Bernhard Peter
Heroldsbilder auf der Basis von vertikalen und horizontalen Linien - Teil 3

Ein aus der Schildfläche herausgetrenntes Viereck bezeichnet man als "Vierung" unter Angabe der Position, wenn dessen Höhe und Breite etwa der Hälfte der Schildhöhe bzw. Breite entsprechen. Es sei daran erinnert, daß ein Viereck von ca. einem Drittel der Schildmaße als Höhe und Breite als "Eck" oder "Ort" bezeichnet wird.

Die Kombination von einem Pfahl mit einem halben Balken oder von einem Balken mit einem halben Pfahl ergibt die "Krücke". Ihre normale Lage (nur "Krücke") ist die eines T-Stücks. Abweichende Lagen werden entsprechend gekennzeichnet.

Die Kombination von einer Flanke mit einem Balken ergibt den "Flankenbalken".

Teilungen und Spaltungen können kombiniert werden. Dabei wird zuerst die Teilungsart mit der geringeren Linienanzahl genannt, dann die mit der höheren. Ab vier Linien spricht an auch von "mehrfach".

Wenn die Anzahl der Teilungen und Spaltungen größer als wenige wird, spricht man von einer Schindelung, wobei sich der Übergang zum Muster vollzieht. Schindelungen bestehen im Gegensatz zum Schach immer aus rechteckigen Elementen, nicht aus quadratischen. Sind die Teilfelder breiter als hoch, handelt es sich um eine Querschindelung, ist sie schmäler als hoch, um eine Längsschindelung.

Eine "Spaltung mit Stufe" besteht aus einer seitenversetzten Spaltung. Alle drei Breiten nehmen jeweils ein Drittel der Schildbreite ein. Die Richtung der Stufe entspricht dem Übergang von der unteren zur oberen Position.

Mehrere Teilungen und Spaltungen können zu beliebigen neuen Heroldsbildern kombiniert werden.

Literatur und Quellen:
Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst, Bechtermünz Verlag 2000, Callwey Verlag 1978
Georg Scheibelreiter: Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien/München 2006, ISBN 3-7029-0479-4 (Österreich) und 3-486-57751-4 (Deutschland)

Deutsche Wappenrolle, Band 1-63, Degener Verlag
Wappenbilderordnung, Symbolorum armoralium ordo, hrsg. vom HEROLD, bearbeitet von Jürgen Arndt und Werner Seeger, Skizzen von Lothar Müller-Westphal, Verlag Degener, 2. Auflage 1996, Band 1 und 2

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