Bernhard Peter
Schrägecken, Schräghäupter und Schrägfüße

Eine Reihe von ungewöhnlichen Heroldsbildern entstehen durch die Abtrennung einer oder mehrerer Ecken vom Hauptfeld. Man spricht allgemein von einem Schrägeck, je nach Position von einem rechten oder linken, von einem oderen oder einem unteren Schrägeck. Getreu dem Prinzip, daß ohne nähere Angabe immer rechts und oben gilt, ist ein nicht näher bezeichnetes Schrägeck ein rechtes, oberes Schrägeck.

Mehrere Schrägecken können auch kombiniert werden, benachbarte oder gegenüberliegende Ecken oder alle vier Ecken. Werden alle vier Ecken abgeschnitten, unterscheidet sich das Heroldsbild von einer Raute dadurch, daß in unserem Falle hier am Rand ein Stück Gerade zwischen den Linien verbleibt.

Wird eine Ecke nicht wie beim Schrägeck in ca. 45 Grad abgetrennt, sondern über die ganze Breite des Schildes, so erhalten wir oben ein Schräghaupt und unten einen Schrägfuß. Die Bezeichnung rechts/links richtet sich danach, wo der Flächenschwerpunkt des Dreiecks zu liegen kommt, nicht nach der Richtung der Teilungslinie. Auch dies analog zum Schrägeck. Der Winkel ist bei Schräghaupt und Schrägfuß deutlich flacher als beim Schrägeck.

Schräghaupt und Schrägfuß können auch kombiniert werden, gleichsinnig oder gegensinnig, was eigenwillige Heroldsbilder schafft. Sie kommen selten vor.

Literatur und Quellen:
Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst, Bechtermünz Verlag 2000, Callwey Verlag 1978
Georg Scheibelreiter: Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien/München 2006, ISBN 3-7029-0479-4 (Österreich) und 3-486-57751-4 (Deutschland)

Deutsche Wappenrolle, Band 1-63, Degener Verlag
Wappenbilderordnung, Symbolorum armoralium ordo, hrsg. vom HEROLD, bearbeitet von Jürgen Arndt und Werner Seeger, Skizzen von Lothar Müller-Westphal, Verlag Degener, 2. Auflage 1996, Band 1 und 2

Schrägteilungen und Schrägbalken - Schrägteilungen in 2 Richtungen
Schrägecken, -häupter und -füße - modifizierte Schrägbalken

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