Bernhard Peter
Historische heraldische Exlibris (37)

Exlibris von Georg Otto:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1899, entworfen von Georg Otto (6.9.1868-17.5.1939) aus Berlin für Theodor von Engelmann (Klischeedruck, 10.2 x 7.3 cm). Der Hauptteil des in Bezugnahme auf die oben mittig angebrachte Devise "Inter folia fructus" (zwischen den Blättern sind Früchte) von fruchttragenden Zweigen gerahmten Blattes ist einer Darstellung des historischen Rathauses von Mitau gewidmet, einem zweistöckigen, siebenachsigen Bau mit Walmdach und Dachreiter, während das Familienwappen als Neben-Element an den optisch rechten, unteren Rand gedrängt ist. Der Schild zeigt einen Geharnischten mit gezogenem, geschultertem Schwert. Auf dem gekrönten Helm ein wachsender Engel mit einem nach hinten abflatternden Haarband und mit Flügeln, ein Band vor sich in den Händen haltend. Damit wird das Wappen mit dem Mann im Schild und dem Engel im Oberwappen zu einem redenden. Unter dem Wappen ist eine zweite Devise: "Immobilis in mobili". Das Wappen ist in dieser Form nicht in den Standardwerken enthalten, Hinweise zur Tingierung willkommen. Theodor von Engelmann (04.10.1837-14.12.1916) war Deutschbalte und Stadthaupt (Bürgermeister) von Mitau in Kurland/Lettland und Staatsrat, ferner war er der Gründer der Mitauer Freiwilligen Feuerwehr. Ganz oben über den Büchern ist das Mitauer Stadtwappen angebracht.

Exlibris von Georg Otto:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1922, entworfen von Georg Otto (6.9.1868-17.5.1939) für die Familie Schedler (Klischeedruck, 7.3 x 5.0 cm). Das nicht in den einschlägigen Sammlungen verzeichnete Wappen zeigt auf einem Dreiberg einen aufspringenden Steinbock, auf dem gekrönten Helm einen wachsenden, zur linken Seite blickenden Geharnischten mit einem mit Straußenfedern geschmückten Barett mit geschlitztem aufgeschlagenen Rand, in der Rechten einen Zirkel und in der Linken ein Winkelmaß haltend. Hinweise zur Tingierung willkommen.

Exlibris von Gustav Adolf Closs:
Ein weiteres heraldisches Exlibris für den bekannten Mäzen von Exlibriskünstlern Otto Haak, dieses Mal als Farblithographie aus dem Jahr 1906, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938). Das Wappen zeigt in Rot ein goldenes Andreaskreuz, nach der Figur mit zwei schwarzen, schräggekreuzten Feuerhaken belegt. Auf dem Helm ein goldener, blau gezungter und bewehrter Löwe wachsend zwischen einem roten Flug, einen schwarzen Feuerhaken schräg vor sich haltend. Die Helmdecken waren 1906 bereits auf beiden Seiten rot-golden bzw. wie hier golden-rot (Siebmacher, Band Bg5, S. 23, T. 27 sowie Bg7, S. 22), in der hier vorliegenden Darstellung liegt Metall außen, weil die Decken sich hier fließend aus dem Löwenkörper ergeben und die Flügel nur wie durch die Decken gesteckte Federbüschel wirken. Das Wappen ist linksgewendet dargestellt. Für den Künstler typisch ist die stark auf schwungvolle, wesentliche Züge reduzierte Darstellung, der bei aller Virtuosität immer etwas Plakatives, geradezu Naives anhaftet. Der Mangel an Feinstruktur, die nachlässige Kontur und ferner die Perspektivenmischung bei der Helmdarstellung tragen erheblich zu diesem Eindruck bei. Ein weiteres typisches Element in der Kunst von Closs sind die kreisbogenförmig angebrachten Schriftbänder mit einer Mischung schwarzer und roter Buchstaben, letztere immer am Wortanfang.

Exlibris von Georg Otto:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1916, entworfen von Georg Otto (6.9.1868-17.5.1939) für Prinzessin Victoria Margarethe Elisabeth Marie Adelheid Ulrike v. Preußen (17.4.1890 - 9.9.1923). Das Blatt (Klischeedruck, 3.7 x 10.5 cm) hat ein für Exlibris ungewöhnliches lang querrechteckiges Format mit der Kombination zweier Wappenschilde zum Ehewappen optisch links und der Eignerinschrift rechts. Diese preußische Prinzessin, Tochter von Joachim Karl Wilhelm Friedrich Leopold Prinz v. Preußen (14.11.1865 - 13.9.19314) und Feodora Louise Sophie Adelheid Henriette Amalie Prinzessin v. Schleswig-Holstein (8.4.1866 - 28.4.1952), Enkelin von Prinz Friedrich Carl Nikolaus v. Preußen (20.3.1828 - 16.6.1885), Maria Anna Prinzessin v. Anhalt (14.9.1837 - 12.5.1906), Friedrich Christian August Herzog v. Schleswig-Holstein (6.7.1829 - 14.1.1880) und Adelheid Victoria Amalie Louise Maria Konstanze Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg (20.7.1835 - 25.1.1900), hatte einen Prinz der Reuß jüngerer Linie geheiratet, Dr. phil. Heinrich XXXIII. Prinz Reuß-Köstritz (26.7.1879 - 15.11.1942), kaiserlicher deutscher Botschaftssekretär, Rittmeister à la suite der preußischen Armee. Er war der Sohn von Heinrich VII. Prinz Reuß-Köstritz (14.7.1825 - 2.5.1906) und Maria Anna Alexandrine Sophie Auguste Helene Prinzessin v. Sachsen-Weimar-Eisenach (20.1.1849 - 6.5.1922). Sie hatten am 17.5.1913 im Neuen Palais von Potsdam geheiratet, und beide hatten zwei gemeinsame Kinder, Maria Louise Friederike Viktoria Wilhelmina Renata Charlotte Prinzessin Reuß (9.1.1915 - 17.6.1985), vermählt in erster Ehe am 5.6.1941 in Berlin mit Erich Theisen (7.6.1905 - 7.5.1954) und in zweiter Ehe am 23.3.1954 in Berlin mit Alexander Bodey (geb. 28.12.1920), und Heinrich II. Prinz Reuß (geb. 24.11.1916). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Heinrich XXXIII. Prinz Reuß-Köstritz übrigens in zweiter Ehe am 10.4.1929 in Paris die in den USA geborene Allene Tew (7.7.1876 - 1.5.1955).

Das hier vollständig aus Courtoisie gespiegelte Wappen des Ehemannes (Reuß) ist geviert, Feld 1 und 4: in Schwarz ein rotbewehrter und rotgekrönter goldener Löwe (Reuß, jüngere Linie), Feld 2 und 3: in Silber ein goldener, schreitender Kranich mit einem Stein in der erhobenen Klaue (Herrschaft Kranichfeld). Der andere Schild trägt das Wappenbild des Königreichs Preußen für die Ehefrau, in Silber ein königlich gekrönter, schwarzer, golden bewehrter und rotgezungter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln und goldenem preußischen Königszepter rechts und Reichsapfel links in den Fängen sowie den verschlungenen Initialen FR (für Fridericus Rex, König Friedrich I.) auf der Brust.

Exlibris von Lorenz Rheude:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1923, entworfen von Lorenz M. Rheude (17.12.1863-1.5.1939) für die baltische, ursprünglich aus Mecklenburg stammende Familie von Marnitz (7.0 x 5.6 cm). Das Wappen ist über einem Schildfuß gespalten, Feld 1: in Silber ein roter Torgiebel mit zwei spitzbogigen Toröffnungen und doppeltem Spitzdach mit darauf befestigten roten Fähnchen, Feld 2: in Rot ein schräglinker Wellenbalken, oben begleitet von drei aufrechten silbernen Pfeilen, nach der Figur aufgereiht, unten begleitet von einem silbernen Dreiberg, Feld 3: in Silber ein balkenweise gelegter, mit der Spitze nach links gerichteter, geschwungener grüner Kleestengel (natürliche Kleestaude) mit vier Kleeblättern und ebensovielen roten Blütenständen. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken abwechselnd drei grüne, gestielte Kleeblätter und dazwischen zwei rote, nach außen umgebogene Hahnenfedern. Das Wappen ist weder im Siebmacher noch im Rietstap zu finden; die Tinkturen sind im Text nach weiteren Farbabbildungen ergänzt, darunter ein weiterer Aufriß von Rheude. Der Künstler greift im hier vorliegenden Blatt das Motiv des Kleeblattes mehrfach bei der Gestaltung auf, so sind die Helmdecken auf eine Weise zugeschnitten, daß hier 16 mal das Kleeblatt-Motiv auftaucht, ferner ist die innere Linie des doppelten Rahmens jeweils zu einem zum Zentrum gerichteten Kleeblatt ausgezogen. Ein Zweig der mecklenburgischen, vermutlich mit dem gleichnamigen Dorf in Zusammenhang stehenden und sich später als Ratsgeschlecht der Stadt Grabow etablierenden Familie kam nach Livland und erwarb dort mit Friedrich Marnitz (Schulinspektor, lebte 1784-1849) den erblichen russischen Beamtenadel (31.1.1839). Weil es sich um russischen und in Moskau registrierten Rangadel handelt, finden sich auch keine Einträge in den gängigen deutschen Wappensammlungen. Dem in den russischen Adelsstand Erhobenen wurde übrigens zwei Jahre nach diesem Ereignis der Wladimir-Orden verliehen (8.11.1841). Als ein Zweig der Familie zu Beginn des 20. Jh. mit Ludwig von Marnitz, Professor an der kgl. Kriegsakademie, nach Berlin kam, wurde sie in den preußischen Adelsstand aufgenommen (12.7.1910). Eine Beschreibung von Familie und Wappen findet sich bei Seuberlich (siehe Quellen), wobei dort auch der Aufriß dieses Exlibris abgebildet ist. Das Wappen in der hier vorliegenden Form ist verändert gegenüber dem Wappen, wie es als Siegelbild überliefert ist und in der livländischen Hofgerichtsakte 1781 beschrieben wird, dort handelt es sich nach Seuberlich in Feld 1 um zwei "alt-deutsche Fachwerkhäuser mit spitzen Giebeln", in Feld 2 wird ein silberner "Schrägbalken" begleitet von drei "grünen Eicheln mit je zwei grünen Blättern" und einer "unten ruhenden Halbkugel", und der Schildfuß enthält einen "Eichenzweig mit drei Eicheln und drei Blättern". Die Helmzier wird als drei grüne Kleeblätter zwischen zwei lanzettförmigen Blättern beschrieben. Bei der preußischen Adelsbestätigung wurde das Wappen entsprechend der hier vorliegenden Abbildung verändert bestätigt. Es sei betont, daß die ältesten Wappendarstellungen aus den 1750igern älter als das erste, russische Diplom zwei Generationen später sind. Vermutlich ergeben sich die Abweichungen aus einer unterschiedlichen Interpretation der alten Siegel. Die späteren Wappenaufrisse bevorzugen in der Helmzier eine alternierende Reihung von Kleeblättern und Hahnenfedern, während die alten Siegel und Aufrisse noch die Kleeblätter innen und die Federn außen zeigen.

Exlibris von Roderich von Haken:
Ein heraldisches Exlibris ohne Jahresangabe, entworfen von Roderich von Haken (8.9.1867-1929) für die Familie Voith von Voithenberg, wie auf dem Schriftband in Form eines oben offenen Kreises, welches das Wappen umschließt, zu lesen ist. Die Künstlersignatur folgt in kleiner Schrift diesem Band. Darunter befindet sich ein zweites Schriftband mit der Bezeichnung "Ex Libris", dieses aber horizontal gestreckt. Die Zwickel zwischen beiden Bändern werden von diversen bildlichen Hinweisen gefüllt, optisch links sind das Feder und Tintenfaß, ein Buch, eine Kerze mit Halter, Urkunden, ein Schwert und ein menschlicher Schädel, gegenüber eine Eule. Zwei Schilde auf dem Dreiviertelkreis mit regionalem Bezug sind zu sehen, optisch links die bayerischen Rauten, gegenüber ein Adlerschild. Das zentrale Vollwappen zeigt einen aus einer Zinnenmauer hervorwachsenden Mann, der in der Rechten eine Axt über seinem Kopf schwingt, die Linke eingestemmt, als Helmzier derselbe wachsend. In dieser Form entspricht das Wappen dem im Siebmacher Band: BayA3 Seite: 123 Tafel: 82 beschriebenen Wappen der oberpfälzischen Voit von Berg in der Form von 1567 (Adelserhebung des Johann Voit zu Wien am 14.12.1567): In Blau ein aus vierzinniger goldener Mauer mit drei Schießscharten wachsender Mann mit schwarzen Haaren und Knebelbart in goldenem Rock mit roten Aufschlägen, Gurt und Verschnürung, in der Rechten an goldenem Stiel eine eiserne Wurfhacke schwingend, auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender Mann wie im Schild. Dieses Wappen wurde später "verbessert", vermehrt und so mehrfach verändert. Das Wappen der Voit von Berg ist auch im Nürnberger Wappenbuch dargestellt. Nach Siebmacher Band: Bay Seite: 62 Tafel: 66 sollen die Voith von Voithenberg früher Voith von Berg geheißen haben. Das den ersteren 1787 im Freiherrenbrief gegebene Wappen sieht jedoch gänzlich anders aus als das hier wiedergegebene (vgl. z. B. Siebmacher Band: Bö Seite: 95 Tafel: 55, Band: Bay Seite: 121, Tafel: 149) und vermutlich das Ergebnis zahlreicher verballhornender Eingriffe. Hier wird das Stammwappen der Voit von Berg wiedergegeben, weil sich die Voith von Voithenberg vermutetermaßen von ersteren ableiten. Es ist aber noch komplizierter, denn das hier wiedergegebene Wappen ist eigentlich das der Pöllinger zu Berg (nach den Abhandlungen des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg, Bd. 42, im Siebmacher abweichend wiedergegeben). Zur Übernahme des Wappens der verwandten Familie kam es anläßlich der Eroberung der Burg zu Berg im Hussitenkrieg 1432, wobei Konrad (Kurt) Voit von Rosenberg und sein Vetter Ulrich Pöllinger getötet wurden. Die Kinder des ersteren wurden nach Böhmen verschleppt und konnten erst lange danach ihren Sitz wieder in Besitz nehmen, dabei nannten sie sich nun Voit von Berg und nahmen das Wappen der verwandten Pöllinger von Berg an. Diese Voit bekamen am 22.1.1704 in der Person des Stephan Voit den Namenszusatz "von Voithenberg" zugebilligt. Dabei und bei weiteren Diplomen wurde das alte Pöllinger-Wappen verändert, bis man es nicht mehr wiedererkennen konnte, die Mauer verschwand, aus dem Mann wurde ein Bergknappe, und aus der Wurfhacke wurde eine Sense.

Exlibris von Lorenz Rheude:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1901, entworfen von Lorenz M. Rheude (17.12.1863-1.5.1939) für den Verlag von A. Weller in Kahla (ein Spezialverlag zur Publikation von heraldischen und genealogischen Werken, u. a. wurde von ihm der "Wappensammler" verlegt). Oben links sehen wir das mittlere Staatswappen des Herzogtums Sachsen-Altenburg, geviert mit Herzschild, Feld 1: Burggrafschaft Altenburg: in Silber eine fünfblättrige rote Rose, golden bebutzt, mit grünen Kelchblättern, Feld 2: Herrschaft Eisenberg (Isenberg): in Silber drei blaue Balken, Feld 3: Grafschaft Orlamünde: in einem mit roten Herzen bestreuten goldenen Feld ein rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe. Löwe einwärts gekehrt, Feld 4: Herrschaft Pleissen: in Blau ein von Gold und Silber geteilter Löwe, gekrönter Herzschild: Herzogtum Sachsen, von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz. Hier wird nur der Schild wiedergegeben, eigentlich gehören zum Mittleren Staatswappen noch die Helme von Sachsen, Thüringen und Meißen, sehr kurios, weil zwei davon nicht als Feld vertreten sind, und zwei goldene, gekrönte Löwen als Schildhalter.

Optisch oben rechts ist das Wappen von Reuß, geviert, Feld 1 und 4: in Schwarz ein rotbewehrter und rotgekrönter goldener Löwe (Reuß), Feld 2 und 3: in Silber ein goldener, schreitender Kranich (Herrschaft Kranichfeld). Unten optisch links ist das Wappen der Stadt Kahla in Thüringen zu sehen, in Silber die golden nimbierte Hl. Margarethe in rotem Ober- und weißem Untergewand mit goldener Krone auf dem Haupt, mit dem rechten Fuß stehend auf einem grünen, geflügelten, vierbeinigen Drachen mit rot ausschlagender Zunge, mit der Rechten einen silbernen Kreuzstab in das Maul des Drachen stoßend, beseitet links von einem sechsstrahligen goldenen Stern und rechts von einem blauen Schildchen mit einem goldenen, gekrönten, aufspringenden Löwen (Schwarzburg). Daneben folgt ein Wappen mit Berufsbezug mit einem Hermesstab zwischen zwei Schildchen, und ganz rechts ist ein Schild mit einem Löwenwappen. Das zentrale Wappen zeigt einen Zinnenturm mit Dach und zwei seitlichen Erkern aus Wellen hervorwachsend (redend!), auch die Helmzier mit dem gestürzten, S-förmig gekrümmten Fisch (nach den Fäden am Mund vielleicht ein Wels) hat Namensbezug. Das Wappen ist nicht in den klassischen Sammlungen enthalten (Hinweise zu Literatur und Tingierung willkommen). Als Schild- und Helmhalter dient ein hinter dem Pult hervorwachsender Mann in prächtiger Renaissance-Kleidung mit straußenfedergeschmücktem Barett auf dem Kopf.

Exlibris von Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1906, entworfen von Alexander von Dachenhausen (5.9.1848-3.11.1916) für Beatrix Freifrau von Dachenhausen (Signatur in der Mitte unten, eine AD-Ligatur). Das Blatt ist ganz im Stile der Neorenaissance gehalten (Gutenberg 19.205, Radierung, 74x 74 mm). Das eigentliche Vollwappen (unter rotem Schildhaupt silbern-schwarz geschacht, auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit ebensolchen Decken ein wie der Schild bezeichneter, hier offener Flug, Siebmacher Band: Han Seite: 19 Tafel: 21 und PrE Seite: 45 Tafel: 37, alter Siebmacher von 1605, Grote: Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig) steht in einem freien Rund, welches von dem Schriftband eingefaßt wird, das an mehreren Stellen von eingerollten Zierelementen umgriffen wird. Außerhalb dieses Zentralfeldes schlägt die Fülle von Spätrenaissance-Dekorationselementen mit voller Wucht und Dichte zu, eine männliche und eine weibliche Halbfigur wachsen beiderseits aus den Ornamenten und biegen sich entlang des Mittelrundes, vier Putten füllen die Ecken, und wie von einem Horror vacui beseelt füllen Fruchtgebinde und andere dekorative Elemente alle verfügbaren Freiflächen.

Exlibris von Georg Otto:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1900 (Datierung in der optisch rechten unteren Ecke), entworfen von Georg Otto (6.9.1868-17.5.1939, Signatur in der optisch linken unteren Ecke, vgl. Witte, Bibliographie 2, 263; Thieme-Becker 26; Gutenberg 7959) für Graf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg (Eignernennung auf dem unten hufeisenförmig umlaufenden, dreiteiligen Schriftband). Das in rechteckigem Rahmen mit abgerundeten Ecken präsentierte Wappen wird nur als Schild auf einem Hintergrund von Eichenzweigen wiedergegeben. Von den vielen Möglichkeiten, die Symbole für das genealogische Stammhaus Westerburg (in Rot ein durchgehendes goldenes Kreuz, bewinkelt von 20 (4x 5 (2:1:2)) goldenen Kreuzchen) und für die ererbte Grafschaft Leiningen (in Blau drei (2:1) silberne Adler) zu kombinieren, wird hier die mit einem in das Stammwappen eingebrachten Freiviertel für die später erworbene Grafschaft gewählt. An den Wurzeln der Eiche ergänzen Tintenfaß und Schreibfederkiel die Komposition.

Exlibris von Adolf M. Hildebrandt:
Ein undatiertes heraldisches Exlibris, entworfen von Adolf M. Hildebrandt (16.6.1844-30.3.1918) für Robert Bohlmann (70 x 48 mm, Buchdruck, Witte, Bibliographie 2, 35; Thieme-Becker 17; nicht bei Gutenberg). Das Wappen ist entzweigerissen, die Helmzier (ein Stundenglas zwischen einem Flug) ruht auf einem aufgeschlagenen Buch im unteren Bereich des Blattes, welches die Eignerinschrift trägt. Der Schild (ein Löwe, der auf der Schulter mit einem sechsspeichigen Wagenrad belegt ist) befindet sich in unbewohnter Relation zum Oberwappen im optisch oberen rechten Eck. Die gesamte linke Seite nimmt ein stilisierter Baum mit drei herzförmigen Blättern ein, in dessen Geäst ein Stundenglas aufgehängt ist unter Aufnahme des Motives der Helmzier. Das Wappen ist nicht in den klassischen Sammlungen enthalten (Hinweise zu Literatur und Tingierung willkommen).

Literatur, Quellen und Links:
Elke Schutt-Kehm, Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, 2. Teil, Band 1: A-K, 720 Seiten, 1685 Abb., Verlag Claus Wittal, Wiesbaden, 1998, ISBN 978-3-922 835-31-8.
Elke Schutt-Kehm, Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, 2. Teil, Band 2: L-Z, 736 Seiten, 1795 Abb., Verlag Claus Wittal, Wiesbaden, 1998, ISBN 978-3-922 835-32-5
Claus Wittal, Eignerverzeichnis zum Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, Verlag Claus Wittal, 2003, 336 Seiten, 595 Abb., ISBN 978-3-922 835-33-2
Siebmachers Wappenbücher
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Familie von Marnitz
http://marnitz.eu - Genealogie: http://marnitz.eu/marnitz.html - Tingierung: http://marnitz.eu/ALBUM/bild15.jpg
Familie von Marnitz: Seuberlich, Erich: Stammtafeln deutsch-baltischer Geschlechter, Bd.: II. Reihe, 1927, online:
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00001251/....seite=69 und Wappen: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00001251/imag.....seite=70
ein herzliches Dankeschön an Herrn C. Meinhard v. Marnitz für wertvolle Hinweise
Familie von Marnitz: Max Müller, Beitrag zur Baltischen Wappenkunde, Riga 1931
Familie von Marnitz: Adelsakte "Marnitz" im Geheimen Preußischen Staatsarchiv in Berlin, Siegel im Histo
rischen Archiv in Riga
Sachsen-Altenburg: Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Voith von Voithenberg: vgl. Abhandlungen des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg, Bd. 42
Voith von Voithenberg: Ein herzliches Dankeschön an Herrn Alois Lenz für wertvolle Hinweise.
von Engelmann: Ein herzliches Dankeschön an Herrn J. v. Wackerbarth für wertvolle Hinweise.
Rathaus von Mitau:
http://www.akpool.de/ansichtskarten/23991096-ansichtskarte-postkarte-mitau-lettland-blick-zum-historischen-rathaus z. B.
von Engelmann:
http://books.google.de/books?id=A6AaAAAAYAAJ - Mitausche Zeitung vom 18.06.1918, Rigasche Zeitung vom 15.06.1918.
Wappen von Mitau:
http://www.zeno.org/Meyers-1905/I/130909a

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