Bernhard Peter
Französische, historische, heraldische Exlibris (4)

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (85 x 60 mm) ist ein undatierter Kupferstich eines unbekannten Künstlers aus dem späten 18. Jh. oder frühen 19. Jh. für Madame Le Pellerin de Gauville, eine geborene Barrey du Theil. Unter einer schwebenden Marquis-Krone werden zwei Ovalschilde einander als Ehewappen zugeneigt. Der heraldisch rechte Schild zeigt unter einem schwarzen, mit drei balkenweise gestellten Pilgermuscheln (Jakobsmuscheln, redendes Wappen) belegten Schildhaupt in Gold einen in drei Reihen silbern-rot geschachten Sparren (frz.: d’or au chevron échiqueté d’argent et de gueules de trois tires, au chef de sable chargé de trois coquilles d’or). Das ist das Wappen der Le Pellerin de Gauville. Das andere Wappen auf der heraldisch linken Seite zeigt unter einem silbernen, mit drei schwarzen, balkenweise gestellten Eberköpfen belegten Schildhaupt in Gold drei rote Schräglinksbalken (frz.: d’or à trois barres de gueules, au chef d’argent chargé de trois hures de sable). Das ist das Wappen der Barrey du Theil. Zwei Löwen dienen als Schildhalter (deux lions lampassés et affrontés).

 

Das namentlich auf dem Blatt bezeichnete Schloß Le Theil liegt am Wald von Plasnes bei Valailles im Arrondissement Bernay im Département Eure in der Normandie. Dieses um 1620 erbaute Schloß ist ein typisches Beispiel für die Architektur der Epoche Ludwigs XIII. Es besitzt einen Hauptflügel mit zwei seitlich angebauten Pavillons und noch zwei weitere, aber isoliert stehenden Pavillons, die als Stallungen dienen. Das Schloß, das von Louis de Croisy erbaut wurde, kam danach an die Familie de La Richerie, die es aber 1759 wieder verkaufte. Es kam nach weiteren Besitzern 1780 an André-Jacques Barrey, einen Dragonerhauptmann aus Bernay, Ritter des königlichen und militärischen St. Louis-Ordens. Es gehörte danach besagter Madame Barrey de Theil, die Antoine-Mathurin Pellerin (-1854), baron de Gauville, geheiratet hatte, Sohn von Charles-Nicolas le Pellerin, baron de Gauville. Ihrer beider Sohn war Ange-Armand Pellerin, comte de Gauville. 1830 wurde die Familie de Gauville Eigentümer des Schlosses Le Theil. Seine Ausstattung wurde in der Mitte des 19. Jh. erneuert. Nachfolgende Besitzer waren das Ehepaar Daudier de Cassini und danach Ulrich Schlumberger und Frau.

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (57 x 34 mm) ist ein undatierter Stahlstich eines unbekannten Künstlers aus dem 19. Jh. für Paul de Wint, ein Literat aus Paris. Der Eigner war seit 1846 Korrespondent und Mitglied der Académie de Reims und Autor einiger Werke. Um den Schild herum verläuft ein Rand mit der Devise "DIU JACET IN TENEBRIS" - lange ruht er im Finstern, eine Anspielung auf das Wappenbild, welches in Blau einen goldenen Kometen zeigt, mit einem fünfzackigen Stern und einem nach links oben gerichteten Schweif. Französischer Blason: d'azur à la comète d'or. Über der Kartusche ist eine altmodische Zackenkrone zu sehen. 

 

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (96 x 65 mm) ist ein undatierter Kupferstich eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jh. für den aus Perpignan stammenden Intellektuellen und Literaten Joseph Xaupi (16.3.1688-7.12.1778), eigentlich mit vollem Namen Joseph-Jean-François-Raymond Xaupi. Der Text im unteren Bereich des Blattes lautet: "JOSEPHI XAUPI É nobilibus Perpiniani Civibus canonici et Archidianoci in ecclesiâ Perpinianensi, Abbatis de jau, Sacrae facultatis Parisiensis é regia societate doctoris et ab ineunte anno 1763 V.decani". Der Eigner stammte also aus dem Adel Perpignans im Roussillon. Er machte seinen Doktor der Theologie an der Sorbonne in Paris. Er wurde 1705 Abbé commandataire der königlichen Zisterzienserabtei von St. André de Jau in Elne, 1716 Kanoniker der Kathedrale von Elne, 1724 Archidiakon von Vallespir. Sein Leben verbrachte er freilich als Schöngeist in Paris, wo er zu den intellektuellen und literarischen Zirkeln seiner Zeit gehörte. Er war auch korrespondierendes Mitglied der Académie de Bordeaux. Er wurde in Paris 1764 Doyen der theologischen Fakultät und 1765 Vice-Doyen der Sorbonne. Er verstarb neunzigjährig in Paris im Collège Boncourt an den Folgen eines Unfalls beim Einsteigen in seine Kutsche, bei dem er sich ein Bein am Oberschenkel gebrochen hatte. Von ihm sind literarische Werke über die Geschichte des Roussillons und Kataloniens, den Adel von Perpignan und Barcelona bekannt. 1763 erschien z. B. in Paris sein kontrovers aufgenommenes Werk "Recherches historiques sur la noblesse des citoyens honorés de Perpignan et de Barcelone, connus sous le nom de citoyens honorés", und 1776 erschien eine erweiterte und verbesserte, zweite Ausgabe. In Perpignan ist eine Straße nach ihm benannt. Das Wappen ist durch die seitlich auf den reichgeschmückten Rändern aufgesetzten Embleme, rechts die Inful, links der mit der Krümme nach innen gedrehte Krummstab, als Wappen eines Abtes ausgewiesen. Über der ovalen, oben eingezogenen Kartusche ruht zentral eine neunperlige Grafen-Krone. Der Wappeninhalt zeigt in Gold einen blauen Sparren, der oben von zwei schräg nach innen aufsteigenden, roten Kometen mit fünfzackigem Stern und nach unten und außen gerichtetem Schweif begleitet wird und unten von einem auffliegenden, schwarzen Sperber, der auf einem blauen Wellenschildfuß steht. Französischer Blason: d’or au chevron d’azur accompagné en chef de deux comètes de gueules et en pointe d’un épervier essorant de sable, soutenu d’une rivière aussi d’azur courante en pointe.

 

Exlibris von Devambez:
Dieses französische Bücherzeichen (82 x 65 mm) ist ein undatierter Stahlstich aus der Werkstatt Devambez zu Paris, aus dem späten 18. Jh. oder frühen 19. Jh. für René de Vivie de Régie, ein Industrieller aus Bordeaux. Der Wappenschild zeigt in Blau einen goldenen Sparren, der von drei (2:1) Granatäpfeln mit jeweils einem Stiel und zwei grünen Blättern begleitet wird (frz.: d’azur au chevron d’or accompagné de trois grenades tigées et feuillées, 2 et 1). Zwei widersehende Löwen dienen als Schildhalter. Über dem Schild, der oben mit einer etwas gedrückten Lilie besetzt ist, ist eine stark höhenverzerrte Marquis-Krone zu sehen. Darüber schwebt ein Schriftband mit der Devise "VIVERE VIVENDO", leben um zu leben.

 

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (87 x 77 mm) ist ein undatierter Kupferstich eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jh. für die aus der Normandie stammende Familie Aubruchet. Das Wappen zeigt in Silber einen blauen Balken, der von drei (2:1) an Schnabel und Beinen gestümmelten, schwarzen Amseln (Merletten) begleitet wird (frz.: d'argent à la fasce d'azur accompagnée de trois merlettes de sable). Zwei widersehende Löwen halten die üppig ornamentierte Kartusche, über der eine neunperlige Grafenkrone schwebt.

 

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (79 x 68 mm) ist ein undatierter Stahlstich eines unbekannten Künstlers aus dem 19. Jh. für die Familie Barral de Montferrat aus der Dauphiné. Das Blatt ist beschriftet mit "BIBLIOTHÈQUE DU CHÂTEAU DE VOIRON". Das Wappen ist gespalten, rechts in Rot drei silberne Schrägbalken (Barral), links unter einem blauen, mit drei goldenen Kronen balkenweise belegten Schildhaupt in Gold ein roter Löwe, über dem eine rote, gestürzte Mondsichel schwebt. Französischer Blason: Parti, au 1 de gueules à trois bandes d'argent, au 2 d'or au lion de gueules surmonté d'un croissant versé du même, au chef d'azur chargé de trois couronnes d'argent. Über dem Schild schwebt mittig eine Krone eines Vicomte; als Schildhalter dient rechts ein Einhorn, links ein Windhund mit Halsband, beide widersehend (une licorne et un lévrier colleté). Die Familie erhielt ihre Nobilitierung im Jahr 1643 in Person des Gaspard Barral, avocat au parlement de Grenoble, in Anerkennung seiner Verdienste. Während die de Barral nur die Inhalte der heraldisch rechten Hälfte führen (de gueules, à trois bandes d'argent), führen die Barral de Montouvrard noch ein Schildhaupt mit drei blauen Glöckchen zusätzlich (de gueules, à trois bandes d'argent, au chef du même, chargée de trois cloches d'azur, bataillées d'or), und die Barral de Montferrat schließlich haben den gespaltenen Schild wie beschrieben. Die Familie erwarb im 18. Jh. verschiedene Adelstitel, so waren sie marquis, comte, vicomte und baron de Barral, marquis de la Bastie d'Arvillard (1739), marquis de Montferrat (1750), comte d'Allevard (1751) und baron de la Roche-Commiers (1755). 

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses französische Exlibris (80 x 55 mm) ist ein undatierter Stahlstich eines unbekannten Künstlers aus dem 19. Jh. für die Familie Bérenger de Fontaines, eine aus der Normandie stammende, seit dem 12. Jh. bekannte, ritterschaftliche Familie, deren Mitglieder Herren von Fontaines, Grandmesnil, Fougueran, Cerqueux, Canon, Herenguerville, Montaigu und Trelly waren. Vermutlich war der Eigner des Blattes Marie-Pierre-Frédéric Bérenger de Fontaines (8.9.1784-5.4.1841), Capitaine en second du régiment de Dragons du Calvados. Der Genannte war der Sohn von Louis Charles François de Bérenger (20.2.1760-5.6.1809), comte de Bérenger, seigneur de Hérenguerville, de Montaigu et de Canteloup, seigneur de Trelly. 1815 wurde Marie-Pierre-Frédéric Ritter der Légion d’Honneur. Bei der Restauration wurde er Mitglied der Leibgarde von König Louis XVIII. Von 1810 bis 1815 und noch einmal von 1820 bis 1830 war er Bürgermeister von Trelly. Er war seit dem 15.7.1824 mit Louise Félicité Le Vallois de La Porte (1797-1854) vermählt, der Erbin von Schloß Moyon. Das Blatt ist bezeichnet als "BIBLIOTHEQUE de Mr. de Berenger". Das Wappen zeigt in Rot zwei silberne, golden bewehrte und ebenso gekrönte Adler nebeneinander (frz.: de gueules, à deux aigles accostées d'argent, becquées, membrées et couronnées d'or). Zwei Einhörner in unterschiedlichen Stellungen dienen als Schildhalter. Die gesamte Komposition ruht auf einer Konsole, von der ein Band mit Orden herabhängt. Auf dem Wappen ruht eine neunperlige Grafen-Krone.

 

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Dieses Exlibris aus dem 19. Jh. im spätbarocken Stil gibt uns keinerlei Hinweis auf eine Urheberschaft, Hinweise willkommen. Eine asymmetrisch verzogene Kartusche mit dem Schildbild wird auf einem Postament von zwei Löwen als Schildhaltern flankiert (supports deux lions), der heraldisch rechte liegend und hersehend, der andere aufrecht, die Kartusche mit seinen Vorderpranken haltend und widersehend. Unter dem Postament nennt die Schriftkartusche als Eigner "Mr. du Rosier V.te de Magnieu". Das Wappen der Herren du Rosier Vicomte de Magnieu, die zu Forez lebten, zeigt unter einem goldenen, mit drei roten Rosen balkenweise belegten Schildhaupt in Blau drei goldene Sparren (frz.: d'azur à trois chevrons d'or au chef du même chargé de trois roses de gueules). Das teilweise redende Wappen ist im Rietstap/Rolland gelistet. Ein Oberwappen wird auch dort nicht angegeben.

 

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Dieses Blatt von unbekannter Hand ist außerhalb des einfachen Rechteckrahmens beschriftet mit "EX BIBLIOTHECA ARM(ANDI) JUL(II) PRINCIP(IS) DE ROHAN ARCH(IEPISCOPI) DUC(IS) REM(ENSIS)" - aus der Bibliothek des Armand Jules Prinz von Rohan Erzbischof von Reims. In dieser Position war er nicht nur sowohl von seiner Abstammung, sondern auch von seiner Funktion her ein Pair von Frankreich. Er stand der wichtigsten Kirche des französischen Königtums vor, denn in der Kathedrale von Reims wurden jahrhundertelang die französischen Könige gekrönt. Der Erzbischof von Sens stand zwar in der französischen Kirchenhierarchie vor dem Reimser Erzbischof, doch dieser genoß als Nachfolger des heiligen Remigius das Privileg zur Erteilung der Weihen für den jeweils zukünftigen König. Armand Jules de Rohan durfte, gerade frisch im Amt, am 25.10.1722 Ludwig XV. (regierte (1715–1774) in seiner Kathedrale Notre-Dame zum französischen König salben, auch wenn dieser bereits seit 1715 König von Frankreich und Navarra war und erst 1726 die Regierung übernahm.

Armand Jules de Rohan-Guémené wurde am 10.2.1695 in Paris geboren. Er war das fünfzehnte Kind von Charles III. de Rohan Prince de Guémené (30.9.1655-10.10.1727), Duc de Montbazon, Pair de France, Comte de Sainte-Maure, de La Haye et de La Nouastre, und dessen zweiter Frau Charlotte Elisabeth de Cochefilet de Vaucelas (1657-24.12.1719). Seine Großeltern waren väterlicherseits Charles II. de Rohan, Duc de Montbazon, Prince de Guémené, Comte de Montauban (-3.7.1699) und Jeanne Armande de Schömberg (= Schönberg, 1633-10.7.1706), Tochter des Henri de Schomberg (= Schönberg, 1575-1632), Comte de Nanteuil et de Schomberg, Maréchal de France, sowie mütterlicherseits Charles de Cochefilet de Vaucelas (-1661), Seigneur de Vaucellas et Comte de Vauvineux, und Françoise Angélique Aubéry (1641-1705), Tochter von Robert Aubéry (1571-1657), Marquis de Vatan et Conseiller d'Etat.

1715 wurde er Domherr zu Straßburg. Weiterhin war er Abt von Gard in der Diözese Amiens. Er wurde am 2.6.1722 zum Erzbischof von Reims gewählt, was am 6.7.1722 bestätigt wurde. Er hatte das mit Reims verbundene Primat de la Gaule belgique inne. Am 23.8.1722 fand die Bischofsweihe statt. Gleichzeitig war er von 1730 bis zu seinem Tod am 28.8.1762 in Saverne Abt des Klosters Gorze (Abbé de Gorze) in der Diözese Metz.

Das Wappen ist geviert (écartelé) mit gespaltenem Herzschild, Feld 1 und 4: in Rot ein goldenes Kettengeflecht (en 1 et 4: de gueules, aux chaînes d'or, en croix, en sautoir et en orle, chargées en cœeur d'une émeraude au naturel, Navarra), Feld 2 und 3: in Blau drei (2:1) goldene Lilien (en 2 et 3: d'azur, à trois fleurs de lys d'or, Frankreich), Herzschild gespalten (sur le tout, parti), rechts in Rot neun (3:3:3) goldene Fensterrauten (en 1: de gueules, à neuf macles (3, 3 et 3) d'or, Rohan), links Hermelin (en 2: d'hermine, Bretagne). Auf dem Schild ruht eine Rangkrone; hinter ihm ragt senkrecht ein Prozessionskreuz hervor. Dazu wird ein grüner Galero mit 2x 15 grünen Fiocchi an den Seiten getragen, das Ganze von einem beiderseits hochgerafften Wappenmantel eingehüllt.

Das Stammwappen der de Rohan sind die neun (3:3:3) goldenen Fensterrauten in rotem Feld. Dieses Wappen taucht so bereits in der Wappenrolle des Gelre auf. Die Familie der Rohan war nicht nur eines der mächtigsten Geschlechter der Bretagne, das 1603 zu Herzögen (duc de Rohan) ernannt wurde, sondern führte ihre Abstammung auf die bretonischen Könige zurück (unbelegt). Sicher ist lediglich, daß sie mit den Vicomtes de Porhoët zusammenhängen und und im Mittelalter enge Verbündete der Herzöge der Bretagne waren. Deshalb spalteten sie den Schild, rechts das Stammwappen, links das Wappen der Bretagne. Die jüngere Linie wurde 1570 zu Prinzen von Guémené, eine Generation später 1594 Herzöge von Montbazon und Pair von Frankreich. Wiederum eine Generation später erhielten sie den Titel eines Prinzen von Soubise. Die Rohan betrieben geschickt die Erhebung ihres Grundbesitzes zu Fürstentümern. Die Linie Rohan-Soubise entstand um 1630 aus den Rohan-Guémené, und ihr Oberhaupt trug seit 1717 den Titel eines Herzogs von Rohan-Rohan. 1807 gingen sie in den Rohan-Guémené auf. Eine andere Linie war die der Rohan-Gyé, 1541 aus den Rohan-Guémené entstanden. Eine weitere Linie war die der Rohan-Rochefort, 1693 aus den Rohan-Guémené entstanden. Diese letztgenannte Linie sollte alle überleben und später alle Titel der Rohan-Guémené auf sich vereinigen. Zwei große Skandale am Vorabend der Revolution erschütterten die Stellung der Rohan, zum einen die Halsbandaffäre, zum andern der Bankrott von Jules Hercule Mériadec de Rohan, prince de Guémené, im Jahre 1783. Die Revolution schließlich vertrieb die Familie ganz, die Nachfahren emigrierten nach Österreich und Böhmen und kauften sich dort an. Es wurde fortan nur noch der bisherige Herzschild ohne die Felder der französischen etc. Besitzungen und Ansprüche geführt. 1846 starb die Linie aus, die Titel übernahm die jüngere Linie der Rohan-Guémené, die Fürsten von Rochefort.

An diesem Wappen sind ein paar Details bemerkenswert: Es werden keinerlei Hinweis auf das Erzbistum Reims (l'archevêché de Reims) selbst gegeben. Das wäre in blauem, mit goldenen Lilien besätem Feld ein durchgehendes rotes Kreuz, frz.: d'azur, semé de fleurs de lys d'or, à la croix de gueules brochante sur le tout. Weiterhin fällt im Vergleich zu deutschen Kirchenfürsten auf, daß die Insignien Krummstab und Schwert fehlen - die landesherrliche Eigenständigkeit deutscher Fürstbischöfe in ihrem geistlichen Fürstentum war dem französischen System fremd. Umgekehrt wird der Erzbischof von Reims nicht als "ARCH EPISC REM", sondern als "ARCH DUC REM" bezeichnet. König Philippe III. hatte bereits im Jahre 1275 ein System von 12 Pairs festgelegt, sechs geistliche und sechs weltliche. Die geistlichen Pairs waren der Erzbischof von Reims (l'archevêque-duc de Reims), die Bischöfe von Langres (l'évêque-duc de Langres), Laon (l'évêque-duc de Laon), Beauvais (l'évêque-comte de Beauvais), Chalons (l'évêque-comte de Chalons) und Noyon (l'évêque-comte de Noyon). Die weltlichen Pairs waren die Herzöge von Aquitanien, von Burgund, der Normandie und die Grafen der Champagne, von Flandern und von Toulouse. Natürlich blieb es nicht bei diesen; die Anzahl der weltlichen Pairs stieg rasch an, während sie gleichzeitig ihre politische und territoriale Unabhängigkeit immer mehr einbüßten. Das System macht aber deutlich, welch herausgehobene Stellung der Erzbischof von Reims hatte, nicht nur als Erzbischof, sondern auch als geistlicher Pair an vorderster Stelle in herzoglichem Rang.

Literatur, Quellen und Links:
Rietstap/Rolland
Informationen des Exlibris-Händlers Jacques Laget
http://www.ex-libris-jacques-laget.fr/
Le Theil: GMN Répertoire général des ex-libris français: L2254
Valailles und Schloß Le Theil: http://de.wikipedia.org/wiki/Valailles
Valailles:
http://www.cc-bernay.com/Territoire-Nos-communes-Valailles?id=40
de Wint: GMN. Répertoire général des ex-libris français: W0057
Joseph Xaupi: http://fr.wikipedia.org/wiki/Joseph_Xaupi
Joseph Xaupi: Louis-Gabriel Michaud, Biographie universelle, ancienne et moderne, Paris, Michaud frères, Band 12, 1811, S. 336-7
Bild von Joseph Xaupi:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Joseph_Xaupi?uselang=fr#mediaviewer/File:Arolsen_Klebeband_14_009.jpg
Biographie von Joseph Xaupi:
http://www.mediterranees.net/biographies/capeille/xaupi.html Abbé Torreilles, L'abbé Xaupi, dans le LIIe Bulletin de la Société Agricole, Scientifique et Littéraire des Pyrénées-Orientales.
Xaupi:
https://archive.org/details/4Z2069INV2129FA_P2
René de Vivie de Régie: GMN. Répertoire gén. des ex-libris français: V0324
Aubruchet: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k110594k/f1113.image
Barral de Montferrat:
http://fr.wikipedia.org/wiki/Famille_de_Barral
Barral:
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k111995g/f356.image - http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k111995g/f357.image - http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k111995g/f358.image - http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k111995g/f359.image
Berenger de Fontaines: http://fr.geneawiki.com/index.php/Famille_de_Bérenger
Berenger de Fontaines: GMN. Répertoire gén. des ex-libris français: Be0692
Armand Jules de Rohan-Guémené https://fr.wikipedia.org/wiki/Armand_Jules_de_Rohan-Guémené
Duc und Pair:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc_et_pair
Wappen der französischen Pairs:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Armorial_des_Pairies_de_France_sous_l'Ancien_Régime
Haus Rohan:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Maison_de_Rohan
Wappen der Familie Rohan:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Armorial_de_la_famille_Rohan
Abtei Gorze:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Gorze - https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Gorze
Bischöfe und Erzbischöfe von Reims:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_évêques_et_archevêques_de_Reims - https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bischöfe_und_Erzbischöfe_von_Reims
Erzbistum Reims:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Archidiocèse_de_Reims - https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_Reims
geistliche Lebensdaten:
http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/brohang.html
Wappen de la Maison de Rohan:
http://www.heraldique-europeenne.org/Regions/France/Rohan.htm
Genealogie:
http://gw.geneanet.org/wailly?lang=fr&p=armand+jules&n=de+rohan+guemene - http://gw.geneanet.org/nobily?lang=fr&p=armand+jules&n=de+rohan

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