Bernhard Peter
Wappen des Hauses Hohenlohe

Stammwappen der Grafen von Hohenlohe
Stammwappen Hohenlohe: In Silber zwei rotgezungte schwarze Leoparden (schreitende, hersehende Löwen) übereinander. Helmzier ein silberner Phönix mit roten Schwungfedern, sich erhebend. Helmdecken rot-silbern.

Abb. links: Ingelfingen, Schloßstraße 25, an einem Fachwerkhaus. Abb. rechts: Schloß Haltenbergstetten über Niederstetten, im Schloßhof. Die Leoparden sind jeweils aus Courtoisie gewendet. Typisch für ihre Darstellung sind die untergeschlagenen Schwänze, auch wenn das nicht grundsätzlich immer zutrifft.

Grafen von Hohenlohe mit den Ansprüchen auf Ziegenhain und Nidda
Die Kombination von Ziegenhain und Nidda wird zuerst von Johann I. Graf v. Ziegenhain nach der Heirat mit der Erbtochter Lukardis (Luitgard) v. Ziegenhain-Nidda geführt, Erbin der Niddaer Linie und Tochter von Engelbert I. Graf v. Ziegenhain u. Nidda, gest. 6.6.1330. Dieser beider Sohn war Gottfried VII. Graf v. Ziegenhain u. Nidda, 1359 Graf, gest. 8.11.1372, vermählt mit Agnes von Falkenstein. Diese beiden hatten zur Tochter Agnes von Ziegenhain, welche Kraft IV. Graf v. Hohenlohe-Weikersheim (- 24.11.1399) heiratete. Das kombinierte Wappen ist geviert, Feld 1: Ziegenhain, schwarz-golden geteilt, oben ein silberner sechsstrahliger Stern, Feld 2 und 3: Hohenlohe, in Silber zwei rotgezungte, schwarze Leoparden (schreitende, hersehende Löwen), Feld 4: Nidda, schwarz-golden geteilt, oben zwei achtstrahlige silberne Sterne.

Abb.: Waldenburg, Schloß. Die Leoparden sind aus Courtoisie gewendet.

Vermehrtes Wappen der Grafen von Hohenlohe:
Im Jahre 1558 bekamen die Brüder Ludwig Casimir und Eberhard, Stifter der beiden großen Hauptlinien Neuenstein und Waldenburg, von Kaiser Ferdinand I infolge der Langenburgischen Erbschaft das Recht, sich "Herren von Langenburg" nennen zu dürfen und das Wappen der erloschenen Dynasten von Langenburg zu führen. Nach einem Siegel von Walther von Langenburg aus dem Jahre 1226 war oben ein Leopard (also hersehend und schreitend), unten Schach (also waagerechte und senkrechte Linien). Im Diplom von 1558 wurde daraus in der Beschreibung ein Löwe über Schach, in der Abbildung zum Diplom ein Leopard über Rauten. Aus der Beschreibung hat nun der Fehler des Löwen und aus der Abbildung der Fehler der Rauten Eingang in das gräfliche Wappen gefunden, und so wurde es seitdem als Löwe über Rauten geführt, so konsequent, daß sich niemand mehr an die ursprüngliche Version erinnert. Der Schild ist geviert:

Zwei Helme:

Abb.: Forchtenberg, am Backhaus am ehem. Brunnentor.

Erbverbrüderung mit den Grafen von Gleichen
Der letzte Graf von Gleichen war Johann Ludwig Graf von Gleichen-Tonna (1565-17.1.1631), Sohn von Georg II. Graf von Gleichen-Tonna (1509-24.9.1570) und dessen zweiter Frau Walburg Gräfin von Pyrmont und Spiegelberg (-22.7.1599). Johann Ludwig war zwar mit Erdmuthe Juliane von Hohnstein (11.5.1587-28.7.1633) verheiratet, doch das Paar blieb kinderlos. Wie sah es mit Johann Ludwigs Geschwistern aus? Aus der ersten Ehe seines Vaters mit Elisabeth von Plesse (28.6.1531-1556) gab es als Halbgeschwister neben dem jung verstorbenen Wolfgang noch Siegmund Graf von Gleichen-Tonna (1553-16.5.1578), Elisabeth von Gleichen-Tonna (1554-19.7.1615) und Margarethe von Gleichen-Tonna (28.5.1556-14.1.1619). Alle vier starben also vor ihm. Aus der zweiten Ehe seines Vaters gab es neben Johann Ludwig noch die Brüder Philipp Ernst Graf von Gleichen-Tonna (4.10.1561-18.11.1619) und Georg von Gleichen-Tonna. Auch diese beiden starben alle vor ihm. Philipp Ernst hatte Anna Agnes von Hohenlohe-Weikersheim (2.9.1568-8.9.1616) geheiratet, die Tochter von Wolfgang Graf von Hohenlohe-Weikersheim (14.6.1546-28.3.1610) und Magdalena von Nassau (15.12.1547-16.5.1633), aber das Paar blieb kinderlos.

Diese Verschwägerung bildete die Basis für eine am 27.4.1621 vom Haus Hohenlohe mit dem Grafen Johann Ludwig von Gleichen angesichts des vorauszusehenden Aussterbens geschlossene Erbverbrüderung, genauer wurde die Erbverbrüderung zwischen dem Grafen Johann Ludwig zu Gleichen einerseits und den Grafen Georg Friedrich von Hohenlohe-Weikersheim, Kraft von Hohenlohe-Neuenstein und Philipp Ernst von Hohenlohe-Langenburg wegen der Obergrafschaft Gleichen andererseits, sowie mit den Grafen von Schwarzburg (Vertrag vom 12.3.1623), dem Schenken zu Tautenburg (Vertrag vom 1.5.1621), den Grafen von Waldeck und den Grafen von Nassau mit Zustimmung der Herzöge zu Sachsen-Coburg und Sachsen-Eisenach geschlossen. Letztere hatten angesichts des bevorstehenden Todes des Grafen Johann Ludwig zu Gleichen durchaus ein Interesse an der rechtzeitig geplanten Abwehr von territorialen Ansprüchen des Stiftes Hersfeld und von Kurmainz. 

Die Grafen von Hohenlohe als Erben der Grafen von Gleichen
Als 1631 der Ernstfall eintrat und das Grafenhaus Gleichen-Tonna völlig verschuldet im Mannesstamm erlosch, nahmen die Grafen von Hohenlohe, an die gemäß dem Vertrag von 1621 die Obergrafschaft Gleichen gefallen war, zusätzlich den Titel eines Grafen von Gleichen an. Die Grafen von Hohenlohe-Neuenstein und Hohenlohe-Langenburg bekamen als ihren Anteil am zu verteilenden territorialen Kuchen den Mittelpunkt Ohrdruf (Stadt und Schloß), Emleben, Schwabhausen, Petriroda, Wechmar, Petzigrode, Wanningsroda, Pferdingsleben (eine Exklave nordöstlich von Gotha) und Werningshausen (eine Exklave nördlich von Erfurt bei Straußfurt). Die Grafen Georg Friedrich von Hohenlohe-Neuenstein-Weikersheim und Kraft VII. von Hohenlohe-Neuenstein traten 1631 das Erbe an, wobei für den geächteten Grafen Georg Friedrich sein Bruder das Erbe in Empfang nahm.

Beide Linien, die zu Neuenstein und die zu Langenburg, übten die Herrschaft und Verwaltung gemeinsam aus; die Landeshoheit hatten jedoch die ernestinischen Herzöge von Sachsen, seit 1657 ausschließlich Sachsen-Gotha. Die Grafen von Hohenlohe bauten Schloß Ohrdruf im Stile der Zeit um. Erst 1665 fand eine Realteilung der Territorien zwischen beiden Hohenloher Linien statt. Die Stadt und das Schloß Ohrdruf wurden halbiert; jede Linie erhielt die Hälfte. Ebenso wurden Wechmar und Exklave Pferdingsleben zwischen den beiden Linien hälftig geteilt. Die Exklave Werningshausen blieb gemeinschaftlicher Besitz. Die Linie Hohenlohe-Langenburg bekam zur Gänze Emleben, Petriroda und Schwabhausen mit dem Wasserschloß sowie das Rittergut Wanningsroda.

Dieser Besitz machte nun die Hohenloher Teilungen wie folgt mit: Die Neuensteiner Hälfte wurde bis 1677 gemeinschaftlich verwaltet, bei der dann erfolgten Teilung kam sie an den Grafen Johann Ludwig von Hohenlohe-Künzelsau, dann 1689 an seinen Bruder Graf Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein, nach dessen Tod kam sie 1698 an Graf Johann Friedrich von Hohenlohe-Oehringen, und auch bei der Teilung 1708 blieb sie bei der Linie Hohenlohe-Oehringen, die aber 1805 ausstarb. Graf August Wilhelm von Hohenlohe ließ ab 1750 Teile der Anlage, vor allem den Nord- und Westflügel, im Stil des Rokoko einrichten, dabei entstand der Rokokosaal im Nordflügel. Der ehemalige Speisesaal im Westflügel wurde zum Musiksaal umgebaut und ist heute noch in originaler Erhaltung. Dem sogenannten Klosterturm ließ er eine Zwiebelhaube aufsetzen.

Die Linie Hohenlohe-Ingelfingen-Oehringen verzichtete Ende 1808 zur Beilegung eines Erbstreites sowohl auf das alt-ingelfingensche Drittel an der Langenburger Hälfte als auch auf den Anspruch auf die Oehringer Hälfte der Obergrafschaft Gleichen zugunsten von Hohenlohe-Kirchberg und Hohenlohe-Langenburg. 1810 war der gesamte Thüringer Besitz mit der kompletten Obergrafschaft Gleichen in den Händen der beiden Linien Hohenlohe-Kirchberg und Hohenlohe-Langenburg und wurde gemeinsam unter der Federführung des jeweiligen Seniors bzw. seiner Domänenkanzlei von beiden Häusern verwaltet. Bis 1848 wurden in Ohrdruf eine Kanzlei und ein Konsistorium unterhalten. Als die Linie Hohenlohe-Kirchberg im Jahr 1861 erlosch und die Erbauseinandersetzung bezüglich der Kirchberger Erbschaft 1861-1863 abgeschlossen war, war Hohenlohe-Langenburg alleiniger Besitzer des ganzen Thüringer Kuchenstücks. Fürst Hermann zu Hohenlohe verkaufte 1869 das Schloß, die Stadt und die Grafschaft an den gothaischen Staat.

Wappen der Grafen von Hohenlohe als Erben der Grafschaft Gleichen (Variante 1)
Die Hauptlinie Neuenstein nahm in Folge einer 1621 mit dem Grafen Johann Ludwig von Gleichen, dem 1631 verstorbenen Letzten seines Geschlechts, geschlossenen Erbverbrüderung den Titel eines Grafen von Gleichen an. Der Schild der Grafen von Hohenlohe hat hier eine seltenere Anordnung und setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen, er ist geteilt und halbgespalten:

Auf dem Schild befinden sich 3 Helme:

Abb.: Künzelsau, Schloß. Die Leoparden sind aus Courtoisie gewendet. In späteren Darstellungen erhebt sich der Phönix aus rot-goldenen Flammen, noch später werden sogar Holzscheite dargestellt.

Wappen der Grafen von Hohenlohe als Erben der Grafschaft Gleichen (Variante 2)
In dieser, häufigeren Variante wird dem gevierten Hohenlohe-Schild die Grafschaft Gleichen als Herzschild aufgelegt.

Auf dem Schild befinden sich 3 Helme:

Abb. links: Ingelfingen, Neues Schloß. Abb. rechts: Weikersheim, inneres Tor zum Schloß.

Wappen der Grafen von Hohenlohe als Erben der Grafschaft Gleichen (Variante 3)
In dieser Variante werden alle drei Elemente als separate Schilde geführt.

Abb.: Schloß Kirchberg (Gleichen-Wappenschild falsch angestrichen)

Das "Rückgrat" des Hauses Hohenlohe - bis zur großen Teilung in die zwei Hauptlinien:

Nach der Teilung in zwei Hauptlinien: Gruppe 1: Neuenstein, Weikersheim, Langenburg, Öhringen, Ingelfingen, Kirchberg:

Abb.: Neuenstein, Detail-Ausschnitt aus einem mit Bronzeelementen belegten Grabdenkmal in der Vorhalle der Stadtkirche, ein einzelner hohenlohescher Leopard.

Nach der Teilung in zwei Hauptlinien: Gruppe 2: Waldenburg, Pfedelbach, Schillingsfürst, Bartenstein und Jagstberg:

Eine kurze Übersicht über die Linien des Hauses Hohenlohe:

Helmzier: Büffelhörner mit Kleestengeln oder Phönix?
Die bekannteste Hohenlohe-Helmzier ist der wachsende Phönix, und sie wird auch am häufigsten in historischen Darstellungen gefunden. Ein alternatives, relativ altes Hohenloher Kleinod, 1258-1347 von den Herren von Hohenlohe geführt, sind die mit Kleestengeln besteckten Büffelhörner. Ursprünglich waren das wohl grüne Lindenzweige. Bei dem Phönix handelt es sich eigentlich um ein später als die Büffelhörner mit den Kleestengeln auftretendes Kleinod, zuerst auf einem Siegel von 1360 bekannt (Gerlach), ab 1370 wird der Phönix von allen Familienmitgliedern geführt. In dem Siegel von 1360 erscheint der Phönix noch gekrönt, eine Ausnahme, denn nachher ist er durchgehend ungekrönt. Das ältere Kleinod wird hingegen in den fürstlichen Wappen seit 1744 "wiederbelebt", d. h. es kommen beide Kleinode nebeneinander zum Einsatz (siehe unten bei den fürstlichen Linien), und als das ältere Kleinod für die vermehrten Helmgalerien wiederentdeckt wurde, wurden aus den Lindenzweigen goldene Spieße, an denen Rauten hängen.

Abb.: Torgebäude in Neuenstein, Hohenlohe-Helmzier (zeitlich aus dem Historismus)

Helmzier: Die Entwicklung der Phönix-Darstellung
Seit spätestens der Mitte des 15. Jh. wird durchgehend von allen hohenloheschen Linien der Phönix geführt. Von dem Phönix der Helmzier leiten sich die Hohenloheschen Hausfarben Rot und Silber ab. Es sei angemerkt, daß wir hier einen Fall haben, wo sich die Helmdecken nicht nach dem Schildinhalt (schwarz-silbern), sondern nach der Helmzier (rot-silbern) richten. Je nach Zeit der Darstellung wird das Hohenloher Stammkleinod ganz unterschiedlich umgesetzt:

Abb. links: Schrozberg, Schloß. Der Phönix ist wachsend dargestellt, er ist in farbigen Darstellungen silbern und durch seine roten Schwungfedern gekennzeichnet. 16. Jh.
Abb. Mitte: Künzelsau, Schloß. Der Phönix wird aus Flammen wachsend dargestellt, Farben wie oben. 17. Jh.
Abb. rechts: Waldenburg, Schloß. Der Phönix wird aus einem Feuer mit Holzscheiten wachsend dargestellt, Farben wie oben. Modernste der drei Darstellungen, 20. Jh.

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: Die alte Linie Hohenlohe-Waldenburg:

Wappen von Ludwig Kasimir Graf v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein:
Ludwig Kasimir Graf v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein ist einer der beiden Brüder, die 1558 von Kaiser Ferdinand I das Recht erhielten, sich "Herren von Langenburg" nennen zu dürfen und das Wappen der erloschenen Dynasten von Langenburg zu führen. Genau hier vollzog sich der Wechsel zum gevierten Schild. Die linke Abb. datiert von 1556 und zeigt das Stammwappen alleine, die rechte Abb. zeigt das neue, gevierte Wappen.

Linke Abb.: Wappen Ludwig Kasimir Graf v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein in Ingelfingen, Schloßstraße 25, 1556 AD, rechte Abb: Wappen Ludwig Kasimir Graf v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein am Schloß von Schrozberg.

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: die Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst:

Wappen der Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst
Der Schild ist wie folgt aufgebaut:

Abb.: Waldenburg, Torflügel

Auf dem Schild befinden sich 5 Helme:

Abb.: Waldenburg, Torflügel

Das Wappen wird von zwei Hohenloheschen Schildhaltern flankiert, die beide ein Fähnchen in der freien Pranke tragen, heraldisch rechts ein rotbewehrter, goldener, hersehender Löwe mit einem hermelingestulpten, blauen Fürstenhut auf dem Kopf, mit hochgeschlagenem Schweif, in der freien Pranke an goldbespitzter, an braun beschriebener, hier aber ebenfalls goldener Turnierlanze eine goldene Fahne mit den drei (1:2) goldenen Flammen darauf, heraldisch links ein schwarzer Leopard, in der freien Pranke an goldbespitzter Turnierlanze eine schwarze Fahne, darin übereinander zwei goldene, gekrönte, schreitende Löwen. Devise: Ex flammis orior. Hinter allem ein roter, hermelingefütterter Wappenmantel, aus einem Fürstenhut herabfallend.

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: die Linie zu Kirchberg
Die Linie Hohenlohe-Kirchberg ist eine 1699 durch Teilung aus der Linie Langenburg als Nebenlinie entstanden. Sie war gräflich Wolfsteinischer Allodialerbe, denn 1740 beerbten die Grafen von Kirchberg die Grafen von Wolfstein, gemeinsam mit den Grafen von Giech. Das Herrschaftsgebiet von Hohenlohe-Kirchberg beschränkte sich auf Stadt und Amt Kirchberg an der Jagst und das Amt Döttingen. 1861 erlosch die Nebenlinie, die 1764 den Reichsfürstenstand erlangte und insgesamt vier regierende Fürsten hatte.

Wappen der Linie zu Kirchberg
Das Wappen ist in einem Diplom vom 24.5.1772 beschrieben. Der Schild ist wie folgt aufgebaut:

Abb.: Kirchberg an der Jagst, Torbau

Auf dem Schild befinden sich 5 Helme:

Abb.: Kirchberg an der Jagst, Torbau

Das Wappen wird von zwei Hohenlohern Schildhaltern flankiert, die beide ein Fähnchen in der freien Pranke tragen, heraldisch rechts ein rotbewehrter, goldener, hersehender Löwe mit einem hermelingestülpten, blauen Fürstenhut auf dem Kopf, mit hochgeschlagenem Schweif, in der freien Pranke an goldbespitzter brauner Turnierlanze eine goldene Fahne mit dem schwarzen Doppeladler darauf (in anderen Darstellungen sind hier 3 Flammen stattdessen), heraldisch links ein gekrönter Löwe (nach dem Diplom eigentlich ein schwarzer Leopard), in der freien Pranke an goldbespitzter Turnierlanze eine schwarze Fahne, darin übereinander zwei goldene, gekrönte, schreitende Löwen. Devise: Ex flammis orior. Über allem Wappenmantel mit Fürstenhut.

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: die Linie zu Ingelfingen

Abb.: Ingelfingen, am alten Rathaus (erbaut 1854, heute Stadtbücherei). Hier ist die Anordnung in Feld 3 verändert, denn das gerautete Feld ist oben, der Löwe unten. Damit wird eine nette Inverssymmetrie im Gesamtschild erzeugt, die aber so nicht korrekt ist.

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: die neue Linie zu Öhringen

Teilgeschichte des Hauses Hohenlohe: die Linie zu Bartenstein
Die Linie Hohenlohe-Bartenstein ist eine Unterlinie, die sich 1688 von Hohenlohe-Schillingsfürst abspaltete. Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein residierte ab 1688 in Bartenstein. 1728 beerbt Hohenlohe-Bartenstein die Linie Hohenlohe-Pfedelbach. Die Reichsgrafen wurden 1744 zu Reichsfürsten ernannt, Bartenstein genauso wie Schillingsfürst am 1.8.1757 zu reichsunmittelbaren Fürstentümern gemacht. 1802 spaltete sich von Hohenlohe-Bartenstein die fürstliche Linie Hohenlohe-Jagstberg ab. Jagstberg, einstiger Besitz der gleichnamigen edelfreien Familie, dann im Besitz von Hohenlohe-Brauneck, kam 1340 an Bayern, 1387 an Würzburg und 1802 an Karl Joseph Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein, der sich jetzt Fürst von Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg nannte. 1844 erlischt die Hauptlinie Bartenstein. Karls Ururenkel teilten sich wiederum in Hohenlohe-Bartenstein-Bartenstein (neue Bartensteiner Linie) einerseits mit Bartenstein, Pfedelbach, Mainhard und Sindringen und Hohenlohe-Jagstberg andererseits mit Jagstberg, Laudenbach, Braunsbach und Haltenbergstetten. 1806 ging das Territorium Bartenstein an Württemberg über.

Ausgewählte Nachkommen von Ludwig Carl Franz Leopold Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein (15.11.1731 - 14.6.1799) und Friderica Polyxena Benedikta Josepha Philippina Antonia Gräfin v. Limburg-Styrum (28.10.1738 - 26.2.1798):

Abb.: Detail des Hohenlohe-Wappens an Schloß Bartenstein

Wappen der Linie zu Bartenstein
Wappen Hohenlohe-Bartenstein:

Zwei Schildhalter, die beide ein Fähnchen in der freien Pranke tragen, heraldisch rechts ein rotbewehrter, goldener, hersehender Löwe mit einem hermelingestulpten, blauen Fürstenhut auf dem Kopf, mit hochgeschlagenem Doppelschweif, in der freien Pranke an goldbespitzter brauner Turnierlanze eine silberne Fahne mit 3 (2:1) goldenen Flammen (was sich auf den Wahlspruch "ex flammis orior" bezieht), heraldisch links ein golden gekrönter, hersehender, rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Leopard (ohne Mähne), in der freien Pranke an goldbespitzter goldener Turnierlanze eine schwarze Fahne, darin übereinander zwei goldene, gekrönte, schreitende Löwen. Diese beiden Schildhalter werden im Diplom vom 14.8.1757 für die Linie Waldenburg beschrieben, von der sich die Linie Bartenstein ja ableitet.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher (insbes. Band Fürsten)
Territorialgeschichte: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
weitere Literatur siehe bitte bei den einzelnen beschriebenen Objekten.
weitere Literatur im Kapitel über die Grafschaft Gleichen.

Das Feld für die Grafschaft Gleichen und seine Verbreitung in deutschen Adelswappen

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