4 ........." - man achte auf die Verwendung von Singular und Plural bei der Ansprache der Felder. Gibt es keine figürlichen Inhalte in den Feldern, können die Zahlen entfallen, z. B. écartelé d'argent et de gueules - von Silber und Rot geviert, damit ist automatisch klar, daß 1 et 4 d'argent sind sowie 2 et 3 de gueules - wie im Deutschen auch.

Insgesamt kommen wir also zu folgendem Blason: "Écartelé: au 1 d'or au lion de gueules, couronné du même, au 2 de gueules au chef d'argent fretté de sable, au 3 de vair, à la fasce de gueules brochante, au 4 d'or à l'aigle de sable, languée de gueules. Sur le tout contre-écartelé d'argent au lion de sable à queue fourchue, couronné, armé et lampassé d'or, et d'argent à la herse de sable."

Zum Oberwappen: Helm 1 (Mitte): gekrönt, ein schwarzer Adler, Decken schwarz-golden (une aigle de sable). Helm 2 (optisch links der Mitte): gekrönt, doppelschwänziger schwarzer Löwe wachsend, nach innen gekehrt, golden gekrönt, gezungt und bewehrt. Decken schwarz-silbern (un lion issant contourné de sable, armé, lampassé et couronné d'or). Helm 3 (optisch rechts der Mitte): gekrönt, ein rot gekrönter, roter Löwe wachsend, Decken rot-golden (un lion de gueules couronné du même). Helm 4 (optisch links außen): gekrönt, ein Flügel (oder Flug), tingiert wie Feld 2 (Rot unter einem silbernen Schildhaupt mit schwarzem Schräggitter), Decken rot-silbern (un vol aux armes de 2). Helm 5 (optisch rechts außen): gekrönt, drei grüne Straußenfedern, Decken blau-silbern (trois plumes d'autruche de sinople).

Vokabeln:

  •  contourné = linksgekehrt
  • la couronne = die Krone
  • couronné = gekrönt
  • du même = genauso
  • fretté = schräggegittert
  • le chef = Schildhaupt
  • le losange = die Raute
  • la fusée = die (länglichere) Raute
  • brochant = darüberhinweggehend
  • vair = Eisenhutfeh
  • semé = besät, bestreut
  • le chapeau de fer = der Eisenhut
  • lampassé, lampassée = mit herausgeschlagener Zunge bei Raubtieren
  • langué, languée = mit herausgeschlagener Zunge bei Vögeln und Haustieren
  • la queue = der Schwanz, der Schweif, außerhalb der Heraldik auch: die Warteschlange, das Zugende
  • fourchu, fourchue = fourché, fourchée = verzweigt, gegabelt
  • la fourche = die Gabel
  • la fourche à faner = die Heugabel
  • la herse = Egge, Fallgatter.
  • hersé = mit einem Fallgatter versehen
  • la herse sarrasine = das Fallgatter
  • écartelé = geviert
  • contre-écartelé = gegen-geviert
  • sur le tout = über dem Ganzen
  • une aigle = der Adler
  • de sable = schwarz
  • de sinople = grün
  • un vol = ein Flug
  • la plume d'autruche = die Straußenfeder

Beispiel 2: Bayern auf französisch
Dies ist das bekannte kurbayerische Wappen, geviert mit Herzschild:

  • Feld 1 und 4: Von Blau und Silber schräg geweckt (Wittelsbach, Alt-Bayern)
  • Feld 2 und 3: In Schwarz ein goldener, rot gekrönter Löwe (Pfalz)
  • Herzschild: in Rot ein goldener Reichsapfel (Erzamt des Erztruchsessen).
  • Wie wäre das jetzt im Französischen zu blasonieren? Strukturell ist es ein Hauptschild mit Herzschild, wobei der Hauptschild aus zwei doppelt vorkommenden Inhalten geviert ist. damit ist die Grundstruktur: Écartelé, aux 1 et 4........, aux 2 et 3......., sur le tout......, und in dieses Schema müssen nur die Einzelblasonierungen der Felder eingesetzt werden.

    Jetzt brauchen wir als Spezialvokabeln nur das Wort für schräggerautet. Das Französische hat zu vielen Einzelbegriffen eine Musterbildung nach folgendem Schema vorgesehen:

    Werden solche Ausdrücke im Blason verwendet, beginnt man mit dem Ausdruck ohne Artikel und nennt anschließend Orientierung und Anzahl der Plätze, sofern jeweils nötig, z. B.: fuselé en bande, fuselé en barre, palé de huit pièces, und schließlich die Farben, z. B.: vergetté de 10 pièces d'argent et de gueules.

    Zurück zum Beispiel: Gehen wir von der konkreten Abbildung aus - das Feld 1 und 4 ist jeweils schräglinks gerautet, also hieße der Ausdruck "fuselé en barre", von Silber und Gold - "d'argent et d'azur". Den Löwen hatten wir in vorherigen Beispielen hinreichend behandelt, um uns kurz und bündig für "de sable au lion d'or, armé, lampassé et couronné de gueules" zu entscheiden. Der Reichsapfel wird entweder "le globe impérial" genannt oder beschrieben "le globe terrestre croisé et surmonté de la croix, d'or. Insgesamt ergibt sich also folgender Blason: "Écartelé, aux 1 et 4 fuselé en barre d'argent et d'azur, aux 2 et 3 de sable au lion d'or, armé, lampassé et couronné de gueules, sur le tout de gueules au globe impérial d'or".

    Vokabeln:

    • le prince électeur = Kurfürst
    • l'électorat = Kurfürstentum
    • la Bavière = Bayern
    • le Palatinat = die Pfalz
    • le sénéchal = der Truchseß
    • barré = mehrfach linksgeschrägt
    • bandé = mehrfach rechtsgeschrägt
    • fascé = mehrfach geteilt, unter 8fach
    • burelé = mehrfach geteilt, ab 8fach
    • palé = mehrfach gespalten, bis 8fach
    • vergetté = mehrfach gespalten, ab 8fach
    • fuselé = gerautet, gespindelt
    • losangé = gerautet, schräggeschacht
    • le triangle = das Dreieck
    • trianglé = gespickelt
    • le mâcle = Fensterraute
    • le mâclé = fenstergerautet
    • le globe impérial = Reichsapfel
    • le globe terrestre = die Erdkugel
    • croisé = bekreuzt
    • surmonté = überhöht
    • la croix = das Kreuz

    Beispiel 3: Pfalz-Neuburg auf französisch
    Dies ist das Wappen von Pfalz-Neuburg. Es ist in deutscher Blasonierung wie folgt aufgebaut:

    Was ist neu? Hier kommen wir mit "écartelé" alleine nicht mehr weiter und müssen uns erst einmal ausführlicher mit weitergehenden Schildteilungen beschäftigen. Während die Begriffe "parti" und "coupé" eindeutig hinsichtlich der Lage der Teilung sind, ist es der für die zweifache Teilung verwendete Ausdruck "tiercé" nicht - dann wird zusätzlich die Richtung angegeben, "en pal" oder "en fasce".

    Um Klarheit zu schaffen, wird meistens noch die Anzahl der erzeugten Felder hintenangehängt (ab 6 Plätzen):

    Nach diesem Modell können wir jetzt an das Wappen von Pfalz-Neuburg gehen: Der Basis-Aufbau des Blasons ist damit folgender: "Coupé d'un, parti de trois, qui font 8 quartiers: au 1 ....., au 2 ....., au 3 ....., au 4 ...., au 5 ...., au 6 ....., au 7 ....., au 8 ......, sur le tout....."

    Nun zu den einzelnen Inhalten:

    Nun setzen wir alles ein und erhalten den kompletten Blason: "Coupé d'un, parti de trois, qui font 8 quartiers: au 1 fuselé en bande d'argent et d'azur, au 2 d'or au lion de sable, armé et lampassé de gueules, au 3 de gueules à l'escarboucle fleurdelisée d'or, à l'écusson d'argent brochant, au 4 d'argent au lion de gueules, armé et lampassé d'or, couronné d'azur, la queue fourchue et passée en sautoir, au 5 d'argent au lion d'azur, armé et couronné d'or, au 6 d'or à la fasce échiquetée de trois tires d'argent et de gueules, au 7 d'argent à trois chevrons de gueules, au 8 d'or à la fasce de sable, sur le tout de sable au lion d'or, armé, lampassé et couronné de gueules"

    Vokabeln:

    • tiercé = gedrittelt
    • parti de trois = dreimal gespalten
    • coupé de trois = dreimal geteilt
    • le quartier = das Viertel, der Platz
    • tiercé en pal = senkrecht gedrittelt
    • tiercé en fasce = waagerecht gedrittelt
    • en bande = schrägrechts
    • Juliers = Jülich
    • Clèves = Kleve
    • l'escarboucle = Karfunkel, Glevenrad
    • fleurdelisée = lilienbesetzt
    • passé en sautoir = schräg überkreuzt
    • échiqueté = geschacht
    • les échecs = das Schach
    • le jeu d'échecs = das Schachspiel
    • le tire = die Reihe
    • le chevron = der Sparren

    Beispiel 4: Elisabeth von Luxemburg, Herzogin von Görlitz
    Elisabeth von Görlitz (Elisabeth de Luxembourg, duchesse de Goerlitz) war Regentin und Erbin von Luxemburg (1390-1451), die zugunsten von Philipp des Guten von Burgund auf ihre Thronfolgerechte verzichtet hatte, nicht zuletzt wegen hoher Verschuldung verkaufte sie 1443 ihre Pfandrechte an ihn. Danach war sie - mit Verlaub - überflüssig in der Luxemburger Politik und lebte von 1444-1451 in Trier und entwickelte sich dabei zur großen Wohltäterin der Franziskaner. Ihre Grabplatte (pièrre tombale) bzw. Epitaph (l'épitaphe f.) befindet sich in der heutigen Jesuitenkirche zu Trier (Trèves), wo der Schild von zwei Engeln gehalten wird (l'écu tenu par deux anges). Der Wappenschild darauf enthält bei näherem Hinsehen nicht nur ein Wappen, sondern zwei, denn es handelt sich um ein Allianzwappen. Denn genauer betrachtet war Elisabeth die einzige Tochter des Herzogs Johann von Görlitz (Jean, duc de Goerlitz, Graf von Luxemburg, König von Böhmen, der einzige Herzog von Görlitz (das Herzogtum Görlitz wurde eigens für ihn geschaffen), Markgraf von Mähren, Markgraf von Brandenburg, 1386 - 1388 auch Verwalter des Herzogtums Luxemburg) und der Richardis von Mecklenburg-Schwerin (Richarde de Mecklembourg), Tochter von Herzog Albrecht III. von Mecklenburg, weiterhin eine Enkelin des Kaisers Karl IV (petite-fille de Charles IV). Ihr erster Ehemann, den sie am 16. Juli 1409 in Brüssel heiratete, war Anton von Burgund, Herzog von Brabant und Limburg, Graf von Rethel (Antoine de Bourgogne, duc de Brabant). Die Mitgift Elisabeths betrug 120.000 Gulden, wurde aber nie ausgezahlt, sondern sie erhielt ersatzweise die Pfandherrschaft über das Herzogtum Luxemburg, das sie später an Burgund brachte. Mit ihrem ersten Gemahl hatte Elisabeth einen einzigen Sohn, der aber noch als Säugling starb. Anton von Burgund starb in der Schlacht von Azincourt (25.10.1415), einem der größten militärischen Siege der Engländer im Hundertjährigen Krieg gegen die Franzosen und deren Verbündete. Dieser Gemahl ist heraldisch nicht vertreten. Danach heiratete Elisabeth Herzog Johann von Bayern-Straubing (Jean de Bavière, comte palatin du Rhin, duc en Bavière), Electus und Fürstbischof von Lüttich und Grafen von Holland (comte de Hollande). Die Ehe blieb kinderlos. 1425 verstarb ihr zweiter Gemahl (Gift). Dieser Gemahl nimmt die heraldisch rechte Seite des Allianzwappens ein.

    Als Allianzwappen ist der Schild gespalten:

    Beginnen wir mit der Basis-Konstruktion: Wir haben ein in einem Schild zusammengeschobenes Ehewappen, müssen also mit "parti" arbeiten. Der Schild ist gespalten (parti) von den Einzelwappen von Jean de Bavière und Elisabeth de Luxembourg, duchesse de Goerlitz: "Parti, au 1.......; au 2.........." Genauer, um den Charakter eines zusammengeschobenen Ehewappens zu unterstreichen: "Parti, au 1 de son mari, qui est........, au 2 de son père, qui est...... ".

    Die nächste zu definierende Substruktur wäre, daß 1 geviert ist mit zwei Komponenten und 2 geviert ist mit vier Komponenten und Herzschild: "Parti, au I de son mari, qui est écartelé, aux 1 et 4 ......., aux 2 et 3 ........; au II de son père, qui est écartelé ......., sur le tout ........".

    Jetzt kommt noch hinzu, daß die Plätze 2 und 3 der vorderen Spalthälfte nochmals geviert sind, und "écartelé" innerhalb eines "écartelé" wird zu "contre-écartelé": "Parti, au I de son mari, qui est écartelé, aux 1 et 4 ......., aux 2 et 3 contre-écartelé de ... et ....; au II de son père, qui est écartelé ......., sur le tout ........".

    Wie das nachher aussieht, sehen wir, wenn wir die Zuordnung der Felder einsetzen: "Parti, au I de son mari, qui est écartelé, aux 1 et 4 de Bavière, aux 2 et 3 contre-écartelé de Flandre et Hollande; au II de son père, qui est écartelé de Bohême, de Brandenbourg, de Basse-Lusace et de Görlitz, sur le tout de Luxembourg".

    Jetzt könnten wir hilfsweise so weiter machen: setzen: "Parti, au I de son mari, qui est écartelé, aux 1 et 4 de Bavière (.......), aux 2 et 3 contre-écartelé de Flandre (.......) et Hollande (.......); au II de son père, qui est écartelé de Bohême (.......), de Brandenbourg (.......), de Basse-Lusace (.......) et de Görlitz (.......), sur le tout de Luxembourg (.......)". Aber natürlich lassen wir am Ende die Zuordnungen und die Klammern weg!

    Nun zu den einzelnen Feldern:

    Jetzt setzen wir die einzelnen Felder in den oben abgeleiteten "Konstruktions-Rahmen" ein: "Parti, au I de son mari, qui est écartelé, aux 1 et 4 fuselé en bande d'argent et d'azur, aux 2 et 3 contre-écartelé d'or au lion de sable, armé et lampassé de gueules, et d'or au lion de gueules, armé (et parfois lampassé) d'azur; au II de son père, qui est écartelé, au 1 de gueules au lion d'argent, couronné, armé et lampassé d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, au 2 d'argent à l'aigle de gueules, membrée, becquée et liée d'or, au 3 d'argent au boeuf rampant de gueules, au 4 coupé de gueules au lion d'argent, parfois couronné d'or, et d'argent, sur le tout burelé d'argent et d'azur de dix pièces au lion de gueules, couronné, armé et lampassé d'or".

    Oder auch ein bißchen verkürzt: "Parti, au I écartelé: aux 1 et 4 fuselé en bande d'argent et d'azur, aux 2 et 3 contre-écartelé d'or au lion de sable, armé et lampassé de gueules, et d'or au lion de gueules, armé (et parfois lampassé) d'azur. Au II écartelé: au 1 de gueules au lion d'argent, couronné, armé et lampassé d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, au 2 d'argent à l'aigle de gueules, membrée, becquée et liée d'or, au 3 d'argent au boeuf rampant de gueules, au 4 coupé de gueules au lion d'argent, parfois couronné d'or, et d'argent, sur le tout burelé d'argent et d'azur de dix pièces au lion de gueules, couronné, armé et lampassé d'or".

    Übrigens - einfacher ist es natürlich, Ehewappen als zwei zusammengestellte Wappen aufzubauen, wo zwei separate Schilde aufeinander bezogen sind. Eine solche Konstruktion würde man aufbauen mit "Armes accolées de....... et de......."

    Vokabeln:

    • le duc = Herzog
    • la duchesse = Herzogin
    • la pièrre tombale = Grabplatte
    • l'épitaphe f. = das Epitaphium
    • l'ange m. = der Engel
    • la petite-fille = die Enkelin
    • le comte = der Graf
    • le comte palatin du Rhin = Pfalzgraf bei Rhein
    • le mari = der Ehemann
    • la Flandre, Flandres = Flandern
    • la Bohême = Böhmen
    • la Basse-Lusace = Niederlausitz
    • parfois = gelegentlich, manchmal
    • passé en sautoir = sich überkreuzend
    • membré = mit.... Beinen
    • becqué = geschnäbelt
    • lié = bebandet
    • le boeuf = das Rind
    • burelé = gestreift
    • la Hollande = Holland

    Beispiel 5: verschiedene Wappen der Großherzöge von Luxembourg
    1. Form: 1898, für Adolph Wilhelm Karl August Friedrich (24.7.1817 - 17.11.1905) bis zu seiner Enkelin Charlotte Adelgunde Elisabeth Maria Wilhelmine Großherzogin v. Luxemburg (23.1.1896 - 1985). Es ist wie folgt aufgebaut:

    Französische Blasonierung:

    2. Form, 1939, für Großherzog Jean v. Luxemburg, Herzog zu Nassau, Prince de Bourbon-Parme:

    Französische Blasonierung: Écartelé aux I et IV d'azur à trois fleurs de lis d'or, posées 2, 1, à la bordure de gueules (Bourbon-Parme), aux II et III d'azur semé de billettes d'or, au lion couronné du même, armé et lampassé de gueules, brochant (de Nassau), sur le tout en coeur un burelé d'argent et d'azur de dix pièces, au lion de gueules, armé, lampassé et couronné d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, brochant (de Luxembourg).

    3. Form, 1953, für Großherzog Jean v. Luxemburg:

    Französische Blasonierung: Parti, au I d'azur semé de billettes d'or, au lion couronné du même, armé et lampassé de gueules, brochant (de Nassau), au II burelé d'argent et d'azur de dix pièces, au lion de gueules, armé, lampassé et couronné d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, brochant (de Luxembourg), en pointe, brochant sur le parti, d'azur à trois fleurs de lis d'or, posées 2, 1, à la bordure de gueules chargée de coquilles d'argent (Bourbon-Parme).

    4. Form, 1964, für Großherzog Jean: Un écartelé de Nassau et de Luxembourg, aux I et IV d'azur semé de billettes d'or, au lion couronné du même, armé et lampassé de gueules, brochant (de Nassau), aux II et III burelé d'argent et d'azur, au lion de gueules, armé, lampassé et couronné d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, brochant (de Luxembourg).

    5. Form, 2001, für Großherzog Henri v. Luxemburg, Erbprinz v. Nassau, Prinz v. Bourbon-Parma: Un écartelé de Luxembourg et de Nassau, aux I et IV burelé d'argent et d'azur, au lion de gueules, armé, lampassé et couronné d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, brochant (de Luxembourg), aux II et III d'azur semé de billettes d'or, au lion couronné du même, armé et lampassé de gueules, brochant (de Nassau).

    6. Form, 2001, Großes Wappen: Dieses hat einen Herzschild zusätzlich, der deutlich macht, daß der Großherzog im Mannesstamme zum Haus Bourbon-Parma gehört und damit ein Nachkomme der französischen Könige ist, genau genommen ist der jetzige Großherzog ein direkter Nachfahr des Sonnenkönigs.

    Das Wappen ist jetzt wie folgt aufgebaut:

    Französische Blasonierung: Un écartelé de Luxembourg et de Nassau, aux I et IV burelé d'argent et d'azur, au lion de gueules, armé, lampassé et couronné d'or, la queue fourchue et passée en sautoir, brochant (de Luxembourg), aux II et III d'azur semé de billettes d'or, au lion couronné du même, armé et lampassé de gueules, brochant (de Nassau), sur le tout en coeur d'azur à trois fleurs de lis d'or, posées 2, 1, à la bordure de gueules chargée de huit coquilles d'argent posées en orle (de Bourbon-Parme).

    Vokabeln:

    • la croisette = das Kreuzchen
    • la croisette recroisettée = widergekreuztes Kreuzchen
    • la croisette au pied fiché = fußgespitztes Kreuzchen
    • le léopard = der Leopard = schreitender, hersehender Löwe
    • léopard lionné = gelöwter Leopard = aufspringender, hersehender Löwe
    • l'un sur l'autre = übereinander
    • la queue fourchue et passée en sautoir = der Schwanz gegabelt (Doppelschwanz) und sich überkreuzend
    • la billette = Schindel
    • burelé = gestreift
    • la bordure = der Schildbord
    • en orle = kranzförmig um etwas herum, bordweise
    • la coquille = Muschel

    Quellen, Literatur und Links
    Dr. Jean-Claude Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, 1974, Publications Nationales Du Ministère des Arts et des Sciences, Imprimerie Saint-Paul, Société Anonyme, Luxembourg
    Wappenbilderordnung, Symbolorum armoralium ordo, hrsg. vom HEROLD, bearbeitet von Jürgen Arndt und Werner Seeger, Skizzen von Lothar Müller-Westphal, Verlag Degener, 2. Auflage 1996, Band 1 und 2
    Herrn Laurent Granier ein herzliches Dankeschön für die Erörterung des Themas
    Das Wappen der Großherzöge von Luxemburg: René Klein, à propos.... des armoiries de S.A.R. le Grand-Duc de Luxembourg http://www.gouvernement.lu/publications/download/AP_armoiries_2006.pdf
    Die Familie der Großherzöge von Luxemburg:
    http://www.gouvernement.lu/publications/download/grossherz_familie.pdf und http://www.gouvernement.lu/publications/grandduc/ap_famille_gdl/ap_famille_gdl_DE_DEF.pdf
    René Klein, Das neue Großherzogliche Wappen, in Die Warte Nr. 31, 1977, Luxemburger Wort 8.11.2001
    Jean Schoos, Das Wappen des Großherzoglichen Hauses gemäß der Festlegung von 1898, in Ons Hémecht, 1950, S. 83-95
    René Klein, Réflexions sur les armoiries de la Famille Grand-Ducale, in D'Hémecht, 2000, S. 317-325
    Jean-Claude Loutsch, Les Armoiries de Son Altesse Royale le Grand-Duc de Luxembourg, in D'Hémecht, 2002, S. 5-13

    Frankreich: Blasonierungs-Vokabular - einfache Blasonierungs-Bsp. - komplexe Blasonierungs-Bsp.
    Übung: frz. Kommunalwappen - Bilddevisen

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