Bernhard
Peter
Sächsische
Wappen (1), Ernestinische Linie
Entstehung
von Sachsen-Wittenberg
Beginnen wir unsere Geschichte
von Sachsen mit dem Aussterben der Billunger 1106. Das Herzogtum
Sachsen kam erst an Lothar von Süpplingenburg, dann 1138 an die
Askanier (Albrecht der Bär), aber schon 1142 an Heinrich den
Stolzen, einen Schwiegersohn Lothars aus dem Hause der Welfen.
Heinrich der Löwe aus gleichem Hause erweiterte das Herzogtum um
Mecklenburg und um das westliche Pommern. 1180 stürzte er, und
das war das Ende des alten Herzogtums Sachsen. Nachfolger in der
Beherrschung des riesigen Gebietes waren das Herzogtum
Braunschweig-Lüneburg, die Askanier in Ostsachsen (Ostfalen),
das Herzogtum Engern und Westfalen und die Hochstifte. Ostsachsen
erhielt Bernhard III. zu Lehen. Das Herzogtum umfaßte die
Gebiete der heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Brandenburg. Gegen Ende des 13. Jh. teilte sich das Herzogtum
Sachsen unter den beiden Söhnen Bernhards, Heinrich bekam die
alten askanischen Grafschaften sowie Erb- und Stammlande in der
Region des Vorharzes und der unteren Saale (Anhalt), und Albrecht
I. erhielt Sachsen-Wittenberg, also das Herzogtum Sachsen sowie
mehrere askanische Stammgüter östlich und direkt an der Mulde
sowie Streubesitz in der alten askanischen Grafschaft
Aschersleben. Albrecht I. nannte sich ab 1227 Herzog von Sachsen,
Engern und Westfalen. Als Albrecht I. 1261 starb, teilten sich
erst seine beiden Söhne in die Regierung. Der ältere Bruder
löste sich aber 1282 mit Landesteilen im Norden aus der
gemeinsamen Regierung heraus, und Albrecht II teilte schließlich
das Land 1295 endgültig mit seinen Neffen anläßlich deren
Volljährigkeit. Der abgespaltene Landesteil ist
Sachsen-Lauenburg. Albrecht II regierte über das verbliebene
Gebiet und nannte es Sachsen-Wittenberg. Aber das askanische
Herzogtum verlor nicht nur Gebiet, es gewann auch welches: 1290
kam die Burggrafschaft Magdeburg hinzu, ferner die Grafschaft
Brehna. Das neue askanische Herzogtum Sachsen war gebietsmäßig
insgesamt immer noch erheblich kleiner als das alte. Dennoch war
es eines der bedeutendsten Herzogtümer des Reiches, denn die
Goldene Bulle legte 1356 fest, daß es die Kurwürde dauerhaft
bekommt und einen der sieben Kurfürsten stellt. Die Herzöge von
Sachsen-Wittenberg regierten bis zu ihrem Aussterben 1422.
Genealogie von Sachsen-Wittenberg
Die Wappen
der Askanier und der Rautenkranz
Das Wappen Sachsens, aller
späteren Herzogtümer etc. ist der Rautenkranz: Von Schwarz und
Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter
Rautenkranz. Das Schildbild stammt aus der Zeit der Askanier und
ging später 1423 auf die Wettiner mit der Übernahme von Namen
und Land über.
Die Askanier hatten einen gespaltenen Schild, vorne als Markgrafen von Brandenburg den roten brandenburgischen Adler am Spalt in Silber, ihr eigentliches Geschlechtswappen, hinten die schwarz-goldenen Teilungen ohne Rautenkranz, das Wappen von Ballenstedt. Diesen aus Brandenburg und Ballenstedt gespaltenen Schild zeigt z. B. die Züricher Wappenrolle, desgleichen die Heidelberger Handschrift des sächsischen Land- und Lehensrechtes. Heute sehen wir genau neun Teilungen als korrekt an, damals unterlag die Anzahl noch einer größeren Variationsbreite. Die Helmzier war ein breitkrempiger, oben mit einem Pfauenstoß besteckter Hut. Im Laufe der Entwicklung wurde daraus ein Spitzhut oder Schaft, der mit dem Schildbild belegt wurde.
In der zweiten Hälfte des 13. Jh. (1261) erscheint der Rautenkranz als Beizeichen zur Differenzierung. Ein Zweig mit Blättern wurde schräg über den Schild gelegt. Der Rautenkranz war also ursprünglich eine Wappendifferenzierung des alten Askanierwappens durch den jüngeren Bruder Albrecht von Sachsen, während Heinrich von Aschersleben das Askanierwappen unverändert (von Schwarz und Gold neunmal geteilt) führte.
Ein Rautenkranz ist eine sich horizontal oder diagonal (auch gebogen, das macht keinen Unterschied) durch das Wappen ziehende Zierleiste in einer speziellen Form, bestehend aus einem "tragenden Balken" mit daran sitzenden kleeblattförmigen Blättchen, die durch geschwungene Bögen miteinander verbunden sind und evtl. noch Zwischenzacken haben können, einer Girlande oder einem langen Kronreifsegment oder einer balkenförmig in die Länge gezogenen Krone sehr ähnlich. Die Formen sind vielfältig, immer jedoch ist der Bezug zu einer Blattform gegeben.
Der wirkliche heraldische Ursprung ist noch nicht geklärt, die Theorien reichen von einer Blattkrone über Dornenkrone, Schapel (Sendelbinde) oder stilisierter Herzogskrone bis hin zum einfachen Ornament, dem wahrscheinlichsten Ursprung. Da gerade in der formativen Zeit der Heraldik die graphische Aussagekraft wichtiger war als der später hinzugedichtete Symbolismus, kann man primär von einer ornamentalen Differenzierung des Wappens ausgehen, die sekundär mit assoziativen Begrifflichkeiten belegt wurde, und wegen der Ähnlichkeit mit Blättern der Raute (Weinraute, Ruta graveolens aus der Familie der Rutaceae, der Rautengewächse), einer alten Gewürz- (vgl. auch Grappa) und im mittelalterlichen Arzneischatz wichtigen Heilpflanze (ätherische Öle, aber - cave - auch photosensibilisierend durch die Furanocumarine), könnte dieser feststehende Begriff entstanden sein.
Interessant ist hier eine Figur aus einem Reitersiegel des Herzogs Erich I von Sachsen-Lauenburg aus dem 14. Jh., wo auch die Pferdedecke mit einer Art belaubter Zweige mit analogen Blättchen belegt ist, was entweder die Ableitung des Motivs von einem belaubten Zweig stützt oder aber die nachträgliche Belegung des Motivs mit dieser gegenständlichen Zuordnung.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Die
Wettiner übernehmen
Als die Herzöge von
Sachsen-Wittenberg ausstarben, brauchte man einen verdienten
Nachfolger. Die Wahl fiel auf den Wettiner Friedrich, Markgraf
von Meißen. Wer war der neue Kurfürst? Friedrich I. Kurfürst
v. Sachsen wurde am 11.4.1370 in Altenburg geboren. Er war
Markgraf Friedrich IV. von Wettin, von Meißen und Landgraf von
Thüringen. "Die Wettiner" wird das Geschlecht nach der
Stammburg Wettin nordöstlich von Halle an der Saale genannt.
Seit dem ausgehenden 11. Jh. waren sie Markgrafen von Meißen.
Friedrich wurde auch der Streitbare, bellicosus, genannt. 1391
zog er mit dem Deutschen Orden gegen Polen, 1400 Kauf von
Königsberg, 1409 Gründer der Universität Leipzig, Kämpfer
gegen Hussiten, so daß die folgende Belehnung durch Kaiser
Sigismund als Belohnung für den Einsatz in den Hussitenkriegen
zu verstehen ist. Das Aussterben der Askanier fiel mitten in die
Hussitenkriege, in deren Folge böhmische Truppen die Länder
Sachsens verwüsteten, die Hussiten bis Magdeburg vordrangen, die
Oberlausitz, Colditz, Dresden, Altenburg und Plauen
brandschatzten und sogar Meißen belagerten. Am 6.1.1423/1.8.1425
wurde er Kurfürst und mit dem Herzogtum Sachsen, mit dem
Erzmarschallamt, der Pfalz Allstedt, der Grafschaft Brehna und
der Burggrafschaft Magdeburg belehnt. Damit waren die Wettiner in
den erlauchten Kreis der sieben ranghöchsten Reichsfürsten
aufgestiegen und duften den deutschen König wählen. Der Name
"Sachsen", der eigentlich dem neu hinzugewonnenen
Territorium zugeordnet war, übertrug sich nach und nach auf die
gesamten wettinischen Besitzungen, bis er allein das gesamte
Territorium bezeichnete, auch die ehemals thüringischen Gebiete.
Kurfürst Friedrich starb am 4.1.1428 in Altenburg. Seine
Abstammung:
Komponente:
Die Markgrafschaft Meißen und ihr Wappen
Das Wappen der Markgrafschaft
Meißen ist in Gold ein schwarzer Löwe, rot bewehrt,
doppelschwänzig. Die Helmzier ist ein rot-silbern gestreifter
Mannesrumpf mit bärtigem Haupte und mit rot-silbern gestreifter
Mütze (Judenmütze, Heidenmütze), an der eine natürliche
Pfauenquaste hängt. Helmdecken schwarz-golden oder später
rot-silbern.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Das ursprüngliche Helmkleinod war übrigens ein mit Gold umwundener Pfauenfederhalter, der durch die Mitte einer silbernen Scheibe gesteckt war, beschrieben von Conrad von Würzburg im "Turnei von Nantheiz": ".....ein stange uf sime helme stuont rilich von pfawen vederin. daz kleinoet edel unde fin sach man da verre glesten. Der stil biz an die questen bewunden waz mit golde. nach höher wirde solde enmitten gienc dar ümbe ein schibe, diu mit krümbe die lichten stangen da besloz. von silber was sie niender bloz, wan si verdecket was da mite." Eine Stange auf seinem Helme stand reichlich mit Pfauenfedern (besteckt). Das edle und feine Kleinod sah man von Ferne glänzen. Der Stil war bis an die Quaste mit Gold umwunden. Weiter oben ging die Stange durch eine Scheibe, und im verdeckten Bereich war die Stange nur noch silbern. Auch die Züricher Wappenrolle zeigt eine alte Form der Helmzier. Diese wurde später zugunsten des wachsenden, in den Farben des thüringischen Löwen gestreiften Mannes aufgegeben. Erstmals ist diese neue Helmzier 1349 in einem Siegel Friedrichs des Strengen zu sehen.
Die Markgrafschaft Meißen ist ein uraltes Herrschaftsgebiet, erstmals ist 968 ein hier eingesetzter Markgraf bezeugt. Der alte Name der Burg war Misni, sie war ein wichtiger Stützpunkt der Herrschaft im eroberten Mittelelbegebiet. Die Burg ist seit 1046 Sitz der Markgrafen von Meißen gewesen. Ursprünglich entstammten die Markgrafen wechselnden Familien. Seit 1089 ist die Markgrafschaft im Besitz der Wettiner (Heinrich I. von Eilenburg), erst als Lehen von Kaiser Heinrich IV., seit 1123/25 erblich. Seit 1089 ist dieses Gebiet fast ununterbrochen im Besitz der Wettiner, bis 1918. Zu solch einer Unterbrechung kam es, als Konrad 1123 seine Herrschaft antrat und ihm erst nur das wettinische Hausgut zustand und erst 1125 auch in den Lehnsbesitz der Markgrafschaft Meißen kam. Erhebliche Gebietszuwächse vergrößerten das Herrschaftsgebiet. Konrad wurde zum Begründer einer großen Territorialherrschaft. So kamen Eilenberg, Camburg, die Mark Niederlausitz, Bautzen, Dresden, Rochlitz, Groitzsch und diverse Kirchenvogteien hinzu. Wirtschaftliche Grundlage wurde der Bergbau im Erzgebirge, seit 1168 auf dem Gebiet des neu gegründeten Zisterzienserklosters Altzella Silber gefunden wurde und der Stifter des Klosters, Markgraf Otto von Meißen, den Mönchen "ein Angebot machte, das diese nicht ablehnen konnten", nämlich einen Gebietstausch. Silber wurde zum Regal, der Bergbau war landesherrliches Recht. Dies wurde die Grundlage des Wohlstandes der Markgrafen und führte zu einem Boom der Entwicklung des Erzgebirges und seiner Städte. 1195 machte der Kaiser einen Versuch, die Markgrafschaft als erledigtes Reichslehen einzuziehen, erfolglos. Heinrich der Erlauchte wurde zu einem der mächtigsten Herrscher, dessen Gebiet die Mark Meißen, die Ostmark, die Pfalzgrafschaft Sachsen und die Landgrafschaft Thüringen umfaßte, insgesamt vier Fahnlehen des Reiches. Mit seinem Tod endete die erste große Blütezeit der Mark Meißen. Unter dem destruktiven Markgraf Albrecht dem Entarteten (Beiname stammt aus dem 16. Jh.) ging die Markgrafschaft 1295 tatsächlich verloren, wurde aber von Friedrich I. wiedererlangt. 1310 war die wettinische Herrschaft in der Mark und in der Landgrafschaft Thüringen wiederhergestellt. Diese Markgrafschaft ist eines der ältesten und wichtigsten Gebiete der Wettiner. 1423 ging die Markgrafschaft im Herzogtum Sachsen-Wittenberg auf, als Kurland und Kurwürde von den ausgestorbenen Askaniern auf die Wettiner (Markgrafen von Meißen) übertragen wurden.
Diese Ernennung trägt gemeinsam mit der im Jahre 1417 erfolgten Ernennung der Markgrafen von Brandenburg zu Kurfürsten der Entwicklung der östlichen Marken Rechnung, die ihren Ausbau zum Reichsterritorium erfolgreich vollzogen hatten, und ist Symbol für die Etablierung dieser beiden östlichen Territorien, deren positive Entwicklung durch Mitspracherecht im Reich honoriert wurde. Gleichzeitig wurde durch diese beiden Ernennungen die Saat einer Konkurrenz zwischen beiden Kurfürstentümern gesät, die die deutsche Geschichte in Zukunft bestimmen würde.
Damit verlor auch der Meißnische Löwe seine heraldische Dominanz zugunsten des Rautenkranzes. Hinzu kam das Symbol für die Kurwürde, in schwarz-silbern geteiltem Schild zwei schräggekreuzte rote Schwerter, die sog. Kurschwerter.
Komponente:
Die Landgrafschaft Thüringen und ihr Wappen
Das Wappen der Landgrafschaft
Thüringen ist in Blau ein golden gekrönter und bewehrter Löwe,
von Silber und Rot siebenmal geteilt. Die Helmzier zeigt zwei
silberne Büffelhörner, die mit je fünf erst goldenen, später
grünen Lindenzweigen besteckt sind, der jeweils fünfte in der
Hornmündung. Helmdecken rot-silbern. Früher wurde die Helmzier
ohne Helmkrone getragen, die bürgerte sich erst später in der
Papierheraldik ein.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Eine Anmerkung zu den Lindenzweigen. In letzter Zeit werden sie als Lindenzweige interpretiert und immer grün dargestellt. Doch was war es ursprünglich? Der Einzug eines Ritters in voller Pracht war ein Fest der Selbstdarstellung, und dies konnte man auch akustisch untermalen. In die Hörner der Helmzier wurden Löcher gebohrt, und dort wurden Stäbchen eingeführt, die mit kleinen metallischen Anhängern besetzt waren, die bei jeder Bewegung fröhlich klimperten. Lesen wir die Beschreibung von Conrad von Würzburg im "Turnei von Nantheiz": "Sin helm was mit zwein hornen gezieret wol in fürsten wis, diu luhten beide silbergris, und heten schone sich gebogen. uz in geslozzen und gezogen von golde löuber waren, diu glast der heide baren rilichen unde schone....." Sein Helm war also mit zwei Hörnern geziert in der Fürsten Weise, die beide silbergrau leuchteten, und der Klimperschmuck ist golden, im Gegensatz zur heute gängigen grünen Darstellung. Einen ganz ähnlichen Helmschmuck finden wir dem dem Wappen der Landgrafen von Hessen, vgl. gemeinsame Wurzeln.
Mit dem Übergang des deutschen Königtums auf die sächsischen Liudolfinger wurde das einstige Randgebiet Kernland des Reiches und entsprechend mit Pfalzen ausgestattet und verwaltet. Diese Landgrafschaft wurde zwischen 1111-1112 durch Kaiser Heinrich V. gegründet. Die Ludowinger erlangten die Vorherrschaft und wurden unter Lothar III um 1130 mit dem Titel des Landgrafen von Thüringen ausgestattet. Durch Erbheirat bekamen sie Güter in Hessen um Marburg. 1180 wurde von ihnen anläßlich des Sturzes von Heinrich dem Löwen die Pfalzgrafschaft Sachsen erworben, ein Reichslehen. Die Ludowinger erbauten die Wartburg und die Marburger Burg. Die Landgrafschaft Thüringen kam durch die Heirat des Markgrafen Dietrich von Meißen mit Jutta Landgräfin von Thüringen nach dem Tod ihres Bruders Heinrich Raspe (der letzte Ludowinger im Mannesstamm, gest. 1247) aufgrund einer Eventualbelehnung aus dem Jahre 1243 (Belehnung im Falle seines Todes) nach anschließendem 15jährigem Erbfolgestreit (gegen Heinrich I. von Hessen, genannt das Kind von Brabant, ein Enkel von Landgraf Ludwig d. Heiligen von Thüringen und der Heiligen Elisabeth) endgültig 1263/64 an die Markgrafen von Meißen. Unter Markgraf Albrecht dem Entarteten ging die Landgrafschaft wieder verloren, denn er verkaufte sie 1293/94 an König Adolf von Nassau. 1307 wurde die Mark Meißen und Thüringen in der Schlacht bei Lucka von den Markgrafen wieder zurückgewonnen.
Komponente:
Die Pfalzgrafschaft Sachsen und ihr Wappen
Das Wappen der Pfalzgrafschaft
Sachsen ist in Blau ein golden gekrönter goldener Adler.
Einzeldarstellungen mit Helmzier sind selten; am Roten Schloß in
Weimar ist es auf gekröntem Helm ein goldener Adler, Helmdecken
blau-golden. In der Literatur wird dieses Wappen auch mit dem der
Pfalzgrafschaft Thüringen verwechselt, da untingiert das gleiche
Schildbild vorliegt. Eine klare Zuordnung ergibt sich aber
beispielsweise über eine kursächsische Dokumentenlade aus dem
17., wo das Einzelwappen mit dem Adler PS = Pfalzgrafschaft
Sachsen und das mit den Hörnern PD = Pfalzgrafschaft Thüringen
bezeichnet ist.
Eigentlich hatte die Pfalzgrafschaft Sachsen kein eigenes Wappen geführt. Einer der Pfalzgrafen, Herzog Heinrich von Braunschweig-Grubenhagen, der sie Pfalzgrafschaft nach seinem Schwiegervater, dem Versager Albrecht dem Entarteten, innehatte, definierte ein Wappen, weil es er im Siegel führen wollte. Dabei griff er auf ein Bild zurück, das Heinrich Raspe 1246-1247 als römischer König geführt hatte. Ob wissentlich oder unwissentlich, ob er das Königswappen übernahm oder sich von der Annahme leiten ließ, es sei das Wappen der Pfalzgrafschaft, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Anfangs war der Adler übrigens ungekrönt, erst später kam die Krone hinzu. Die entsprechende Helmzier wurde noch später dazudefiniert, auch hier haftet damit etwas Künstliches an.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Die Pfalzgrafschaft Sachsen wurde von König Otto I in der Saale-Unstrut-Region eingerichtet, im Süden des Herzogtums Sachsens, das damals noch ungeteilt eine gewaltige Größe hatte. 1088 hatten sie die Grafen von Sommerschenburg inne, 1180 nach dem Aussterben des pfalzgräflich-sächsischen Hauses der Sommerschenburger die Landgrafen von Thüringen als kaiserliches Lehen, 1247/1264 die Wettiner. Diesen Daten liegen die gleichen historischen Hintergründe wie bei der Landgrafschaft Thüringen zugrunde, die Eventualbelehnung, der Tod Heinrich Raspes und die anschließende Erbauseinandersetzung. Als die Markgrafen von Meißen das thüringische Erbe antraten, übernahmen sie wie selbstverständlich auch die anderen Rechte Heinrich Raspes. Kaiser Rudolph von Habsburg belehnte jedoch 1288 Sachsen-Wittenberg mit der Pfalzgrafschaft, und man hatte nur einen Teil. 1291 war die Pfalzgrafschaft Sachsen zur Hälfte in den Händen der Markgrafen von Brandenburg, nachdem sie Albrecht der Entartete verloren hatte, 1347 wieder in denen der Wettiner, nachdem sie Markgraf Friedrich I. wiedergewonnen hatte. Das Haus Wettin bekam einen Teil der Pfalzgrafschaft 1350 von Kaiser Karl IV bestätigt. 1356 wurde ihre endgültige Zugehörigkeit zum Herzogtum Sachsen festgelegt. Mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg, das den anderen Teil innehatte, kam schließlich 1425 der Rest der gesamten Pfalzgrafschaft an die Wettiner.
Komponente:
Die Pfalzgrafschaft Thüringen und ihr Wappen
Das Wappen der Pfalzgrafschaft
Thüringen ist in Schwarz ein goldener Adler. Einzeldarstellungen
mit Helmzier sind selten; am Roten Schloß in Weimar ist es ein
Paar goldener Büffelhörner, Helmdecken schwarz-golden.
Praktisch ist der Schild der Wappenschild des Reiches, farblich
invertiert.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Eine eigentliche Pfalz Thüringen hat es historisch nie gegeben. 1247 kamen die Wettiner in den Besitz der Pfalzgrafschaft Sachsen. 1291 wurden die nördlich der Unstrut gelegenen Gebiete an Brandenburg verkauft, Albrecht der Entartete entledigte sich dieser und anderer Gebiete, aber sie wurde 1347 zurückgekauft, dabei vereinigte man die Gebiete beiden aber nicht mehr, sondern nannte den nördlichen Teil Pfalzgrafschaft Sachsen und den südlichen Teil Pfalzgrafschaft Thüringen. Das Haus Wettin bekam einen Teil der Pfalzgrafschaft 1350 von Kaiser Karl IV bestätigt. Kurfürst Ernst nahm den Bestandteil im 15. Jh. in das sächsische Wappen auf. Und als schließlich 1425 der Rest der gesamten Pfalzgrafschaft an die Wettiner kam, beließ man es dabei, zwei Wappensymbole für beide Teile der Pfalzgrafschaft zu haben. Beide Wappensymbole sind damit gleichermaßen künstlich.
Komponente:
Die Markgrafschaft (Herrschaft) Landsberg und ihr Wappen
Das Wappen der Markgrafschaft
Landsberg ist in Gold zwei blaue Pfähle. Helmzier auf gekröntem
Helm ein wie der Schild bez. hoher Hut oder Schaft, aus dessen
goldener Krone ein Stoß Pfauenfedern wächst. Helmdecken
blau-golden.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Der Name Markgrafschaft ist eigentlich irreführend, denn es handelte sich ursprünglich nicht um eine eigene Mark, sondern nur um eine Herrschaft in der Ostmark (Niederlausitz). Sie umfaßte ein Gebiet zwischen unterer Saale und Elbe. Die Burg Landsberg liegt an strategisch wichtiger Stelle dort, wo sich die Straßen Wittenberg-Halle und Magdeburg-Leipzig kreuzen. Markgraf Dietrich IV von Meißen (gest. 1185) hatte das Gebiet anläßlich einer Teilung 1156 erhalten und baute ca. um 1170 eine Burg an einer Stelle, wo sich schon eine slawische Wallanlage einst befand. Danach nannte sich Dietrich ab 1174 Markgraf oder Graf von Landsberg. Als er starb, sollte Landsberg an Kaiser Barbarossa fallen, doch Dedo aus dem Hause der Wettiner kaufte das Gebiet. 1210 erfolgte die offizielle Belehnung. Landsberg ist damit ein wichtiges Stammland der Wettiner. 1261 wurde gemogelt: Markgraf Heinrich der Erlauchte (1216-1288) gab die nördliche Mark Landsberg seinem Sohn Dietrich dem Weisen (1242-1285) als eigenes Fürstentum, womit neben seinen eigenen vier Fahnlehen des Reiches ein fünftes geschaffen wurde. Da es sich um Reichsgebiet handelte, das zu Lehen gegeben war, handelte er ohne königliche Erlaubnis bei der Schaffung dieses Reichsfürstentums aus eigener Machtvollkommenheit gegen bestehendes Reichsrecht. Seit 1263 gehörte auch die Stadt Leipzig zur Markgrafschaft. Im Grunde gab es nur zwei eigenständige Markgrafen, Dietrich der Weisen (1242-1285, reg. 1261-1283) und sein Sohn Friedrich der Stammler (1269-1291, reg. 1283-1291). Einige Gebiete wurden verkauft, so 1271 die Stadt Schkeuditz und ca. 50 Dörfer und 1285 Markranstädt samt Gerichtsbarkeit und 29 Dörfern, beidesmal an das Bistum Merseburg. Zeitweise kam die nördliche Hälfte ganz in fremde Hände: Der nördliche Teil der Mark Landsberg wurde 1291 nach dem Tode Friedrichs des Stammlers (1269-1291, reg. 1283-1291) von Markgraf Albrecht dem Entarteten, der für den Verlust eines Großteils der Wettiner Ländereien verantwortlich war, an Brandenburg (Askanier) verkauft, kam dann 1347 durch Heirat einer Erbtochter an Braunschweig, wurde schließlich 1347, also noch im gleichen Jahr, an Friedrich den Ernsthaften, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen, weiterverkauft. So kam es zurück an die Wettiner. Die Stadt Leipzig wurde schon früher zurückerobert. Landsberg blieb bei der albertinischen Linie, kam 1657-1731 an die Nebenlinie Sachsen-Weißenfels, und blieb dann bis 1815 bei Kursachsen, kam 1815 zur preußischen Provinz Sachsen, später an Sachsen-Anhalt.
Das Wappen ist neben dem Meißner Löwen eines der ältesten Wettiner Wappen und es hat eine lange Entwicklung durchgemacht, während der sich Anzahl und Farbe der Pfähle zum jetzigen Bild veränderten. Bereits Otto der Reiche (gest. 1190) führt die Pfähle im Siegel, desgleichen Dietrich der Bedrängte (gest. 1221) und Heinrich der Erlauchte (gest. 1288). In der Tat scheint die Zuordnung von Landsberg zu diesem Wettiner Wappen erst in dem Maße erfolgt zu sein, wie der Meißner Löwe als das alleinige Hauswappen der Wettiner angesehen wurde.
Komponente:
Die Herrschaft Pleißen und ihr Wappen
Das Wappen der Herrschaft
Pleißen ist in Blau ein von Gold und Silber geteilter Löwe.
Helmzier auf gekröntem Helm ein wachsender goldener Löwe
zwischen silbern-blau übereck geteilten Büffelhörnern.
Helmdecken blau-silbern.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Pleißen (terra plisnensis) lag rings um die Reichsburg Altenburg und war seit dem 10. Jh. Reichsland, denn die durch die Ausdehnung des Reiches neu gewonnen Siedlungsräumen unterstanden mangels älterer dynastischer oder kirchlicher Rechte direkt dem Königtum. Als Kaiser Friedrich Barbarossa um 1158 das Pleißner Land als eigenes Verwaltungsgebilde zur Sicherung der Ostgrenzen einrichtete, vereinigte er ältere Gebiete in Reichsbesitz mit neu erworbenen Gebieten an der Mulde wie Leisnig, Lausick, Colditz etc. und vergab es als Reichslehen an Reichsministerialen. Burggrafschaften und Reichsministerialen waren wichtige Instrumente zur Verwaltung und zur Festigung der Reichsmacht in den neuen Gebieten. Nach entsprechender struktureller Ausstattung (Städte, Pfalzen, Klöster, Märkte) war das Pleißner Land gegen 1165 ein wichtiges Reichsgut geworden. Anfangs dienten diese Institutionen auch tatsächlich der Sicherung der Reichsinteressen, später jedoch waren es genau diese Burggrafen und Ministerialen, die sich verselbständigten und zentrifugale Kräfte entwickelten und durch Ausbau ihrer eigenen Herrschaft die Zentralgewalt des Reiches schwächten. So auch die Markgrafen von Meißen. 1195 wurde das Pleißner Land nach dem Tod des Markgrafen Albrecht des Stolzen als erledigtes Lehen wieder frei und wieder dem Kaiser zugeschlagen. Reichsministerialen verwalteten das Gebiet wieder. Doch der Kontrollverlust des Reiches über das Gebiet war nicht lange aufzuhalten, denn unter Friedrich II nahm die königliche Herrschaftsausübung im Pleißner Land vor dem Hintergrund großer Reichspolitik immer mehr ab, und die Ministerialen dehnten sich auf Kosten des Reichsgutes ohne größere Widerstände aus. Ab Mitte des 13. Jh. hatten die Markgrafen von Meißen Pfandrechte am Pleißner Land inne. Solche Rechte entstanden z. B., als Margarethe, eine Tochter Kaiser Friedrichs II, Albrecht, den Sohn von Markgraf Heinrich von Meißen (Heinrich der Erlauchte) 1255 heiratete, und als Mitgift wurden 1243 anläßlich der Verlobung Pfandrechte übertragen. Der Hintergrund ist auch, daß der Kaiser inneren Zusammenhalt wünschte zwecks gemeinsamer Bewältigung außenpolitischer Probleme. Eigentlich sollten diese Pfandrechte die Wettiner stärker an das staufische Herrscherhaus binden, aber im Gegenteil, es band das Pleißner Land immer stärker an die Wettiner, denn während der Wirren der letzten Jahre staufischer Herrschaft gelangte das Pleißner Land immer fester an die Markgrafen. Aus den trotz einer von Friedrich II eigens dafür in Sizilien erhobenen Sondersteuer nie eingelösten Pfandrechten wurde de facto ein Dauerbesitz, 1310 wurden die Markgrafen der Einfachheit halber mit dem Pleißner Land belehnt, und 1372/73 ging es endgültig in ihren Besitz über.
Komponente:
Die Grafschaft Orlamünde und ihr Wappen
Das Wappen der Grafschaft
Orlamünde ist in einem mit roten Herzen bestreuten goldenen Feld
ein rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe. Die zugehörige
Helmzier ist ein roter, silbern gestulpter niederer Hut
(Turnierhut), in dessen Stulp zwei auswärts geneigte, goldene
Stäbe mit zwei natürlichen Pfauenfederbüschen übereinander
stecken.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Die Grafen von Orlamünde waren einst ein mächtiges thüringisches Grafengeschlecht. Benannt ist die Grafschaft nach der um 900 von den Grafen von Weimar erbauten Burg Orlamünde an der Mündung des Flusses Orla in die Saale. Die Grafen von Weimar waren 1046-1067 auch Markgrafen von Meißen. Ab 1062 wurden die beiden Grafschaften Weimar und Orlamünde zu einer Grafschaft Weimar-Orlamünde verbunden. 1112 starb die ältere Linie der Grafen von Weimar-Orlamünde mit Ulrich II. aus, und eine erste Verbindung zu den Askaniern wurde hergestellt, denn die Erbtochter Adelheid von Weimar-Orlamünde war mit Adalbert II von Ballenstedt aus dem Hause der Askanier verheiratet. Adalbert II von Ballenstedt war der Vater von Siegfried von Ballenstedt, an den die Grafschaft schließlich nach Streitigkeiten fiel, und der Großvater von Albrecht dem Bären.
Nach Albrecht des Bären Tod 1170 bildete sich eine jüngere Linie der Grafen von Orlamünde, die zuerst zu einer kurzen Blüte der Grafschaft als Gegenpol zur sich ausbreitenden Macht der Wettiner führte, dann aber im Zuge von Teilungen und Verkäufen Stück für Stück unterging, während die Wettiner sich das askanische Gebiet Scheibchen für Scheibchen einverleibten. Ein klägliches Ende für ein einst mächtiges Geschlecht. 1247/48 teilte sich die Grafschaft wieder in eine Weimaraner und eine kurzlebige Orlamünder Linie, eine thüringische und eine osterländische Linie. 1347 mußte die Weimarer Linie die Landesherrschaft der Markgrafen von Meißen anerkennen. Das bis dahin askanische Weimar fiel unter die Wettiner Landeshoheit, nachdem Friedrich den Wettinern im Thüringer Grafenkrieg 1342-1346 unterlag. Er war gezwungen, Weimar den Wettinern als Lehen aufzutragen und Vasallenstatus anzunehmen. Nach dem Aussterben der Weimarer Linie im Jahre 1373 fiel das Gebiet als erledigtes Lehen heim an den Lehnsherrn, und seitdem ist es Wettiner Gebiet. Weimar wurde später im Zuge der Teilungen Hauptort einer eigenen Linie. Andere Linien der Grafen von Weimar-Orlamünde lebten erst noch fort, 1467 ging ihr letzter Territorialbesitz an die Wettiner über, und 1486 waren sie ausgestorben.
Das Wappen ist eine alte Erinnerung an Dänemark: Ursprünglich waren es drei blaue schreitende Löwen, die durch die Heirat von Sophia von Dänemark mit Siegfried von Orlamünde ins Spiel kamen. Die Anzahl der Löwen wurde auf 1 reduziert. Beim Verkauf der Grafschaft an Meißen wechselte die Farbe des Löwen von Blau auf Schwarz.
Komponente:
Die Herrschaft Eisenberg und ihr Wappen
Das Wappen der Herrschaft
Eisenberg ist in Silber drei blaue Balken (kann abweichen).
Helmzier ein silbern-blau geteilter wachsender Jungfrauenrumpf
mit einer Kopfbinde mit abflatternden silbernen und blauen
Bändern. Helmdecken blau-silbern.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Eisenberg (Isenberg) liegt auf dem Plateau zwischen den Flüssen Saale und Elster, heute im sog. Saale-Holzland-Kreises in Thüringen. Die Stadt Eisenberg, seit 1274 im Besitz der Stadtrechte, gehörte einst zur Markgrafschaft Meißen und war schon im 12. Jh. Wettiner Stammbesitz. Eine Kunigunde von Eisenberg (gest. 1286) ist die zweite Frau des unglückseligen Markgrafen Albrecht d. Entarteten, nachdem seine erste Frau Margherita von Sizilien (1237 - 8.8.1270) verstorben war. Bei der Erbteilung 1485 und der großen Spaltung in ernestinische und albertinische Linie kam Eisenberg zur ersteren, dann zur Linie Weimar, dann an die Linie Gotha, und es gab sogar eine eigene Linie Sachsen-Eisenberg 1680-1707. Der Wappenbestandteil taucht erstmals 1525 im Wappen des Kurfürstentums Sachsen auf. 1826 kam Eisenberg an Sachsen-Altenburg.
Komponente:
Die Burggrafschaft Altenburg und ihr Wappen
Das Wappen der Burggrafschaft
Altenburg ist in Silber eine fünfblättrige rote Rose, golden
bebutzt, mit grünen Kelchblättern. Helmzier eine
fünfblättrige rote Rose, golden bebutzt, umgeben von 4-5
natürlichen Pfauenfedern. Helmdecken rot-silbern.

Abb.: Weimar, Wappen über dem Portal des Roten Schlosses, Ausschnitt
Altenburg ist eine Reichsstadt bei Leipzig. An der Stelle eines slawischen Rundwalls wurde im 10. Jh. eine erste Burg errichtet, die ab 976 der Bischof von Zeitz innehatte. Die Pfalz Altenburg war Mittelpunkt des Pleißner Landes in staufischer Zeit. Die Burg selbst wurde seit 1165 von einem Burggrafen verwaltet, das vor den Wettinern die Herren von Leisnig innehatten. Die Aufgabe des Burggrafen war die Verteidigung der kaiserlichen Burg und die Wahrung kaiserlicher Hoheitsrechte über seine in Altenburg ansässigen Vasallen. Ab Mitte des 13. Jh. hatten die Markgrafen von Meißen Pfandrechte am Pleißner Land um die Stadt Altenburg herum inne anläßlich der Verlobung von Margarethe, einer Tochter Kaiser Friedrichs II, mit Albrecht, einem Sohn von Markgraf Heinrich von Meißen (Heinrich dem Erlauchten). Altenburg wurde 1290 reichsunmittelbar, und die sich um die Burg entwickelnde Stadt wurde Reichsstadt. 1328 wurde das von Kaiser Ludwig als Lehen (1310) eröffnete Burggrafenamt in der freien Reichsstadt Altenburg von den Markgrafen von Meißen erlangt. Bereits 1324 erfolgte Verpfändung des Amtes an die Markgrafen von Meißen. So ging es oft, erst wurde der Inhaber durch Verpfändung von dringenden Geldnöten befreit, und des Pfandes entledigte man sich zur Vermeidung von Auslösungszahlungen durch Lehensvergabe. Der Wappenbestandteil kam unter Wilhelm III in das sächsische Wappen. Bei der Erbteilung 1485 und der großen Spaltung in ernestinische und albertinische Linie kam die Burggrafschaft Altenburg an erstere, wechselte 1547 bis 1554 an die albertinische Linie. Altenburg wurde Sitz mehrerer eigener ernestinischer Linien, das ältere Sachsen-Altenburg 1603-1672, Sachsen-Gotha-Altenburg 1681-1825 und das jüngere Sachsen-Altenburg 1826-1818.
Komponente:
Die Grafschaft Brehna und ihr Wappen
Das Wappen der Grafschaft
Brehna sind in Silber 3 (2:1) im Dreipaß ausgeschlagene rote
Seeblätter. Helmzier ein roter, silbern gestulpter Turnierhut,
in dessen Stulp zwei auswärtsgeneigte, goldengestielte
Pfauenwedel mit naturfarbenen Federn stecken. Helmdecken
rot-silbern.

Brehna ist eine Burg bei Bitterfeld, vor 1053 von Graf Thiemo I von Kistritz errichtet. Burg, angrenzende Stadt (Stadtrechte vor 1220) und Grafschaft, ursprünglich wettinischer Besitz, wurden 1290 nach dem Erlöschen der dort ansässigen Wettiner-Nebenlinie von König Rudolf I an den askanischen Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg verliehen, die dadurch auch Grafen von Brehna wurden. Brehna ist damit askanischer Besitz. Mit dem Aussterben der Askanier von Sachsen-Wittenberg im Jahre 1422 kam die Grafschaft Brehna 1423 an den Wettiner Friedrich den Streitbaren, jetzt wieder in wettinischem Besitz. Dieser wurde mit dem Kurfürstentum Sachsen, aber auch u.a. mit der Grafschaft Brehna belehnt. 1485 kam Brehna bei der Leipziger Teilung an die vom Kurfürsten Ernst begründete Ernestinische und 1547 an die Albertinische Linie. 1815 mußte die Grafschaft Brehna an Preußen abgetreten werden (preußische Provinz Sachsen, späteres Sachsen-Anhalt). Die Stadt Brehna führt übrigens noch heute das nämliche Wappenbild.
Komponente:
Der Regalienschild im Wappen
Der Regalienschild ist ledig
und rot, meist damasziert dargestellt. Wenn das Wappen außerhalb
eines gemeinsamen Kontextes als einzelnes Vollwappen dargestellt
wird, besteht die Helmzier auf gekröntem Helm aus einem offenen
roten Adlerflug, Helmdecken rot-silbern.

Das Regalienwappen ist also inhaltsfrei, da die Damaszierung reiner Schmuck ist und nicht Symbolträger ist, aber nicht bedeutungsfrei. Die Farbe ist immer Rot. Synonym wird der Regalienschild auch als Bannschild, Bannfeld oder Blutbannfeld bezeichnet. Er symbolisiert Herrscherwürde und das Recht über Leben und Tod und die entsprechende Blutgerichtsbarkeit, den Blutbann. Er zeigt zwar nur das wichtigste, mächtigste und für die Untertanen gefährlichste Recht an, steht aber als Sinnbild stellvertretend für weitere Souveränitätsrechte.
Spätgotisches
Wappen der Wettiner als Landgrafen von Thüringen
Hier eine Darstellung des
Wappens der Herzöge von Sachsen, an der Rückseite der sog.
Bastille eingemauert, dem Torhaus der alten Burg in Weimar, die
im spätgotischen Stil ab 1439 errichtet wurde:

Der Wappenstein ist durch Inschrift auf 1439 datiert, also in die Zeit des regierenden thüringischen Landgrafen, Friedrich Markgraf v. Meißen, Landgraf v. Thüringen (- 7.5.1440), Sohn von Balthasar Markgraf v. Meißen, Landgraf v. Thüringen (21.12.1336 - 18.5.1406), gen. Friedrich der Friedfertige (pacificus) oder der Einfältige (simplex), 1406 Landgraf, 1407 Markgraf, vererbt Hildburghausen an Kurfürst Friedrich II., selbst kinderlos. Der Schild ist geviert:
Dazu wird einzig der gekrönte Helm der Landgrafschaft Thüringen geführt: zwei silberne Büffelhörner, die mit je mehreren goldenen Lindenzweigen besteckt sind, der jeweils letzte in der Hornmündung. Helmdecken rot-silbern.
Die große
Teilung am 26.8.1485 (Leipziger Teilung)
1423 bekamen die Wettiner
nicht nur die Kurwürde, sondern auch das Kurland und den Namen
Sachsen. Die Kurwürde war an das Kurland Wittenberg gebunden.
Der Name Sachsen wurde jetzt auch auf die Gebiete Meißen,
Lausitz, Thüringen übertragen. Wer also Wittenberg regierte,
war Kurfürst und Reichserzmarschall. Das Herzogtum war zwar noch
klein, aber wichtig. Das Gebiet wuchs jedoch schnell: Es kamen
hinzu 1423 Stollberg (Erzgebirge), 1425 Finsterwalde, 1427 Weida
(Thüringen), 1439 Burggrafschaft Meißen, 1443 Hohnstein, 1448
Senftenberg, 1451 Wildenstein, 1466 Plauen und Kern des
Vogtlandes, 1472 Sagan, 1477 Storkow etc. Das Kurfürstentum
wuchs damit im wesentlichen nach Osten und Süden. Dieses neue
große Herzogtum und Kurfürstentum wurde am 26.8.1485 bzw.
9.11.1485 zwischen zwei Brüdern geteilt. Es wurde eine
unwiderrufliche Teilung, die auf immer ernestinische Linie und
albertinische Linie voneinander scheiden sollte.
Ernst (reg. 1464-1486) bekam das Kurland, also Sachsen-Wittenberg, dazu den größten Teil Thüringens mit Weimar, Eisenach, Gotha, ferner die Reichsgrafschaften Reuß, Gleichen, Kirchberg, z. T. Schwarzburg. Weiterhin konnte er sich über den Erhalt von Altenburg, Zwickau, Schwarzenberg, Coburg, Plauen, Grimma, Borna, Leisnig und Eilenburg freuen. Die Landesteile hingen nicht zusammen, sondern bildeten drei größere Komplexe, erstens das Gebiet um Gotha und Eisenach, zweitens das Gebiet um Coburg und drittens als größtes zusammenhängendes Gebiet die Region Weimar, Jena, Saalfeld, Plauen, Zwickau, Altenburg und Torgau. Doch selbst dieses Gebiet hatte Lücken für Besitzungen anderer Herrscherhäuser, z. B. Schwarzburg und Reuß.
Sein Bruder Albrecht (reg. 1464-1500) hingegen bekam die östlichen Landesteile, die Markgrfschaft Meißen, wobei die Hauptorte Dresden und Freiberg waren, mit den Ämtern Leipzig, Zörbig und Delitzsch-Landsberg, ferner Chemnitz. Albert gehörte ferner die Pfalzgrafschaft Sachsen. Einige Gebiete und Schutzherrschaften wurden von beiden Brüdern sogar gemeinsam beherrscht. Von da an entwickelten sich beide Gebiete total unterschiedlich. Die ernestinische Linie machte Geschichte durch unglaublich viele und unübersichtliche Teilungen und Aufsplitterungen, deren verschiedene Linien werden im folgenden näher beleuchtet. Die albertinische Linie dagegen teilte sich eigentlich gar nicht, dafür wurde sie politisch groß und wichtig.
Erst war die ernestinische Linie die reichspolitisch bedeutungsvollere, später die albertinische.
Ernestiner
Wappen vor dem Verlust der Kurwürde
Dieses Beispiel stammt von der
sog. Bastille, dem Torbau der alten Burg in Weimar, ab 1539 im
Stile der Renaissance umgestaltet, und es zeigt ein Wappen, wie
es von der ernestinischen Linie bis 1547 in Gebrauch war:

Drei Helme:
Helmdecken rechts rot-silbern, links schwarz-golden. Man beachte, daß diese Darstellung eine der zeitlich ersten ist, bei der das Kleinod des Erzmarschallamtes im Wappen erscheint. Eine noch frühere Darstellung ist von Münzen aus dem Jahre 1535 bekannt. Interessant ist ferner, wie dabei platzsparend zwei Helmzieren miteinander kombiniert werden, Sachsen und Kurwürde/Erzmarschallswürde. Diese enge Verquickung trägt auch der Tatsache Rechnung, daß die Ämter an das Kurland Sachsen-Wittenberg und seinen Besitz gebunden ist, von daher ist es ein legitimer Anspruch.
Komponente:
Die Burggrafschaft Magdeburg im Wappen
Das Symbol der Burggrafschaft
Magdeburg ist ein gespaltener Schild, vorne in Rot ein halber,
goldenbewehrter und -gekrönter silberner Adler am Spalt, hinten
siebenmal von Silber und Rot geteilt. Helmzier eine liegende
silberne Mondsichel mit aufrechten Spitzen, an jedem Horn mit
drei schwarzen Straußenfedern besteckt und in der Höhlung mit
drei einzelnen schwarzen Straußenfedern besteckt. Helmdecken
rot-silbern. In den sächsischen Wappen erscheint dieses Feld
erstmals 1535 ff.
Eine Abbildung des Vollwappens findet sich im Konstanzer Wappenbuch. Die Burggrafschaft Magdeburg darf nicht mit dem Erzbistum oder gar dem Herzogtum Magdeburg verwechselt werden. Die Burggrafschaft war die Statthalterschaft im Namen des Kaisers, seit Kaiser Otto I verbunden mit der Vogtei über das neu gegründete Bistum Magdeburg. Zuerst hatten Mitglieder der Familien Walbeck und Plötzke die Burggrafschaft inne, dann kam sie 1118 an den Grafen Wiprecht von Groitzsch, danach an dessen Sohn Heinrich von Groitzsch, Markgraf der Lausitz. Nach dessen Tod kam sie 1136 an Burkhard von Querfurt, bei dessen Familie sie bis 1269 blieb. 1269 kam die Burggrafschaft an die Herzöge von Sachsen-Wittenberg (Askanier!), sie gehört damit zu den ältesten Besitzungen der Herzöge von Sachsen, und noch 1425 belehnte der Kaiser den frischgebackenen Kurfürsten Friedrich den Streitbaren (Wettiner!) "mit Burggrafschaft und Grafgeding zu Magdeburg und Hall". Zurück zum Jahr 1269: Die Verhältnisse drehten sich, denn Erzbischof Konrad II. kaufte das Burggrafentum mit dem damit verbundenen magdeburgischen Erzschenkenamt und den burggräflichen Rechten zu Magdeburg und Halle sowie den Ämtern Gommern, Ranis, Elbenau und Grottau von dem Grafen Burkhard zu Mansfeld und gab es den Herzögen Johann von Lauenburg und Albrecht II. von Wittenberg als Lehen des Erzstifts. 1294 wurde es noch komplizierter, das Burggrafentum wurde wieder an das Erzstift zurückverpfändet, bis es 1538 Kurfürst Johann Friedrich, Rechtsnachfolger der Askanier, mit erheblichen Kosten auslöste, um es zu gunsten der Evangelischen gegen Albrecht V. geltend zu machen. Später gelangte diese Burggrafschaft zwar an Brandenburg, doch man hielt an dem Schildbild bis zum Ende des Kurfürstentums fest (vgl. Vertrag aus dem Jahre 1579, Magdeburger Permutationsrezeß zu Eisleben zwischen Kurfürst August von Sachsen und dem Erzstift Magdeburg, Beibehaltung von Titel und Wappen für Sachsen, Abtretung des meisten Gebietes an Mansfeld, Verzicht des Kurfürstentums auf die Ausübung des Burggrafentums, Behalten der oben genannten vier Ämter).
Komponente:
Die Kurwürde im Wappen
Die Kurwürde und das
Reichserzmarschallamt (Archimareschallus) wird als Herzschild
oder als Feld durch folgendes Bild dargestellt: In von Schwarz
und Silber geteiltem Feld zwei schräggekreuzte rote Schwerter.
Helmzier zwei schwarz-silbern geteilte Büffelhörner, die außen
mit je fünf (früher auch nur drei) blauen Fähnchen an roten
Stangen besteckt sind, das letzte jeweils in der Hornmündung,
Helmdecken schwarz-silbern.
Obwohl die Wettiner die Kurwürde seit 1423 innehatten und die Kurschwerter als Herzschild schon im 15. Jh. geführt wurden, erscheint sie als Helmzier erstmals 1535.
Der
Übergang der Kurwürde
Die ernestinische Linie als
Kurlinie war die reichspolitisch bedeutsamere. Eine wichtige
Änderung ergab sich durch die Niederlage und Gefangennahme
Johann Friedrichs des Großmütigen (15321547) von der
ernestinischen Linie im Schmalkaldischen Krieg in der Schlacht
bei Mühlberg in der Lochauer Heide 1547. Die ernestinische Linie
war ein wichtiger Förderer der Reformation und Friedrich der
Weise der Beschützer Luthers. Zusammen mit der Landgrafschaft
Hessen bildete die ernestinische Linie die Führung der
evangelischen Reichsstände und auch des Schmalkaldischen Bundes,
der 1531 gegründet wurde. So gerieten sie in Opposition zu den
kaiserlichen, katholischen Reichsständen. Die Niederlage bei
Mühlberg am 24.4.1547 und die Wittenberger Kapitulation
besiegelten das politische Schicksal beider sächsischer Häuser.
Friedrich der Großmütige war bis zum 2.10.1552 in
Gefangenschaft. Karl V. nahm ihm zur Strafe die Kurwürde weg und
übertrug sie samt Kurland an Moritz von Sachsen von der
albertinischen Linie, offizieller Verzicht Johann Friedrichs des
Großmütigen auf die Kurwürde am 19.5.1547. Damit wurde diese
Linie ihres Rechtes der Königswahl und ihres bisherigen
Einflusses im Reich beraubt, was eine politische Katastrophe
darstellte, ferner verlor sie zwei Drittel des Landes, eine
territoriale Katastrophe, und beides auch noch an die
konkurrierende Bruderlinie, eine familiäre Katastrophe. Die
Ernestinische Linie wurde damit aus der hohen Reichspolitik
katapultiert und zu einer thüringischen Herzogsdynastie
degradiert.
Genealogie der Wettiner bis zum Übergang der Kurwürde:
Die
Ernestinischen Herzogtümer (1)
Die Ernestiner hatten nach dem
Übergang des Kurlandes 1547 noch Weimar, Jena, Gotha, Eisenach,
Saalfeld, Weida und Coburg. 1554 bekamen sie noch als Nachschlag
Sachsenburg, Eisenberg, Herbsleben und Altenburg. Von nun an ist
die Geschichte der Ernestinischen Herzogtümer eine der vielen
Spaltungen und Linien. Stets entstanden mehrere selbständige
Herzogtümer durch immer neue Teilungen, und jede erloschene
Linie wurde wieder an die übriggebliebenen Linien verteilt.
Die erste Teilung fand 1572 statt (sog. Erfurter Teilung): Es entstanden dabei Sachsen-Coburg-Eisenach (1572-1596) und Sachsen-Weimar (1572-1603). Sachsen-Coburg-Eisenach (1572-1596) teilte sich in einer zweiten Teilung 1596 in Sachsen-Coburg (1596-1633) und Sachsen-Eisenach (1596-1638) auf.
Auch Sachsen-Weimar (1572-1603) erlebte eine zweite Teilung 1603, wobei Sachsen-Weimar (1603-1640) und Sachsen-Altenburg (1603-1672) entstanden. Herzog Johann v. Sachsen-Weimar (22.5.1570 - 31.10.1605) überließ die Regierungsgeschäfte längere Zeit seinem Bruder Friedrich Wilhelm I und richtete nach seiner Vermählung seine Hofhaltung in Altenburg ein, während der Bruder von Torgau aus regierte. 1596 drängte Johann auf Landesteilung und Regierungsantritt seiner selbst, was der Bruder jedoch bis zu seinem Tod 1602 verzögerte. Die angestrebte Landesteilung fand erst 13.11.1603 vertraglich statt, und Johann übernahm die Regierung in Weimar. Zu seinem Gebiet gehörten Weimar, Jena, Oberweimar, Kapellendorf, Oldisleben, Ringleben, Schwarzwald, Königsberg in Franken, Reinhardsbrunn und Georgenthal sowie Ichtersleben. Johann, der der Stammvater aller nachfolgenden ernestinischen Herzöge werden sollte, regierte selber nicht einmal zwei ganze Jahre, denn er starb mit 35 Jahren am 31.10.1605. Er selber war politisch unwichtig, doch einige seiner Söhne wurden zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Figuren der ernestinischen Linie.
Drei dieser Linien erloschen wieder: Als die Coburger Linie 1633 erlosch, gingen die Güter an Eisenach. Als dann nur 5 Jahre später Eisenach erlosch, gingen zwei Drittel an Weimar und ein Drittel an Altenburg. Altenburg erlosch schließlich erst 1672 und fiel an Weimer, der einzigen noch übriggebliebenen Linie. Halt, nein, das ist so einfach nicht korrekt, denn die Linie Weimar hatte sich unterdessen, nach Aufnahme zweier erloschener Herzogtümer, schon 1640 wieder geteilt, in die Linien Eisenach (1640-1644), Gotha (1640-1680) und natürlich Weimar (1640-1672). Altenburg fiel also nach seinem Erlöschen 1672 zu einem Viertel an Sachsen-Weimar und zu drei Vierteln an Sachsen-Gotha. Sachsen-Eisenach war kurzlebig und fiel nur vier Jahre später wieder je zur Hälfte an die Linien Weimar und Gotha. Sachsen-Gotha, mittlerweile kräftig durch die Erbschaften von den erloschenen Linien Altenburg und Eisenach gewachsen, zerfällt 1680/81 in sieben verschiedene Linien, dazu woanders mehr. Sachsen-Weimar, ebenfalls durch die Erbschaften von den erloschenen Linien Altenburg und Eisenach gewachsen, teilt sich 1672 schon wieder, wiederum in drei verschiedene Linien, Eisenach (1672-1741, schon die dritte Linie dieses Namens), Jena (1672-1690) und natürlich die Hauptlinie Sachsen-Weimar selbst, die im Prinzip unter wechselnden Staatsformen bis 1918 bleibt. Die beiden anderen Seitenlinien, Jena und Eisenach, fallen nach ihrem Erlöschen an die Hauptlinie zurück. Die Linie Gotha geht einen separaten Weg.
Im Grunde sind die vielen Teilungen das Ergebnis einer auf ganzer Linie gescheiterten Politik einer Dynastie, die nicht mit dem Verlust ihrer reichspolitischen Bedeutung und eines Großteils ihrer Territorien fertig wurde und sich durch mangelnde Geschlossenheit und dadurch resultierende Aufspaltungen machtpolitisch endgültig ins Abseits brachte. Umgekehrt resultierte dadurch das Aufblühen vieler kleiner Residenzen mit entsprechend reichhaltigem kulturellen Leben, von denen in der Folgezeit beachtliche kulturelle Impulse ausgehen sollten.
Genealogie zu den ernestinischen Herzogtümern (1)
Wappen von
Sachsen-Weimar 1574/76
Hier eine Darstellung des
Wappens der Herzöge von Sachsen-Weimar, wo alle
Einzelkomponenten als Vollwappen dargestellt sind, am Portal des
Roten Schlosses in Weimar (1574-1576 erbaut):

Die Beschreibung der Einzelkomponenten folgt der Vorstellung derselben in den einzelnen Unterkapiteln. Die her. linke Spalthälfte des zentralen Schildes tut hier nichts zur Sache, denn es handelt sich um ein zusammengeschobenes Ehewappen.
Sachsen-Weimar
ab 1741: Vom Herzogtum zum Großherzogtum
Nachdem die beiden
Seitenlinien Sachsen-Eisenach (1672-1741, die dritte Linie dieses
Namens) und Jena (1672-1690) schlußendlich an die Hauptlinie
Sachsen-Weimar zurückgefallen sind, entwickelt diese sich wieder
konstant unter wechselnden Staatsnamen bis 1918.
Sachsen-Weimar-Eisenach wurde 1815 im Zuge des Wiener Kongresses
zum gleichnamigen Großherzogtum, dessen Name sich 1877 zum
Großherzogtum Sachsen wandelte. Nach der Abdankung des letzten
Großherzogs 1918 wurde das Land zum Freistaat, und am 1.5.1920
ging der freie Volksstaat Sachsen-Weimar-Eisenach im neuen Land
Thüringen auf.
Genealogie für Sachsen-Weimar-Eisenach von 1741 bis zum Ende der Monarchie:
Das Wappen
des Großherzogtums Sachsen
Aufbau des Großen
Staatswappens:
Das Große Staatswappen führt drei Helme:
Orden: Um den Schild liegt der Orden der Wachsamkeit oder Vom Weißen Falken an einem ponceauroten Bande mit goldener Schrift "VIGILANDO ASCENDIMUS" - Indem wir wachsam sind, steigen wir auf. Dieser Orden wurde am 2.8.1732 von Herzog Ernst August gestiftet. Das Kleinod besteht aus einem achtspitzigen Kreuz, golden bordiert, von einer goldenen Königskrone überhöht, mit einem goldbewehrten silbernen (weißen) Falken belegt. Die Winkelecken sind rot und golden bordiert und an den Spitzen mit Perlen besetzt.
Prunkstücke: Ein hermelingefütterter roter (purpurner) Wappenmantel, der aus einer Königskrone herabfällt.
Aufbau des Mittleren Staatswappens:
Hauptschild und Herzschild wie beim Großen
Staatswappen, auf einem hermelingefütterten roten Wappenmantel,
der aus einer Königskrone herabfällt.

Abb.: Wappenschild des mittleren Staatswappens des Großherzogtums Sachsen über dem Südflügel des Residenzschlosses Weimar (1913-1914 errichtet).
Komponente:
Die gefürstete Grafschaft Henneberg im Wappen
Das Wappen der gefürsteten
Grafschaft Henneberg ist in Gold auf grünem Dreiberg eine
schwarze Henne mit rotem Kamm und ebensolchem Kehllappen.
Helmzier ein wachsender, rotgekleideter Jungfrauenrumpf mit
goldenem Zopf, mit Krone, aus der sich ein roter hoher Hut
erhebt, dessen Spitze mit einem Pfauenfederbusch besteckt ist.
Helmdecken rot-silbern.
Es handelt sich bei dem Schildbild nicht um das Ursprungswappen der Grafen von Henneberg, das war erst ein Adler, dann als Burggrafen von Würzburg ein geteilter Schild, oben in Gold ein wachsender schwarzer Doppeladler, unten rot-silbern geschacht. Das Geschlecht verlor das Burggrafentum Würzburg 1230. 1274 teilte sich die Familie in drei Linien auf: Henneberg-Schleusingen (1274-1583), Henneberg-Aschach (1274-1459) und Henneberg-Hartenberg-Römhild (1274-1378/79). Das redende Wappen mit der Henne erscheint um 1300 und ist auch schon in der Züricher Wappenrolle. 1310 wurde die Grafschaft unter Berthold gefürstet. Aufgrund zunehmender Verschuldung des einst mächtigen Grafengeschlechtes kam es am 1.9.1554 zu Kahla zu einer Erbverbrüderung von Wilhelm V. mit dem ernestinischen Haus der Wettiner, die 1555 vom Kaiser abgesegnet wurde (Kahlaer Vertrag). Die Schulden der Henneberger Grafen wurden dafür von den Ernestinern beglichen, dafür wurden sie als Erbe eingesetzt. Am 25.12.1583 starb das Grafengeschlecht aus, zuletzt in der Linie Henneberg-Schleusingen. Über das Erbe erhob sich Streit zwischen den beiden sächsischen Häusern, und die Güter wurden eine Zeitlang gemeinsam verwaltet. Endgültig wurden die hennebergischen Besitzungen erst am 9.8.1660 geteilt, wobei der größere Teil, 7/12, an die Ernestiner (Hauptteil an Sachsen-Meiningen (10 Quadratmeilen), des weiteren Sachsen-Weimar-Eisenach (5,3 Quadratmeilen), Sachsen-Coburg-Saalfeld (2,7 Quadratmeilen), Sachsen-Gotha-Altenburg (0,6 Quadratmeilen), Sachsen-Hildburghausen (0,75 Quadratmeilen)) und 5/12 an die albertinische Linie (8,5 Quadratmeilen) fielen. Die Albertinische Linie bekam also die Gebiete um Schleusingen und Suhl, und die Ernestinische Linie bekam die Gebiete um wasungen, Meiningen, Ilmenau und Themar. So kamen beide Linien in den Genuß, das hennebergische Wappen in ihr vermehrtes Wappen aufnehmen zu können. Für die in der vergangenen Geschichte territorial benachteiligten Ernestiner war das ein politisch-territoriales Highlight, konnten sie doch dadurch die südthüringischen Grenzen etwas zu ihren Gunsten ausrunden. Die Herrschaft Schmalkalden ging an Hessen-Kassel. Die albertinische Linie ging aber 1815 der einst hennebergischen Besitzungen wieder verlustig, denn die kamen an Preußen, und seitdem ist Henneberg für die albertinische Linie nur noch ein Erinnerungswappen. Der hessische Teil kam 1866 an Preußen.
Komponente:
Die Herrschaft Neustadt-Arnshaugk im Wappen
Das Wappen der Herrschaft
Neustadt-Arnshaugk ist von Silber und Rot gespalten, je ein
Schrägrechtsbalken in verwechselter Tinktur. Helmzier ein
wachsender Pfau oder nur Pfauenfedern. Helmdecken rot-silbern.
Die Herrschaft Arnshaugk liegt bei Neustadt an der Orla, einst ein Besitz der Dynasten von Lobdaburg. 1289 erlosch die Linie Lobdaburg-Arnshaugk, die anderen Linien bemühten sich vergeblich um das Erbe, denn es fiel über die Witwe und die Erbtochter des letzten Herren von Lobdaburg-Arnshaugk an die Wettiner. Die Witwe, Elisabeth von Lobdaburg-Arnshaugk geborene von Orlamünde, war die dritte Frau von Albrecht dem Entarteten (Heirat 1290). So wurde Arnshaugk ein Gebiet, das der unglückselige Albrecht der Entartete gewann, nicht verlor. Friedrich der Freidige, sein Sohn aus erster Ehe, ehelichte die Tochter des letzten Herren von Lobdaburg-Arnshaugk und damit die Tochter seiner zweiten Stiefmutter aus deren erster Ehe, dadurch fiel die Herrschaft 1302 endgültig an die Wettiner
Komponente:
Die Herrschaft Blankenhain im Wappen
Das Wappen der Herrschaft Blankenhain ist in Silber ein nach
links gewandter, rotbewehrter schwarzer Löwe, darüber ein
goldener Schrägrechtsbalken.
Blankenhain ist eine Herrschaft südlich von Weimar, zwischen Weimar und Rudolstadt gelegen, 1252 erstmals erwähnt, ein kurmainzisches Lehen. Die Herren von Blankenhain starben 1416 aus. Erben waren die Grafen von Gleichen. Heinrich VII. Graf v. Gleichen-Heimburg (ca. 1365 - nach 12.3.1415) hatte Katharina v. Blankenhain geheiratet, die Tochter von Ludwig v. Blankenhain und Tannrode und Anna v. Schönburg-Crimmitschau). Katharina war die Erbin von Blankenhain.
Die Grafen von Gleichen starben ihrerseits im Jahre 1631 mit Johann Ludwig Graf v. Gleichen-Tonna (1565 - 1631) aus. Von seinem Besitz (Gleichen, Tonna, Burg-Tonna, Kranichfeld, Blankenhain, Remda, Ordruff, Wechmar, Pyrmont und Spiegelberg) gingen Gleichen und Blankenhain formal an Kurmainz (Lehnsherr), Gleichen und Ordruff an Hohenlohe, Tonna an die Schenken v. Tautenburg, Gleichen und Ehrenstein an Schwarzburg, Pyrmont und Spiegelberg an Waldeck (die er zu seinen Erben eingesetzt hatte), Remda an Sachsen-Altenburg.
Danach ging der Besitz Blankenhain an die Grafen von Mörsberg, denn Georg Freiherr v. Mörsberg u. Beffort (- 1648) hatte Dorothea Susanna v. Gleichen-Blankenhain (- 1638) geheiratet, Tochter von Volrad Graf v. Gleichen-Blankenhain (- 1627) und Dorothea v. Hanau-Münzenberg sowie Erbin eines Drittels des Besitzes.
Die Grafen von Mörsberg verzichteten 1675 nach Streitigkeiten zugunsten der von Hatzfeld und Mandeloh auf den Besitz. Dort verblieb der Besitz bis zu deren Erlöschen 1794. Als erledigtes Lehen unterstand Blankenhain dann bis 1802 dem Kurfürstentum Mainz. Die nächsten Stationen der Odyssee waren Preußen bis 1806, französische Verwaltung bis 1813, wieder Preußen bis 1815, und schließlich überließ Preußen die Herrschaft Blankenhain 1815 an Sachsen-Weimar. Somit ist Blankenhain ein sehr junger Bestandteil des Wappens und ausschließlich in den Wappen des Großherzogtums Sachsen-Weimar bzw. des Großherzogtums Sachsen zu finden.
Komponente:
Die Herrschaft Tautenburg im Wappen
Das Wappen der Herrschaft
Tautenburg: In Silber fünf bis sechs blaue Balken, auch 9 oder
11 mal schrägrechts geteilt vorkommend. Helmzier ein Paar
Büffelhörner, sparrenförmig wie der Schild von Blau und Silber
mehrfach schräggestreift. Es gibt auch Darstellungen mit einer
goldenen Kugel in den Mündungen. Helmdecken blau-golden.
Die Herrschaft Tautenburg mit gleichnamiger Burg liegt nordöstlich von Jena. Erst hatte die Familie der Herren von Tautenburg, danach die Schenken von Vargula (Belehnung 1243) und deren Zweig, die Schenken von Dornburg und Tautenburg, die Herrschaft inne. 1343 wurde es ein Lehen der Grafen von Schwarzburg, 1343 ein Lehen der Markgrafen von Meißen. Als der thüringische Zweig der Schenken von Tautenburg erlosch, fiel die Herrschaft 1640 als erledigtes Lehen an Sachsen zurück, und zwar an Kursachsen. 1815 kam die Herrschaft an Preußen, wurde aber umgehend an Weimar abgetreten. Tautenburg ist ein sehr junger Bestandteil des Wappens.
Zur Erläuterung der anderen Komponenten vgl. bitte die ausführliche Darstellung beim Kapitel über das Rote Schloß in Weimar.
Genealogie für Sachsen-Weimar-Eisenach vom Ende der Monarchie bis heute:
Die
Ernestinischen Herzogtümer (2)
Ausgangspunkt ist
Sachsen-Gotha, dessen Territorium sich aus folgenden vier Quellen
speist: Teilung von Sachsen-Weimar 1640 in drei Linien, Hälfte
des Herzogtums Sachsen-Eisenach, was 1644 nach dem Erlöschen
dieser Linie anfällt und mit der Hauptlinie geteilt wird, ferner
drei Viertel von Sachsen-Altenburg, welches 1672 anfällt und
ebenfalls (ungleich) mit der Hauptlinie zu Weimar geteilt wird,
letzte Quelle ist die 1660 endgültig geteilte Grafschaft
Henneberg. Doch wie gewonnen, so zerronnen, denn weit davon
entfernt, einmal ein geschlossenes Herzogtum zu schaffen und
effektiv gemeinsam zu regieren, zerfiel das Land schon 1675 in
insgesamt sieben Linien, weil die gemeinsame Verwaltung
scheiterte und jeder Sohn bei der Aufteilung mit einem eigenen
Herzogtum bedacht wurde. So entstanden die sieben Linien
Sachsen-Gotha-Altenburg (1681-1825), Sachsen-Coburg (1681-1699),
Sachsen-Meiningen (1681-1826), Sachsen-Römhild (1680-1710),
Sachsen-Eisenberg (1680-1807), Sachsen-Hildburghausen (1680-1826)
und Sachsen-Saalfeld (1680-1735), das nach dem Erlöschen von
Sachsen-Coburg zu Sachsen-Coburg-Saalfeld wurde. Von diesen
sieben Linien blieben nur noch vier übrig, denn Sachsen-Coburg
wurde 1699 an die Linien Saalfeld und Meiningen verteilt,
Sachsen-Eisenberg kam 1707 an die Linie Gotha-Altenburg. Die
Linie Römhild wurde 1710 auf Sachsen-Gotha-Altenburg,
Sachsen-Hildburghausen, Sachsen-Coburg-Saalfeld und
Sachsen-Meiningen aufgeteilt. Der nächste große
Umverteilungsprozeß kam 1825 in gang, als von den verbliebenen
Herzogtümern Sachsen-Gotha-Altenburg ausstarb. Die vier
Herzogtümer wurden alle in einen großen Topf geworfen und 1826
zu drei neuen Herzogtümern zugeschnitten: Sachsen-Altenburg,
Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg und Gotha. In dieser Form
blieben sie bis zur Aufhebung der Monarchie bestehen und alle
vier sächsischen Herzogtümer (Sachsen-Weimar-Eisenach
mitgezählt) gingen in Folge 1920 im Land Thüringen auf. Mit
einer einzigen Ausnahme: Coburg fiel an Bayern.
Das Wappen
des Herzogtums Sachsen-Meiningen (1826-1918)
Das Große
Staatswappen des Herzogtums Sachsen-Meiningen nach 1889
zeigt folgenden Aufbau:
Cave: Einige doppelschwänzige Löwen wurden hier zu einfachgeschwänzten Exemplaren reduziert, wohl aus darstellerischen Platzgründen.
Das Große Staatswappen führt sechs Helme:
Orden: Um den Schild hat das Wappen den Herzoglich-Sachsen-Ernestinischen Hausorden, an einem ponceauroten, dunkelgrün bordierten Band. Dieser Oden wurde am 25.12.1833 von den Herzögen von Altenburg, Coburg-Gotha und Meiningen gestiftet zum Andenken an den Gründer der ernestinischen Herzogtümer, Herzog Ernst d. Fromme. Das Kleinod ist ein achtspitziges Kreuz, weiß, goldengesäumt, mit Kugelenden, die vier Winkel des Kreuzes mit je einem goldenen Löwen gefüllt. Das zentrale Medaillon wird von einem grünen Eichenlaubkranz umschlossen, der an vier Stellen mit goldenem Bande gebunden ist, und es zeigt innerhalb eines blauen, goldgefaßten Bordes das goldene Brustbild von Ernst d. Frommen. Im Reif mit goldenen Lettern: "FIDELITER ET CONSTANTER" - treu und beständig.
Prunkstücke: Zwei silberne Geharnischte als Schildhalter, die jeweils die äußersten Helme tragen und eine sächsische Fahne in der freien, äußeren Hand tragen. Alles auf einem roten, hermelingefütterten Wappenmantel, der aus einer Herzogskrone herabfällt.
Daneben gibt es noch ein Mittleres Staatswappen:
Prunkstücke: Alles auf einem roten, hermelingefütterten Wappenmantel, der aus einer Herzogskrone herabfällt.
Das Kleine Staatswappen besteht nur aus dem herzoglich gekrönten Schild für das Herzogtum Sachsen. Von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz.
Vor 1843 enthielt das Große Staatswappen von Sachsen-Meiningen übrigens noch zwei Felder mehr: Ganz zuunterst befanden sich die Felder der Herrschaft Homburg (in Rot eine zweitürmige silberne, schwarzgefugte Burg) und der Herrschaft Freusburg (in Schwarz ein mit drei schwarzen Schweinsköpfen belegter silberner Schrägbalken).
Ab 1843 bis 1889 war das oben beschriebene Wappen mit den Kleinoden v. l. n. r. (optisch) Kleve, Thüringen, Sachsen, Meißen, Jülich, Berg in Gebrauch, was in etwa noch den rang widerspiegelte.
1889 wurde ein Helm ausgetauscht, und es wurde die Reihenfolge v. l. n. r. (optisch) Sachsen, Thüringen, Henneberg, Meißen, Jülich, Sachsen, Berg. Kleve fiel weg, dafür kam Henneberg hinein, und sogar auf dem vornehmsten Platz.
Das Wappen
des Herzogtums Sachsen-Altenburg (1826-1918)
Das Große
Staatswappen des Herzogtums Sachsen-Altenburg zeigt
folgenden Aufbau:
Das Große Staatswappen führt sieben goldene (!) Helme:
Prunkstücke: Zwei goldene, hersehende, herzoglich gekrönte, auf einem goldenen Ornament stehende Löwen als Schildhalter, die jeweils eine silbern-grüne Fahne an grüngeschäfteter Lanze mit silberner Spitze tragen. Alles auf einem roten, hermelingefütterten Wappenmantel, der aus einem königlich gekrönten Baldachin herabfällt. Über dem Baldachin flattert ein grün-silbern bordiertes, silbern-grünes Banner, das über eine silberne Querstange an silberner Lanze gelegt ist.
Daneben gibt es noch ein Mittleres Staatswappen:
Drei Helme gehören zum Mittleren Staatswappen:
Prunkstücke: Zwei goldene, hersehende, herzoglich gekrönte, auf einem Postament stehende Löwen als Schildhalter, die jeweils eine silbern-grüne Fahne an grüngeschäfteter Lanze mit silberner Spitze tragen.
Das Kleine Staatswappen besteht nur aus dem Schild für das Herzogtum Sachsen: Von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz. Dieser auf einem königlich gekrönten Wappenmantel.
Genealogie
von Sachsen-Coburg und Sachsen-Coburg-Gotha
Sachsen-Coburg steht für
mehrere ganz verschiedene Gebilde, denn es wurde im Laufe der
Zeit mehrfach gebildet und aufgelöst sowie umbenannt, war mal
Nebenresidenz, mal Sitz einer eigenständigen Landesregierung.
Genealogie von Sachsen-Coburg-Eisenach (1572-1596) und Sachsen-Coburg (1596-1633)
Genealogie von Sachsen-Coburg 1681-1699, Sachsen-Coburg-Saalfeld 1699-1735 und Sachsen-Coburg-Gotha 1826-heute
Das Wappen
des Herzogtums Sachsen-Coburg (1596-1633) und seine Entwicklung
Der Wappenschild von Johann
Kasimir Herzog v. Sachsen-Coburg (12.6.1564 - 16.7.1633)
am 1601-1605 erbauten Coburger Gymnasium Casimirianum
(Gymnasiumsstraße 2) ist über einem gespaltenen Schildfuß
zweimal gespalten und dreimal geteilt und besitzt einen
Herzschild. Aufbau im Detail:

Drei Helme:
Das Wappen veränderte sich unter Johann Kasimir Herzog v. Sachsen-Coburg (12.6.1564 - 16.7.1633), denn unter seiner Regierung fand der Jülich-Klevische Erbfolgestreit statt, und die Elemente fanden zunehmend Eingang in das Wappen, erst zaghaft, dann immer mehr Felder, schließlich alle: Kleve, Jülich, Berg, Moers, Mark, Ravensberg. Aus der Übergangszeit stammt folgendes Wappen von der Veste Coburg, außen an der Lutherkapelle angebracht, wo in Feld 2 Kleve statt der Pfalzgrafschaft Sachsen auftaucht (ansonsten alles gleich), ein erster Versuch, sich mit den im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit erhobenen Ansprüchen auseinanderzusetzen:

Abb.: Veste Coburg, außen an der Lutherkapelle
So strebte das Wappen unter zunehmender Aufnahme der genannten Anspruchselemente einen komplexeren Zustand an, wie er in Vollendung auf dem bronzenen Grabdenkmal für Johann Kasimir Herzog v. Sachsen-Coburg (12.6.1564 - 16.7.1633) in der Kirche St. Moriz zu Coburg zu sehen ist (Verwendung der Aufnahmen aus St. Moriz zu Coburg mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Markus Metz vom 30.6.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei): Der Wappenschild des Herzogtums Sachsen-Coburg enthält 19 verschiedene Elemente:

Abb.: Coburg, Bronzeplatte in St. Moriz
6 Helme:
Interessant ist, daß allein 3 Helmzieren reine Anspruchswappen darstellen, denn Sachsen ging damals bei der Aufteilung der Gebiete des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg leer aus, denn die Gebiete wurden zwischen Pfalz-Neuburg und Brandenburg aufgeteilt. Sachsen erhielt nur Anspruch und Wappen. Natürlich sind die Anspruchs-Helme denen, deren zugehörige Gebiete tatsächlich beherrscht wurden, im Rang nachgeordnet.
Das Wappen
des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha (1826-1918)
Die Wappen wurden in einer
Ministerialverfügung vom 19.10.1883 revidiert und neu
zusammengestellt. Das Große Staatswappen des
Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha zeigt folgenden Aufbau:
Keine Helme.
Prunkstücke: Zwei goldene, widersehende, herzoglich gekrönte, auf einem goldenen Ornament stehende Löwen als Schildhalter. Alles auf einem roten, hermelingefütterten Wappenmantel, der aus einer Herzogskrone herabfällt, wobei der Reichsapfel dieser Krone abweichend grün tingiert ist.
Daneben gibt es noch ein Mittleres Staatswappen:
Alles auf einem roten, hermelingefütterten Wappenmantel, der aus einer Herzogskrone herabfällt, wobei der Reichsapfel dieser Krone abweichend grün tingiert ist.
Ggf. Orden: Um den Schild hat das Wappen bisweilen den Herzoglich-Sachsen-Ernestinischen Hausorden, an einer Kette aus abwechselnd königlich gekrönten goldenen Löwen, goldenen Herzogskronen, sieben goldenen, mit zwei E und zwei gekreuzten Schwertern belegten Kreuzen, dem sächsischen Wappen als Email-Schildchen. Dieser Oden wurde am 25.12.1833 von den Herzögen von Altenburg, Coburg-Gotha und Meiningen gestiftet zum Andenken an den Gründer der ernestinischen Herzogtümer, Herzog Ernst d. Fromme. Das Kleinod ist ein achtspitziges Kreuz, weiß, goldengesäumt, mit Kugelenden, die vier Winkel des Kreuzes mit je einem goldenen Löwen gefüllt. Das zentrale Medaillon wird von einem grünen Eichenlaubkranz umschlossen, der an vier Stellen mit goldenem Bande gebunden ist, und es zeigt innerhalb eines blauen, goldgefaßten Bordes das goldene Brustbild von Ernst d. Frommen. Im Reif mit goldenen Lettern: "FIDELITER ET CONSTANTER" - treu und beständig.
Das Kleine Staatswappen besteht nur aus dem herzoglich gekrönten Schild für das Herzogtum Sachsen: Von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz.
Auf sich durch die englische Thronfolge ergebende Variationen wird hier nicht weiter eingegangen.
Literatur:
Siebmachers Wappenbücher
(insbes. Bände Fürsten, Landesfürsten)
Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die
deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H.
Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage
2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897,
Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Die Herrscher Sachsens: Markgrafen, Kurfürsten, Könige
1089-1918. Hrsg. v. Frank-Lothar Kroll. Becksche Reihe, Verlag C.
H. Beck 2007, ISBN 978-3-406-54773-7.
Joachim Menzhausen: Kulturgeschichte Sachsens, Edition Leipzig
2007, ISBN 978-3-361-00628-7
http://www.sachsen-coburg-gotha.de/?Das_Herzogshaus:Geschichte:Das_Haus_Wettin
http://www.holger-szymanski.de/wettinerge.htm
http://www.holger-szymanski.de/regententafel.htm
http://www.peter-marquardt.de/wappen/sachsen.html
http://www.dhm.de/lemo/objekte/karten/D1871/thueringen.html
http://www.die-sachsen-kommen.de/wetthtm/besitz.htm
Burggrafschaft Magdeburg: http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=110751
Burggrafschaft Magdeburg: http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Magdeburg+%5B1%5D
Thomas Gehrlein, Das Haus
Sachsen-Altenburg, vormals Sachsen-Hildburghausen, 1. Auflage
2009, ISBN 978-3-9811 993-5-2, Börde-Verlag Theresia Platte,
59457 Werl
Franz Haarmann, Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, 1.
Auflage 2006, ISBN 978-3-9810315-5-3, Börde-Verlag Theresia
Platte, 59457 Werl
Sven Michael Klein, Das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach, 1. Auflage
2008, ISBN 978-3-9811 993-3-8, Börde-Verlag Theresia Platte,
59457 Werl
Sächsische Wappen (2), Albertinische Linie
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