Bernhard
Peter
Historische
heraldische Exlibris (14)
Exlibris
von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1902, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für Wilhelm
Hauser. Das Exlibris ist auf dem unteren Spruchband vor
dem Bücherregal mit der lateinischen Zahl mcmii datiert, neben
der Devise, die den weiteren Verlauf des Schriftbandes belegt:
"nil temere - nil timide", eigentlich: nihil temere,
nihil timide - nichts unbesonnen, nichts furchtsam. Die
Künstlersignatur befindet sich oben rechts, ein kleines
Schildchen hängt an einem Bändchen vom Rahmenwerk der
gotisierenden oberen Zone herab: LOR(ENZ) M. RHEUDE FEC(IT). Das
gewendete Wappen zeigt auf einem Dreiberg einen Hahn, auf dem
gekrönten Helm der Hahn aus dem Schild zwischen zwei Flügeln
(ohne Literaturbeleg, Hinweise willkommen). Drei Wappenschilde
befinden sich darüber, die äußeren nach innen geneigt, optisch
links oben in Rot das silberne schwebende griechische Kreuz der Eidgenossen,
optisch oben rechts in Gold über einem grünen Schildfuß
(Boden, Rasen) ein aus einer silbernen Stadt mit Torturm
sprengender vorderhalber, gekrönter schwarzer Widder. Das ist
das Wappen der Stadt Schaffhausen,
wobei man zwischen zwei sehr ähnlichen Wappen unterscheiden
muß: Das Wappen mit dem aus dem Stadttor sprengenden Widder ist
das der Stadt Schaffhausen, das mit dem schwarzen, gekrönten
Widder in goldenem Feld ohne Stadtmauer und Stadttor gehört dem Kanton
Schaffhausen. Heute führt der Kanton den Widder mit
goldener Krone und goldenem Gehörn, die Stadt den Widder
ungekrönt und gänzlich schwarz. Zwischen beiden Schilden
befindet sich noch ein etwas kleinerer Wappenschild mit
Schrägbalken, gewendet.

Exlibris
von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1906, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für August
F. Ammann. Die Jahreszahl befindet sich mit auf dem
Schriftband, das Künstlermonogramm rechts unten in der Ecke. Die
Familie Ammann aus Zürich ist verzeichnet im Siebmacher Band
Bg3, S. 57, T. 61. Uli Ammann wurde 1386 in Zürich als Bürger
angenommen. Ludwig Ammann war 1483 Stadtschreiber. Das Wappen (in
Silber ein mit drei balkenweise gelegten, goldenen,
sechsstrahligen Sternen belegter roter Schildhauptpfahl, Helmzier
ein wachsender Rumpf ohne Arme mit goldenem Haar, dessen Kleid
wie der Schild bez. ist) mit besonders ausladenden silbern-roten
Helmdecken wird von insgesamt vier Wappenschilden begleitet. Der
Wappenschild heraldisch oben links zeigt in Rot ein schwebendes
silbernes griechisches Kreuz (Schweiz), der oben
rechts ist von Silber und Blau schräggeteilt (Stadt
Zürich), unten links schließlich befindet sich das
gewendete Staatswappen Großbritanniens
(geviert, Feld 1 und 4: England, in Rot drei goldene Leoparden
übereinander, Feld 2: Schottland, in Gold innerhalb eines außen
und innen mit Lilien besteckten Zwillingsinnenbordes ein roter
Löwe, Feld 3: Irland, in Blau eine goldene Harfe mit silbernen
Saiten), der vierte Schild rechts unten zeigt in Silber ein
durchgehendes rotes Kreuz, rechts oben bewinkelt von einem
aufrechten roten Schwert (Stadt London).

Exlibris
von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1920, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für Hans
Wolff. Die die Datierung in der Mitte unterteilende
Künstlersignatur befindet sich rechts unten außerhalb der
Graphik. Es handelt sich um ein redendes Wappen. Der Schild zeigt
in Schwarz einen aufgerichteten Wolf, in der rechten Pranke eine
Rose haltend. Auf dem bewulsteten Helm der Wolf mit Rose wachsend
(ohne Literaturbeleg, Hinweise willkommen). Links oben befindet
sich ein gewendeter roter Schild mit einem springenden silbernen
Pferd (Westfalen), rechts oben einer mit einem
roten Löwen in Silber. Unten in der Mitte befindet sich ein
Apothekenmörser mit Pistill, aus dem Mörser eine Rose wachsend.
In den unteren beiden Ecken befindet sich je eine Rose als
Pendant zu den Wappenschilden oben.

Exlibris
von Gustav Adolf Closs:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1897, entworfen von Gustav Adolf Closs
(6.5.1864-3.9.1938) für Ottilia von Gaisberg zu
Schöckingen, geborene von der
Tann-Rathsamhausen. Die Datierung erfolgt auf dem
Rahmen, eine Signatur fehlt. Die ganze Anordnung entspricht der
einer gotischen Grabplatte, die zentrale Figur in gotisierender
Kleidung, der Mantel silbern mit zwei grünen Balken, an das
Innere des Rathsamhausen-Wappens erinnernd, innen silbern-blau
gefeht, und das Gewand darunter ist rot und mit gebogenen
silbernen Forellen mit goldenen Flossen besät, also mit der
Wappensymbolik der Freiherren von der Tann. Damit folgt diese
Darstellung der Tradition der einst in den Wappenfarben bemalten
Figuren auf Grabplatten und Epitaphien, dazu passend der treue
Hund zu Füßen der Dame und die vier Wappenschilde der
Ahnenprobe in den vier Ecken des hochrechteckigen Feldes,
während das Wappen des Ehemannes (von Gaisberg,
in Gold ein gekrümmtes, schwarzes Bockshorn) asymmetrisch seinen
Platz im Zentralfeld findet. Optisch oben links sehen wir den
gewendeten Wappenschild von der Tann (in Rot
eine gebogene silberne Forelle mit goldenen Flossen), unten links
den von Rathsamhausen (in Rot
ein silbernes Schildchen mit einem grünen Balken), oben rechts
vermutlich von Stetten (in von Blau und Gold
schräggeteiltem Schild ein vorderhalber Bock in verwechselten
Farben - das ist das Wappen mit der hier nicht näher vertieften
"Hopfer-Geschichte"), unten rechts vermutlich das
Wappen Schadt (in Gold ein schwarzer Adlerrumpf
ohne Füße, im Schnabel ein Fisch, und mit goldenem Halsband.
Die zugehörige Helmzier wäre ein wachsender schwarzer Adler mit
ausgebreiteten Schwingen und mit goldenem Halsband, auch mit
einem Fisch im Schnabel, mit schwarz-goldenen Decken). Zur
weiteren Diskussion der Genealogie, der Wappen und der
Wappenvereinigung von der Tann / Rathsamhausen siehe unten.

Exlibris
von Gustav Adolf Closs:
Ein undatiertes heraldisches
Exlibris, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938)
für die Schloßbibliothek Schöckingen und das Besitzerehepaar, Friedrich
Freiherr von Gaisberg-Schöckingen (geb. 27.12.1857 in
Ludwigsburg, gest. 27.8.1932) und seiner Frau Ottilia von
Gaisberg-Schöckingen, geborene von der Tann-Rathsamhausen
(geb. 4.6.1860 in München, Heirat am 16.4.1887 in München).
Eine Signatur fehlt. Es existieren sehr viele Exlibris von der
Hand dieses Künstlers für genau dieses Ehepaar, weil eine
Freundschaft bestand, die aus Tübinger Studienzeiten und einer
gemeinsamen Mitgliedschaft im Corps Frankonia zu Tübingen
herrührte, wo Closs Staats- und Politikwissenschaften studierte.
Die im Bogen über der mittig zwischen beiden Wappen der Eheleute
stehenden Schildhalterin angebrachte Inschrift lautet "cave
capri cornua". Das Wappen des Ehemannes ist geviert, Feld 1
und 4 in Rot ein achtspitziges silbernes Kreuz (Malteserkreuz,
Johanniterkreuz), welches er als Rechtsritter des
Johanniter-Ordens im Wappen führen durfte, wohingegen die
Ehrenritter das Ordenskreuz am schwarzen Bande unter ihren
Wappenschild hätten hängen müssen, Feld 2 und 3: in Gold ein
gekrümmtes, schwarzes Bockshorn. Zwei Helme: Helm 1 (rechts):
auf rot-silbern bewulstetem Helm mit rot-silbernen Decken ein
achteckiges rotes Schirmbrett mit einem achtspitzigen silbernen
Kreuz (Malteserkreuz, Johanniterkreuz), die freien Ecken mit
einem Pfauenspiegel besteckt, Helm 2 (links): Stammhelmzier, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein
schwarzes, nach hinten gebogenes Bockshorn. Frau Ottilia von Gaisberg-Schöckingen, geborene von
der Tann-Rathsamhausen führt ebenfalls ein geviertes Wappen mit
zwei Helmen: Feld 1 und 4: in Rot eine gebogene silberne Forelle
mit goldenen Flossen (von der Tann), Feld 2 und
3: in Rot ein silbernes Schildchen mit einem grünen Balken (Rathsamhausen).
Helm 1 (rechts): ein golden gekrönter roter hoher Hut (oder als
Säule beschrieben, ursprünglich aber ein Hut, der wie so oft
später zur Säule wurde), belegt mit der silbernen Forelle mit
goldenen Flossen, oben mit rot-silbernen Federn besteckt.
Helmdecken rot-silbern. Helm 2 (links): ein wachsender silberner
Brackenrumpf mit roten Ohren, rotgezungt, mit grünem,
goldenberingtem Halsband, Helmdecken silbern-grün
(Rathsamhausen). Im Siebmacher wird für das Rathsamhausen-Wappen
das Halsband als rot oder als golden beschrieben, ferner die
Helmdecken als rot-silbern. Weitere Varianten des Stammkleinods
finden sich in der Literatur (Codex Reiber, Codex Büheler,
Grünenberg etc.), mit schwarzem Halsband, mit schwarz-silbern
geschachtem Halsband, mit grün-silbernen Decken etc. Das
Oberschwäbische Geschlechterbuch (Kindler v. Knobloch) gibt eine
Übersicht über die Vielfalt der Kleinode.

Die von der Tann sind fränkischer Uradel. Die von Rathsamhausen sind elsässischer Uradel, deren Mitglieder auch zur rheinischen und schwäbischen Ritterschaft gehörten. Verbindungen zwischen beiden Familien gibt es mehrere: Die Herrschaft Nonnenweier gelangte, nachdem der Mannesstamm 1819 erlosch, durch Erbtöchter an die Familien von der Tann und Böcklin von Böcklinsau. Die Namen- und Wappenvereinigung der von der Tann mit dem der Freiherren von Rathsamhausen zu dem Kombinationswappen und -Namen von und zu der Tann-Rathsamhausen erfolgte am 21.05.1868 für Ludwig Samson Heinrich Arthur Freiherr von und zu der Tann (1815-1881), königlich bayerischer Infanterie-General, sowie für seine Brüder Hugo und Rudolph, königlich bayerische Generalmajore, allesamt Söhne von Heinrich Friedrich Freiherr von und zu der Tann (10.5.1784-8.11.1848) und seiner am 10.5.1812 geehelichten Frau Sophia Freiin von Rathsamhausen (24.5.1791-2-12-1833), der letzten ihres Geschlechts, und auch für die Cousins Otto und Arthur, die ebenfalls eine geborene von Rathsamhausen zur Mutter hatten, Sophias Schwester Auguste (30.3.1802-19.3.1890), die am 1.10.1820 Friedrich Karl Joseph von der Tann (4.6.1793-23.12.1849) geheiratet hatte. Auguste und Sophie waren die einzigen Kinder von Ludwig Samson von Rathsamhausen (26.12.1740-25.9.1819) und Sophia Franziska von Rathsamhausen-Ehnweyer (3.4.1767-9.11.1833).
Exlibris
von Gustav Adolf Closs:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1903, entworfen von Gustav Adolf Closs
(6.5.1864-3.9.1938) für Friedrich Freiherr von
Gaisberg-Schöckingen (1857-1932). Die Inschrift lautet
komplett: "Aus der Bücherei des Freiherrn Friederich Joh.
von Gaisberg auf Schöckingen, Ringingen und Balzheim AD
1903". Eine Künstlersignatur fehlt. Hinter dem im Gras
knienden Ritter ist ein bogenförmiges Schriftband aufgespannt
mit der Devise "cave capri cornua" (Hüte Dich vor dem
Gehörn des Steinbocks!). Das Wappen der v. Gaisberg zeigt in
Gold ein gekrümmtes, schwarzes Bockshorn. Die Stammhelmzier auf gekröntem Helm mit schwarz-goldenen Decken
ist ein schwarzes, nach hinten gebogenes Bockshorn (Siebmacher
Band Erg Seite: 13 Tafel: 4, Pr Seite: 43 Tafel: 53, SchlA3
Seite: 80 Tafel: 50, Wü Seite: 7 Tafel: 8, sowie im
Westfälischen Wappenbuch). Dieses redende Wappen (Geisbockshorn
für Gaisberg) wurde 1499 von Kaiser Maximilian in einem
Wappenbrief bestätigt. Hier ist das Wappen abweichend aufgebaut:
Geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silbernes, achtspitziges Kreuz
(Malteserkreuz, Johanniterkreuz, s. o.), Feld 2 und 3
Stammwappen. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken
ein schwarzes Bocksgehörn (also abweichend zwei Hörner, wohl
aus künstlerischen Gründen). Der kniende Ordensritter mit
hochgeklapptem Visier der Hundsgugel und den beiden
Einzelschildchen auf dem Schulterschutz hält im Arm eine rote
Fahne mit dem achtspitzigen silbernen Kreuz. Im Hintergrund ist
Schloß Schöckingen zu sehen. Die Freiherren von Gaisberg, die
1352 mit Friedrich Gaisberger zu Kirchberg an der Murr erstmalig
urkundlich erwähnt wurden, gehören zum schwäbischen Uradel und
stammen aus dem Bottwartal (Großbottwar) und waren gegen Ende
des 14. Jh. auch im Remstal ansässig, wo sie als ersten
Stammsitz vermutlich die Gaißburg bei Hohenacker und später im
16. Jh. Burg Schnait bewohnten. Man findet viele
Familienmitglieder in württembergischen Diensten, mehrfach als
Vögte in Schorndorf, z. B. 1392 Fritz v. Gaisberg, Sohn von
Friedrich v. Gaisberg. Die v. Gaisberg wurden Lehnsleute der
Württemberger. Die Familie teilte sich in die Hauptlinien zu
Helfenberg und zu Schöckingen. Im 16. Jh. tauchen als weitere
Sitze Altensperg und Planhoven auf,
denn Peter von Gaisberg erhielt 1570 die kaiserliche Erlaubnis,
sich dieser Namenszusätze zu bedienen. Im 17. Jh. wurden mehrere Burgen, Schlösser und
Güter erworben, 1660 Schloß Schöckingen (ein
württembergisches Lehen für Christoph von Gaisberg, auch heute
in Familienbesitz), 1678 Hohenstein und Schaubeck (beide im 18.
Jh. verloren), 1686/1746 Helfenberg (Zerstörung des unteren
Schlosses 1945). Die ritterschaftliche Familie war in den
Ritterkantonen Kocher und Neckar-Schwarzwald immatrikuliert,
kurzfristig auch im Ritterkanton Odenwald. Der uradeligen Familie
wurde am 19.11.1824 von Wilhelm I, König von Württemberg, der
Freiherrenstand noch einmal bestätigt. Der Familie gehören
heute neben Schloß Schöckingen außerdem Schloß Großheppach
im Remstal (Stadtteil von Weinstadt) und das Gut Neudeck. Der Eigner Friedrich Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen
(s. o.) war Vorsitzender des Vereins St. Michael, daneben war er
auch Ehren-Ritterhauptmann des St. Georgen-Vereins der
Württembergischen Ritterschaft, er war im Johanniterorden aktiv,
und er war 1910/11 Vorstandsbeisitzer der Zentralstelle für
deutsche Personen- und Familiengeschichte, dazu noch Mitglied in
dem heraldischen Verein Herold und in der Schweizerischen
heraldischen Gesellschaft.

Exlibris
von Jean Kauffmann:
Ein heraldisches Exlibris
(Radierung) aus dem Jahr 1908, entworfen von Jean Kauffmann
(1866-1924) aus Luzern für Otto Kauffmann. Das
Exlibris ist nicht datiert, aber die eingedruckte
Künstlersignatur befindet sich in extenso am unteren Rand
außerhalb des Rahmens. In der Mitte ist ein Ehewappen zu sehen,
jeweils als Vollwappen dargestellt. Rechts und links befinden
sich die zugehörigen vier Wappenschilde, der oberste dem linken
bzw. rechten Wappen der Mitte entsprechend. Das Wappen der Kauffmann
aus Esslingen, später Baden-Baden und Stuttgart zeigt ein
entsprechendes Schildbild, in Silber auf grünem Boden eine
Jungfrau in rotem Rock mit blauem Überkleid, mit verbundenen
Augen, in der Rechten ein Schwert, in der Linken eine Balkenwaage
haltend (Justizia). Auf dem Helm mit rechts schwarz-silbernen und
links rot-silbernen Decken ein goldener Stern zwischen zwei
schwarzen Flügeln (Siebmacher Band Bg5 Seite: 78 Tafel: 90, Wü
Seite: 15 Tafel: 20). Ferner wird das Wappen im Rietstap/Rolland
beschrieben, die Binde als rot-silbern, das Schwert als silbern
und die Waage als golden präzisierend, den Stern der Helmzier
abweichend als silbern ansprechend, mit der allgemeinen
Ortsangabe "Württemberg". Das Wappen Geldner
zeigt einen aus einer Mauer wachsenden Löwen, Helmzier der Löwe
wachsend. Der Wappenschild Fehr zeigt in
mehrfach geteiltem Schild eine eingebogene Spitze mit Lilie. Ein
entsprechendes Wappen einer Familie Fehr aus St. Gallen findet
sich im Rietstap/Rolland, dort werden in Silber drei rote Balken
abgebildet, die eingebogene Spitze ist blau, die Lilie golden.
Das Wappen Baunach zeigt einen Sparren,
begleitet von drei (2:1) Muscheln (Pilgermuscheln,
Jakobsmuscheln, nur mit Lupe zu differenzieren!). Ein
entsprechendes Wappen Baunach aus Franken findet sich im
Rietstap/Rolland, dort ist der Schild blau, der Sparren golden,
die Muscheln silbern, als Helmzier ein wie der Schild bez. Flug,
Decken blau-golden. Der Wappenschild Schmöle
folgt optisch links unten mit der Darstellung eines pfahlweise
gestellten dreiblättrigen Kleeblattes. Ein entsprechendes Wappen
einer Familie Schmöle mit der vielseitigen Ortsangabe
"Iserlohn, Frankfurt, Amsterdam" findet sich im
Rietstap/Rolland, dort ist das Feld silbern, das Kleeblatt grün,
keine Helmzier angegeben. Auf der optisch rechten Seite begegnet
uns der Wappenschild Ammon zweimal, mit zwei
schräggekreuzten gekrönten Löwen, mit nur jeweils einer
Vorderpranke und einem Hinterbein und mit eingekniffenen
Schwänzen. Ein entsprechendes Wappen einer Familie Ammon aus
Nürnberg findet sich ebenfalls im Rietstap/Rolland, dort werden
zwei sich schräg überkreuzende silberne, goldengekrönte Löwen
in rotem Feld angegeben, mit nur jeweils einer Vorder- und
Hinterpranke, die Schwänze gesenkt. Helmzier ein wie der Schild
bez. Flug. Und zuletzt, optisch ganz rechts unten, befindet sich
der Wappenschild Reichel, mit zwei Spitzen, die
an jedem Ende mit Gleven besteckt sind, geteilt. Ein solches
Wappen findet sich beschrieben im Siebmacher, Band BayA1 Seite:
106 Tafel: 105, für eine Regensburger Familie Reichel: von Rot
und Silber mit zwei Spitzen, die an jedem Ende mit halben Lilien
besteckt sind, geteilt, Helmzier ein wie der Schild bez. Flug,
Decken rot-silbern. Im Rietstap/Rolland ist das Geschlecht
ebenfalls verzeichnet mit der Ortsangabe Nürnberg.

Exlibris
von Adolf M. Hildebrandt
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1903, entworfen von Adolf M. Hildebrandt (1844-1918)
für Georg Starke aus Görlitz (92 x 63 mm,
Buchdruck, Witte, Bibliographie 2, 35; Thieme-Becker 17;
Gutenberg 25.691). Das Wappen zeigt unter blauem, mit drei
silbernen Lilien balkenweise belegtem Schildhaupt in Gold einen
roten Löwen. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der rote Löwe
sitzend zwischen einem rechts goldenen, links blauen und mit
einer silbernen Lilie belegten Adlerflug (vgl. Genealogisches
Handbuch bürgerlicher Familien, Band 14). Das Wappen wird
seitlich und oben gerahmt von Kratzdisteln mit je drei
Blütenständen, unten eine Schriftkartusche "GOERLITZ
1903" mit durchflochtenen Enden.

Exlibris
von Jean Kauffmann:
Ein heraldisches Exlibris,
entworfen von Jean Kauffmann (1866-1924) für die Familie Baehler
auf Schloß Neu-Habsburg. Das Exlibris ist nicht datiert, aber
die eingedruckte Künstlersignatur befindet sich in extenso am
unteren Rand außerhalb des Rahmens. Der Schild zeigt in Blau
über grünem Dreiberg einen von einer gestürzten, goldenen
Mondsichel überhöhten goldenen, sechsstrahligen Stern. Auf dem
Helm ein Straußenfederbusch (ohne Literaturbeleg, Hinweise
willkommen). Schloß Neuhabsburg (Meggen, Kanton Luzern, Schweiz)
ist eine 1869-1871 am Ufer des Vierwaldstätter Sees von Johann
Jakob Ziegler von Gebweiler im Oberelsaß im Stile der Neugotik
erbaute Villa in den Ruinen der um 1240/42 durch Rudolf III. von
Habsburg (Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg) erbauten und um
1352/57 im Krieg von Waldstätten und Luzern gegen Osterreich
zerstörten und nicht wieder aufgebauten Burg und hat nichts zu
tun mit der Stammburg der Habsburger im Kanton Aargau. Der Name
Baehler steht für einen sagenhaften Aufstieg: Charles Baehler
(geb. 1868) aus Thun reiste 1889 in Alter von 21 Jahren nach
Ägypten. Er fing nach diversen Ausbildungen als Buchhalter im
Hotelgewerbe an, erwarb zweimal ein gewaltiges Vermögen in
Lotterien und baute mit dem Geld ein Hotelimperium in Ägypten
auf. 1915 war er Chef des Shepheard's, wo er als Buchhalter
angefangen hatte, und bald gehörten ihm vier Fünftel der
führenden Hotels in den wichtigsten ägyptischen Städten. Er
ließ bedeutende Bauten im Stile der Belle Époque errichten, den
"Winter Palace" in Luxor, das "Metropolitan"
in Kairo, die "Baehler
Mansions" in Zamalek. Er eröffnete 1929 das "King
David" in Jerusalem. 1932 verkaufte er sein Imperium an eine
Investorengruppe aus Belgien und zog sich zurück. In der Schweiz
residierte Baehler (gest. 12.9.1937) auf der neugotischen Villa
Neuhabsburg. Die Erben Raoul und Simone Baehler verkauften das
Anwesen in den 1970ern an die Familie Ringier.

Exlibris
von Gustav Adolf Closs:
Ein undatiertes heraldisches
Exlibris, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938),
bezeichnet "Sanct Michael". Das
Exlibris ist unten links mit dem Monogramm GAC signiert, außen
das G, darin das C, darin wiederum das A. In zwei Spalten sind am
linken und am rechten Rand insgesamt zwölf Wappenschilde von
wichtigen Geschlechtern angebracht, die Figur des Drachentöters
rahmend, der einen goldenen Schild mit schwarzem Adler trägt.
Der heilige Michael steht für den Verein St. Michael,
Verein deutscher Edelleute zur Pflege der Geschichte und
Wahrung historisch berechtigter Standesinteressen. Friedrich
Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen (s. o.) war Vorsitzender des
Vereins.

Literatur,
Quellen und Links:
Deutsche
Exlibris-Gesellschaft: http://www.exlibris-deg.de/
Siebmachers Wappenbücher
Rietstap/Rolland
Charles Baehler: http://pdf.zeit.de/1968/45/Paepstlicher-Gardist-wurde-Hotelier.pdf und http://www.papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/mai/bodega.htm sowie http://www.egy.com/landmarks/99-10-28.shtml und http://www.meggen.ch/139.html
Gaisberg-Schöckingen: http://www.helfenberg.de/historie.htm - http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ckingen - http://de.wikipedia.org/wiki/Gaisberg_(Adelsgeschlecht)
Gaisberg: Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches
Adels-Lexicon, Band 3
Gaisberg: http://von-gaisberg.net/chronik/index.html - http://www.vongaisberg.de/
Gaisberg: Otto Hupp, Münchener Kalender 1922, Verlagsanstalt,
vormals Manz-Verlag München-Regensburg.
Rathsamhausen: Badische Historische Kommission (Hrsg.); Kindler
von Knobloch, Julius (Bearb.), Oberbadisches Geschlechterbuch
(Band 3): M - R Heidelberg, 1919
ein herzliches Dankeschön an Herrn Gernot R. für wertvolle
Hinweise
Herrn Joachim v. Roy ein herzliches Dankeschön für wertvolle
Hinweise
Gaisberg: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der
Freiherrlichen Häuser, 52. Jg., Gotha 1902, S. 221
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband H: Jürgen Arndt:
Biographisches Lexikon der Heraldiker; 1992. XXIV und 664 S. mit
zahlr. Wappenabb., Festeinband, Degener Verlag, ISBN
3-87947-109-6
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Copyright / Urheberrecht am Text: Bernhard Peter 2009
Die Abb. sind selbst angefertige Scans historischer Originale.
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