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Bernhard
Peter
Wappen der von
Giech
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Die Geschichte der Wappen der von Giech
Die Herren, Reichsfreiherren und
Reichsgrafen von Giech
Die ursprüngliche
Herkunft der Giech liegt im Ungewissen. Sie gehören zum
"turniergenossenen", also turnierfähigen Uradel
Frankens und sind Ministerialen des Hochstifts Bamberg und /oder
der Andechs-Meranier. Ihre ersten urkundlichen Nennungen liegen
in der ersten Hälfte des 12. Jh. Ihre Burg war die an anderer
Stelle beschriebene Giechburg, namengebend. Schon 1142 wurde
diese strategisch wichtige Bergfestung an die Bischöfe von
Bamberg vermacht, tatsächlich aber kam sie erst 1260 zuerst in
die Hände der Truhendinger, 1390 schließlich auch de facto an
das Hochstift. Die Herren von Giech behielten aber andere Güter
in der Umgebung und spielten eine Rolle in der fränkischen
Reichsritterschaft, Ritterkanton Gebirg. Die große Wende in der
Familiengeschichte war die Heirat von Hans Georg von Giech mit
Barbara Förtsch. Diese Dame brachte als Erbtochter nicht nur
Thurnau, sondern auch ausgedehnten weiteren Landbesitz in die
Ehe. Selbst wenn mit den Künsberg geteilt wurde, war der Zuwachs
an Wirtschaftskraft und Herrschaft beträchtlich. Wichtige
Besitzungen außer Thurnau lagen im Bereich Scheßlitz,
Oberbrunn, Wiesentfels, Bamberg, Lichtenfels und Staffelstein.
1680 wurden die Giech in den Reichsfreiherrenstand erhoben, 1695
in den Reichsgrafenstand. Sie fanden 1726 Aufnahme in das
fränkische Reichsgrafenkollegium. Nach der Erbschaft der Grafen
von Wolfstein (1740, Heirat von Karl Maximilian von Giech
(17.9.1695-11.2.1747 oder 1748) mit Henrietta Gräfin von
Wolfstein (3.11.1707-30.7.1749)) und dem käuflichen Erwerb des
künsbergschen Anteils an Thurnau (1731) waren die Giechs auf dem
Höhepunkt ihrer Bedeutung, ihrer Macht, ihres Besitzes und ihres
Ansehens. Steil abwärts ging es 1796 durch die gewaltsame
Mediatisierung. Da waren der Verbleib im Reichsgrafenkollegium
und die Anerkennung als herrschaftliches Haus im Jahre 1861 ein
geringer Trost. Im Jahre 1938 erlosch das Geschlecht im
Mannesstamm, der letzte seines Stammes war Franz Friedrich Karl
Lothar Reichsgraf von Giech (12.11.1883-19.5.1938, vermählt 1924
mit Mathilde Elisabeth Dorothea Siebentritt
(8.12.1886-10.10.1956). Seine Schwester, Gräfin Karoline von Giech (19.1.1881-2.2.1968)
heiratete1905 Freiherr Wilhelm Hiller von Gaertringen
(23.2.1866-30.10.1933), und an diese ging das Schloß Thurnau
nach dem Tod des letzten Giech, bevor es an eine Stiftung kam.
1. Stammwappen Giech
Einfach ist es nicht, ein
Wappen systematisch zu beschreiben, das in sehr vielen
Variationen und Kombinationen vorkommt. Das Stammwappen ist
jedenfalls:
In Silber zwei aufrecht gestellte rote Schafscheren nebeneinander.
Und schon bei der Helmzier geht es los: Wir finden nacheinander:

Abb.: vermehrtes Wappen von 1482 (Nr. 2), Schloß Thurnau
2. Vermehrtes Wappen 1482
Das vermehrte Wappen von 1482
(Veit von Giech hatte diese Wappenvermehrung bei Friedrich III
erlangt) vereinigt die beiden letztgenannten Helmzieren und nimmt
den Schwan in das nun gevierte Wappen auf, den ein Teil der Giech
vorher als Kleinod hatte. In der Form ist es eines der am
häufigsten anzutreffenden Giech-Wappen.
Dazu zwei Helme:
3. Wappen
der Reichsfreiherren von Giech ab 1690
Das Wappen von 1690 nach der
Erhebung der Giechs in den Reichsfreiherrenstand ist geviert mit
Herzschild:
Das reichsfreiherrliche Wappen hat jetzt drei Helme:
4. Wappen
der Reichsgrafen von Giech ab 1695
Die nächste Änderung kommt
bei der Erhebung in den Reichsgrafenstand 1695: Der Schild ist
einmal geteilt und dreimal gespalten mit geviertem Herzschild,
der für sich dem ersten vermehrten Wappen entspricht:
Zu diesem reichsgräflichen Wappen gehören nun vier Helme, Helmdecken rechts blau-golden, links rot-silbern.

Abb.: Reichsgräfliches Wappen (Nr. 5) von Anfang des 18. Jh., Schloßkirche Thurnau
5. Wappen
der Reichsgrafen von Giech, Variante
Daneben finden sich aber auch
noch andere Anordnungen der zur Verfügung stehenden
Einzelelemente nach Belieben der verwendenden Familienmitglieder.
Beispiel: Schild zweimal geteilt und zweimal gespalten, kein
Herzschild:
Dazu die oben erwähnten vier Helme:
Literatur
und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und
Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag -
Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher
Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
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Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
Impressum
Bestandteil von www.dr-bernhard-peter.de
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